SWV – Matznetter: Pensionsgipfel ist der richtige Ort, um Wertschöpfungsabgabe zu thematisieren

Wertschöpfungsabgabe entlastet Faktor Arbeit und bringt spürbare Lohnnebenkostensenkung für Betriebe

Wien (OTS) - „Manchen Unternehmervertretern ist noch immer nicht bewusst, dass wir uns in der sogenannten vierten industriellen Revolution befinden. Das heißt, dass technologischer Fortschritt automatisierte Tätigkeiten, die bisher von Menschen erledigt wurden, ablöst“, kommentiert Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher und Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Österreich (SWV) Leitls ablehnende Haltung zur Wertschöpfungsabgabe, „Wir müssen uns daher dringend Alternativen überlegen, wie wir unsere sozialen Sicherungssysteme zukünftig finanzieren wollen. Daher ist der Pensionsgipfel am 29. Februar genau der richtige Ort, um die Forderung nach einer Wertschöpfungsabgabe zu thematisieren. Denn gerade eine nachhaltige Finanzierung der Sozialsystem ist Thema dieses Gipfels.“

Für ihn ist es keine zusätzliche Abgabe, sondern eine Senkung bestehender Beiträge durch Erweiterung der Bemessungsgrundlagen auf Einkommen und Einkünfte aus Wertschöpfung, zum Beispiel auch aus jenen der Land- und Forstwirtschaft oder aus Vermietung und Verpachtung. Matznetter verweist auf das italienische Modell der IRAP zur Finanzierung der Kommunen. „Sie bedeutet eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlage und damit eine Verschiebung der Abgabenlasten von personalintensiven Unternehmen zu kapitalintensiven Unternehmen sowie auf bisher nicht erfasste Teile des BIP. Wo werden hier bitte Investitionen bestraft, wenn die Abschreibungen auch beim italienischen Modell gar nicht in die Bemessungsgrundlage einbezogen sind?“, fragt Matznetter.

„Was wirklich unternehmerfeindlich ist, ist sich gegen die Wertschöpfungsabgabe zu wehren“, betont Matznetter. „Diese entlastet Betriebe durch geringere Dienstgeberbeiträge nachhaltig, setzt Investitionen sogar frei und kurbelt die heimische Wirtschaft an. Daher ist jede Wirtschaftsvertreterin und jeder Wirtschaftsvertreter, der oder die sich dagegen wehrt, gegen eine spürbare Lohnnebenkostensenkung für Betriebe und gegen ein gerechtes Beitragssystem zur Finanzierung staatlicher Sozial- und Familienleistungen.“ Für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinstbetriebe fordert Matznetter einen Freibetrag, damit sie nicht zusätzlich belastet werden.

„Man hätte jetzt die Gelegenheit alternative Vorschläge auf den Tisch zu legen, statt sich gegen jegliche Reformen zu wehren. Wir sind jedenfalls für Alternativen, die nicht auf dem Rücken der Schwächsten in unserem System ausgetragen werden und den Faktor Arbeit gerecht entlasten“, betont Matznetter abschließend. (Schluss)

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