„Kulturmontag“ am 8. Februar: Scheidungsväter, Lachsalven und Gedächtnisverlust

Zu Gast im Studio: Meinungsforscherin Helene Karmasin

Wien (OTS) - Ein breites wie spannendes Themenspektrum bietet der von Martin Traxl am 8. Februar 2016 präsentierte „Kulturmontag“. So befasst sich die Sendung ab 22.30 Uhr in ORF 2 unter anderem mit der Frage, ob Ehemänner bei Scheidungen vom Gesetz zu wenig geschützt werden, zeigt Stermann und Grissemann als „Sonny Boys“ und Erwin Steinhauer im Alzheimer-Drama „Vater“. Außerdem: Dada ist in aller Munde, doch nur wenige können sagen, was Dada wirklich ausmacht. Zum 100. Geburtstag von Dada stellt die Dokumentation „Das Prinzip Dada“ die Kunstbewegung umfassend vor und zeigt, wie sie die moderne Kunst-und (Pop-)Kultur des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst hat.

Scheidungs-Väter: Der entrechtete Mann – Michael Kumpfmüllers neuer Roman „Die Erziehung des Mannes“

Mit seinem Bestseller „Die Herrlichkeit des Lebens“, einem Romanporträt Franz Kafkas, wurde der deutsche Schriftsteller Michael Kumpfmüller international bekannt. Mit seinem neuen Buch „Die Erziehung des Mannes“ zeichnet er, angelehnt an eigene Erfahrungen, eine Männerbiografie nach, in der es um das Scheitern einer Ehe geht, den Kampf um die gemeinsamen Kinder und den Versuch, dennoch ein guter Vater zu sein. Kumpfmülles Roman hat Brisanz: Mehr und mehr Väter sehen sich als Scheidungsopfer, zu Wochenendbespaßern für die Kinder degradiert und als Unterhaltszahler von den Müttern finanziell ruiniert. Sie fordern mehr Zeit mit den Kindern und mehr Rechte als Väter. Sind wir reif für einen Paradigmenwechsel in Sachen geschlechtergerechter Familie? Nein, meint Wiens bekannteste Scheidungsanwältin Helene Klaar: Frauen würden noch immer den Großteil der Haus- und Erziehungsarbeit leisten, die „Väterliebe schießt oft erst nach der Trennung ein“. Ja, meint hingegen die Journalistin und Autorin Barbara Streidl in ihrer Streitschrift „Lasst die Väter Vater sein“. Der „Kulturmontag“ zeigt, wie sich die Vaterrolle seit dem 19. Jahrhundert verändert hat und vor welchen Herausforderungen Väter und Mütter in neuen Familienkonstellationen stehen. Live zu Gast im Studio ist die Meinungsforscherin Helene Karmasin.

Lach-Salven: Stermann und Grissemann als „Sonny Boys“ – Die Anarcho-Komiker als verkrachtes Schauspieler-Pärchen

Zwei Kabarettisten, die nach Jahrzehnten gemeinsamen Erfolgs endgültig genug voneinander haben und doch nicht ohne einander können. Die Handlung von Neil Simons Broadway-Klassiker „Sonny Boys“ aus dem Jahr 1972 klingt so, als wäre die Karriere des Satiriker-Duos Dirk Stermann und Christoph Grissemann Vorlage gewesen. Seit rund 25 Jahren bearbeiten die beiden ohne Rücksicht auf Verluste im Fernsehen, im Radio und auf der Bühne die Lachmuskeln der Nation. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Oder vielleicht doch? In der Sendung „Willkommen Österreich“ konsultieren sie mittlerweile zum Gaudium der Zuschauer regelmäßig eine Paartherapeutin – soll es doch auch abseits des Rampenlichts nicht mehr gut um das beliebteste Komiker-Pärchen des Landes bestellt sein. Aber ist das nicht alles nur Show und gehört zum Image? Auf der Suche nach einer Antwort hat der „Kulturmontag“ das ORF-Archiv durchforstet, die Anarcho-Komiker bei den „Sonny Boys“-Proben im Wiener Rabenhof begleitet und sie zum Gespräch gebeten.

Gedächtnis-Verlust: Wenn das Ich verschwindet – Erwin Steinhauer im Alzheimer-Drama „Vater“ an den Kammerspielen

„Ich habe bemerkt, dass irgendetwas Seltsames passiert ... als hätte ich kleine Löcher im Gedächtnis“, sagt André, die Hauptfigur in Florian Zellers mehrfach preisgekröntem Stück „Vater“, das kommende Woche in den Wiener Kammerspielen Premiere hat. Es ist ein Stück über einen an Alzheimer erkrankten Mann, der eines Tages bemerkt, dass etwas nicht stimmt, und der verzweifelt versucht, den Eindruck von Normalität noch möglichst lang aufrechtzuerhalten. Ein Stück auch über ein Tabuthema, denn Alzheimer-Patienten wurden lange ausgegrenzt und weggesperrt. Derzeit leiden in Österreich etwa 100.000 Menschen an der unheilbaren Krankheit, bis zum Jahr 2050 werden es rund 250.000 sein. Im „Kulturmontag spricht die Dolmetscherin Helga Rohr über ihre beginnende Demenz, und es kommen führende Alzheimer-Forscher zu Wort. In den Wiener Kammerspielen inszeniert Alexandra Liedke, Erwin Steinhauer spielt den an Alzheimer erkrankten André, der gegen das Vergessen ankämpft.

Das Prinzip Dada – Die Dokumentation zum 100. Geburtstag der prägenden Kunstbewegung

Ob die kürzlich verstorbene Popikone David Bowie, „Monty Python“ Terry Gilliam oder die Politkünstlerinnen der Punk-Band Pussy Riot:
Sie alle wurden von Dada fasziniert, beeinflusst und geprägt. Schon fast das gesamte 20. Jahrhundert hindurch bezogen sich verschiedenste Künstler, Literaten, Theatermacher, Musiker, Designer oder Tänzer auf die Kunstbewegung, die am 5. Februar 1916 in Zürich begründet wurde. Ganze Kunstrichtungen wie Surrealismus oder Performance waren direkte Nachfolger. Dada gab den erneuernden Impuls für die Kunst der Moderne – und doch bleibt der Dadaismus für das breite Publikum ein Rätsel. Die meisten haben davon gehört, doch was Dada tatsächlich ausmacht, können nur wenige sagen. Das ist nicht erstaunlich, denn Dada hat, im Gegensatz zu anderen Kunstbewegungen, keine einheitlichen Merkmale, keinen fassbaren Stil. Zum 100. Geburtstag der Kunstbewegung Dada, auch Dadaismus genannt, stellt die Dokumentation „Das Prinzip Dada“ von Marina Rumjanzewa diese umfassend vor und zeigt, wie Dada die Kunst- und (Pop-)Kultur des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst hat und auch heute noch inspiriert. Der Film geht weiters der Frage nach, was das Erbe von Dada ist, das so oft missverstanden wird.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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