Gemeinsam gegen gesundheitsschädliche Praktik FGM

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Genitalverstümmelung am 6.2. stellt die Stadt Wien einen Informationsfilm in sechs Sprachen online

Wien (OTS) - Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) verursacht bei den betroffenen Mädchen und Frauen schwere körperliche und psychische Schäden, u.a. chronische Entzündungen, Harninkontinenz, Traumatisierung. In Österreich ist FGM strafrechtlich verboten. Es ist auch verboten, in Österreich lebende Mädchen im Ausland beschneiden zu lassen.

Unter dem Titel „Nein zur Genitalbeschneidung“ haben das Wiener Programm für Frauengesundheit, die MA 57 - Frauenbüro und das Frauengesundheitszentrum FEM Süd einen kurzen Film in mehreren Sprachen produziert, der sich an MultiplikatorInnen und Angehörige von Communities aus FGM-betroffenen Ländern wendet. Darin bezieht Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely Stellung für Frauenrechte als Menschenrechte: „Gewalt an Frauen und Mädchen ist durch nichts zu rechtfertigen und wir gehen mit aller Entschiedenheit dagegen vor“, sagt Sonja Wehsely.

Im Film kommen auch islamische und christliche ReligionsvertreterInnen zu Wort, die diese Praktik als nicht mit ihrer Religion vereinbar ablehnen.

Eine Gynäkologin erklärt in dem Film gesundheitliche Folgen für betroffene Frauen. Und zwei Väter afrikanischer Herkunft erklären, dass sie ihre Töchter vor FGM bewahren möchten „Mit diesem Film wollen wir Menschen erreichen, die FGM als Tradition kennen. Wir wollen sie ermutigen, sich in ihrem Umfeld und in ihren Familien gegen die Weiterführung dieser grausamen und gesundheitsschädigenden Praktik stark zu machen“, sagt Stadträtin Sonja Wehsely. „Dafür brauchen wir die Unterstützung der Religionsgemeinschaften und auch der Männer.“

Film in sechs Sprachen informiert über FGM

Den Film „Nein zur Genitalbeschneidung“ produzierte die Journalistin Edith Bachkönig im Auftrag der Stadt Wien, er basiert auf einer Idee der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes Schweiz“. Mittels Voice-Over-Technik wurde er in Arabisch, Englisch, Französisch, Nordsomalisch und Südsomalisch übersetzt. Die Filme sind auf „You Tube“ sowie auf wien.at abrufbar.

Stadt Wien hat dichtes Netz zur Hilfe von Betroffenen

Der Film bildet ein weiteres Glied in der Kette an Aktivitäten, die die Stadt Wien für Prävention von FGM und zur Betreuung und medizinischen Versorgung von FGM-Betroffenen entwickelt hat:
Unter Leitung des Wiener Programms für Frauengesundheit trifft regelmäßig ein ExpertInnen-Gremium zusammen, das alle maßgeblichen Stellen des Magistrats, weiters die Genderbeauftragte der Ärztekammer, VertreterInnen der Geburtshilfe und von NGOs umfasst und über Maßnahmen berät.

Eine zentrale Maßnahme bildet die Gesundheitsberatung für afrikanische Frauen im Frauengesundheitszentrum FEM Süd, die die MA 57 finanziert, und in deren Rahmen muttersprachliche Vorträge für Frauen sowie Workshops für MultiplikatorInnen durchgeführt werden. Schulungen für Kindergärtnerinnen, JugendbetreuerInnen und GeburtshelferInnen ergänzen die Informationsarbeit.

Frauen, die aufgrund einer Beschneidung medizinisch versorgt werden müssen, finden Unterstützung in der Rudolfstiftung, wo 2009 eine Spezialambulanz für vaginale Rekonstruktion eingerichtet worden ist. Diese Ambulanz arbeitet eng mit FEM Süd zusammen.

Die Videos gibt es hier in allen Sprachen zu sehen:
http://bit.ly/FGM_Video

Informationen über FGM finden Sie hier: Informationen über FGM:
http://www.frauengesundheit-wien.at/frauengesundheit/FGM.html

Rückfragen & Kontakt:

MMag.a Natascha Strobl
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Büro Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely
Geschäftsgruppe Gesundheit, Soziales und Generationen
Tel.: +43 1 4000 81243
E-Mail: natascha.strobl@wien.gv.at

Wiener Programm für Frauengesundheit
Alexandra Grasl
Tel.: +43 1 4000 87163

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