SPÖ-Unterrainer fordert Verbot von Glyphosat – laut WHO „wahrscheinlich krebserregend"

Studie weist Anstieg von Pestizid-Rückständen in Urin von KonsumentInnen nach

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Abgeordneter Max Unterrainer übt Kritik am Einsatz von Glyphosat, das Bestandteil von Unkrautvernichtern ist. „Die WHO stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Problematisch ist, dass sich der Umsatz in den letzten zehn Jahren um das 15-fache gesteigert hat“, erläutert Unterrainer. „Die europäische Politik muss hier aktiv werden. Im Sinne des Vorsorgeprinzips gilt es den Verkauf des Mittels zu unterbinden, solange unklar ist, wie gefährlich es ist“, macht Unterrainer deutlich. ****

In Deutschland ist Glyphosat das meistverkaufte Pestizid. Eine Anfang dieses Jahres veröffentlichte Langzeitstudie des Umweltbundesamtes in Deutschland ergab, dass 2015 bei etwa 40 Prozent aller ProbandInnen Rückstände des Pestizides im Urin nachweisbar waren. 2001 waren es nur rund zehn Prozent. Die Vermutung ist, dass der Giftstoff über Nahrungsmittel in den Körper gelangt.

„Wenn sich das Mittel als tatsächlich krebserregend herausstellt, haben wir ein gewaltiges Problem. Solange nicht unabhängige Studien beweisen, dass Glyphosat unbedenklich ist, gehört der Verkauf des Herbizids vollkommen und sofort ausgesetzt“, fordert Unterrainer, der auch Mitglied im Landwirtschaftsausschuss ist.

Der Saatgut- und Herbizid-Konzern Monsanto klagt derzeit gegen Kalifornien, weil der Bundesstaat das Mittel auf die Liste der krebserregenden Stoffe setzen möchte. Erst diese Woche hat das Europäische Parlament gegen die Zulassung von drei gentechnisch veränderten Soja-Sorten gestimmt, wobei hier die kommende Entscheidung der Kommission entscheidend ist.

„Die EU muss die Bedenken der Menschen in Europa in dieser Frage ernst nehmen. An vielen Orten protestieren Menschen gegen die möglichen Gefahren von Glyphosat und gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft.“ So haben in Deutschland etwa 400.000 Menschen gegen den Einsatz von Gentechnik unterschrieben. (Schluss) bj/kg/mp

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