Industrie: Wir brauchen Reformen im Pensionssystem

IV-Vize-GS Koren: Rufe nach neuen Belastungen für die Wirtschaft Themenverfehlung und kontraproduktiv für Standort und Arbeitsplätze

Wien (OTS) - „Es braucht strukturelle Reformschritte im Pensionssystem. Retro-Ideen und wiederholte Rufe nach neuen Belastungen für die Betriebe – von Wertschöpfungsabgabe, Erhöhung der Lohnnebenkosten oder Bonus-Malus-Quotenmodelle – lösen das Pensionsproblem nicht und sind kontraproduktiv für Standort und Arbeitsplätze“, unterstrich der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Peter Koren, anlässlich der aktuellen Pensionsdebatte. „Die Lösung aller Probleme in zusätzlichen Belastungen der Unternehmen zu suchen zeugt für die Reformverweigerung mancher Protagonisten. Es muss das Pensionssystem selber reformiert und erneuert werden und nicht diejenigen belastet werden, die Arbeitsplätze in Österreich schaffen“, forderte Koren.

„Das faktische Pensionsantrittsalter in Österreich ist nach wie vor zu gering. Wir gehen heute früher in Pension als Anfang der 1970er-Jahre, die Lebenserwartung ist erfreulicherweise seit dem aber um mehr als 10 Jahre gestiegen – das geht sich schlicht nicht aus. Die Bundesmittel für die gesetzliche Pensionsversicherung haben sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Hier müssen wir im Pensionssystem selbst gegensteuern“, betonte Koren. „Es braucht einen Nachhaltigkeitsmechanismus im Pensionssystem, der die steigende Lebenserwartung automatisch berücksichtigt – wie etwa von EU-Kommission, OECD und Internationalem Währungsfonds mehrfach gefordert. Und wir brauchen Reformschritte zum gesetzlichen Frauenpensionsalter – hier ist Österreich unter den Schlusslichtern in der EU – sowie bei Invaliditätspensionen zur Verstärkung des Grundsatzes Rehabilitation vor Pension“, so Koren.

„Die Industrie ist sich der Bedeutung der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr bewusst“, unterstrich Koren. Bei den Älteren steigt die Beschäftigung erfreulicherweise mit einem Zuwachs von zuletzt 6,8 Prozent im Vergleich zum allgemeinen Beschäftigungsanstieg besonders stark. Und seit Jahresbeginn, also im Verlauf des vergangenen Monats, haben fast 7.300 Ältere aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung aufgenommen, das sind um 15,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Angesichts der schwierigen Arbeitsmarktlage brauchen wir Strukturreformen und positive Anreize für Standort und Beschäftigung statt Belastungsideen und neue Hemmnisse“, betonte Koren abschließend.

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