FP-Koderhold: Krisenstabilität der Wiener Gesundheitsversorgung mehr als hinterfragenswürdig

Massenansturm an Kinderambulanzen war zu erwarten – an die Presse gelieferte Personalzahlen sind unrichtig

Wien (OTS) - Die Pressemeldungen über extreme Wartezeiten in der Kinderambulanz des SMZ-Ost mit Polizeieinsatz haben die zunehmende Instabilität der Gesundheitsversorgung aufgedeckt.
Regelmäßige Grippewellen und daraus folgende Massenanstürme an den Kinderambulanzen sind seit Jahren bekannt, ebenso die Änderung der Ärztearbeitszeit seitens der EU und der eklatante Mangel an niedergelassenen Ärzten in Wien, so der FPÖ-Gemeinderat Dr. med. Günther Koderhold, Mitglied im Gesundheitsausschuss.

An Kinderabteilungen des KAV beschäftigte Ärzte nennen die vom KAV an die Presse gelieferten Personalzahlen weit überhöht, de facto seien in den Kinderambulanzen nur zwei, maximal drei - davon ein Arzt in Ausbildung - Kinderärzte zugeteilt, allerdings würde ärztliches Personal anderer Abteilungen und Stationen aushelfen, was wiederum an der Grenze der Legalität schrammt, da diese ihre Stationen vernachlässigen. Es wurden seitens der verantwortlichen SPÖ-Gesundheitspolitiker keinerlei Gegenstrategien für Krisenfälle aufgebaut - natürlich nicht nur die Kinderversorgung betreffend, sondern alle Abteilungen - kritisiert Koderhold.

Das Angebot an Ordinationen für Fachärzte und praktische Ärzte wurde in nahezu allen Bereichen weiter reduziert und durch miserable Bezahlung praktisch gelähmt. Der Nachholbedarf für Ordinationsverträge in Wien ist enorm, wird aber von der Gebietskrankenkasse aus Kostengründen niedrig gehalten- ausgelaufene Verträge von Pensionierungen nicht verlängert.
Dazu kommt das schwerwiegende Versäumnis der SPÖ-Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely rechtzeitig in die Gesundheitserziehung der Wiener Bevölkerung zu investieren, so Koderhold, der weiter meint, je mehr sich das Angebot im öffentlichen Gesundheitssystem zurückzieht, umso mehr sollte versucht werden durch Gesundheitserziehung und Aufklärungskampagnen gegenzusteuern.

Zudem wird die Stabilität der Gesundheitsversorgung weiter ausgehöhlt. Die Konzentration von medizinischen Fächern wie z.B. Augenheilkunde oder Dermatologie auf einzelne Großzentren widerspricht eklatant jeder Krisenredundanz. Schon verhältnismäßig banale Ereignisse können eine Spitalsabteilung in ihrer Leistung massiv beeinträchtigen. Wenn sich die Versorgung auf ein einzelnes medizinisches Großzentrum konzentriert, kann dies fatal werden, ist Koderhold überzeugt.

Koderhold fordert daher abschließend, dass nicht nur Bedarfsplanung sondern auch Krisenstabilität der Gesundheitsversorgung in den Gesundheitsplan 2030 einfließen soll. Mehrfachadministration müsse ersatzlos gestrichen werden. (Schluss)paw

Rückfragen & Kontakt:

FPÖ-Wien
01/4000-81635

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0004