Bundesjugendvertretung veröffentlicht explorative Studie "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich"

Zusammenfassung steht nun zum Download zur Verfügung.

Wien (OTS) - Die explorative Studie „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich“ wurde von der Bundesjugendvertretung im Herbst 2015 bei IFES in Auftrag gegeben und wurde gemeinsam konzipiert und durchgeführt. Dabei wurden die soziale Realität sowie die Zukunftserwartungen und Zukunftshoffnungen von jungen Flüchtlingen erhoben.

Die Zusammenfassung der Studie kann ab sofort hier heruntergeladen werden:
https://www.bjv.at/cms/wp-content/uploads/2016/02/pressematerial_fina
l.pdf

Aus den Ergebnissen dieser explorativen Studie können wir einige wichtige Schlussfolgerungen und politische Forderungen ableiten.

Ein großes Problem ist die Strukturlosigkeit und das Nichtstun in den Erstaufnahmezentren und Notquartieren. Junge Menschen sollten möglichst früh aufgefangen werden und flächendeckend in sinnvolle Beschäftigungsstrukturen eingebunden werden. Deutschkurse sollten so früh wie möglich beginnen. Eine Einbindung in Strukturen, wie in Schulen, fördert außerdem den Kontakt zu österreichischen Jugendlichen, was ebenfalls von zentraler Bedeutung für eine rasche Integration ist. Hier ist ebenfalls zu beachten, wie man auch nicht mehr schulpflichtige junge Menschen einbinden und fördern kann. Die Einbindung von jungen Flüchtlingen in die Ausbildungspflicht, welche ab 1. Juli 2016 für alle PflichtschulabsolventInnen in Österreich gilt, wäre in dieser Hinsicht eine erste, wichtige Maßnahme.

Es lässt sich außerdem ableiten, dass eine Erhöhung der Tagsätze für junge Flüchtlinge erheblich zu einer Verbesserung der Unterbringungssituation führen würde. Aus den erhobenen Daten lässt sich ablesen, dass zwischen den Unterbringungsarten in jeglicher Hinsicht sehr große Unterschiede bestehen und Einrichtungen speziell für junge Flüchtlinge in vielen Bereichen wesentlich besser abschneiden.

Auch schnelle und faire Asylverfahren tragen zu einer Verbesserung der Situation bei. Dazu gehört zum Beispiel die häufig angewandte Praxis der Altersfeststellung, die oftmals eine unnötige Verlängerung der Wartezeit und des Aufenthaltes in Erstaufnahmezentren bedeutet.

Unsere zentralen Forderungen lassen sich so zusammenfassen:
• Frühzeitiger und flächendeckender Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und Freizeitaktivitäten
• Verbesserung der Unterbringung und Betreuung junger Flüchtlinge • Anpassung der Tagsätze an das Niveau der Kinder- und Jugendhilfe • Faire Asylverfahren hinsichtlich Dauer, Qualität & Betreuung • Erleichterung von Familienzusammenführungen
• Schaffung von legalen Einreisemöglichkeiten

Rückfragen & Kontakt:

Bundesjugendvertretung
Julia Preinerstorfer
Öffentlichkeitsarbeit
01 214 44 99 -15 // 0676 880 11 1048
julia.preinerstorfer@bjv.at
www.bjv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BJV0001