Innovative Rückenmarkstimulation gegen Rückenschmerzen

15. Österreichische Schmerzwochen: Mehr Elektrodenreihen, bessere Schmerzlinderung beim Failed Back Surgery Syndrome

Wien/Innsbruck (OTS) - „Gegen das so genannte Failed Back Surgery Syndrome (FBSS) samt seinen unangenehmen neuropathischen Ausprägungen könnte sich eine weiterentwickelte Form der Neurostimulation als wirksame Therapie etablieren, bei der nicht mehr linear, sondern mehrreihig angeordnete Elektrodenkonfigurationen zur Rückenmarkstimulation implantiert werden. Das und eine verbesserte Programmierung der implantierten Pulsgeneratoren könnten für eine erhebliche Verbesserung in der Behandlung sorgen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Eisner, Neurochirurg an der Universitätsklinik Innsbruck und Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft, anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen. Das Failed Back Surgery Syndrome bedeutet massive Schmerzen am unteren Rücken, die nach einer Bandscheiben- oder Wirbelsäulenoperation zunehmen statt nachzulassen und noch dazu in die Leistenregion oder in die Beine ausstrahlen.

Zahlreiche Studien haben bereits nachgewiesen, dass die epidurale Rückenmarkstimulation gegen viele Beschwerden im Zusammenhang mit dem komplexen Failed Back Surgery Syndrome wirkt. Doch ausgerechnet die Rückenschmerzen erwiesen sich als hartnäckig und ließen sich auch durch Neurostimulation nicht in den Griff bekommen.

Mit der nächsten Generation der Rückenmarkstimulation könnte dies anders werden: Die großangelegte französische ESTIMET-Studie, die im November 2015 beim Weltneurologenkongress in Chile diskutiert wurde, stellt aktuell die klinische Wirksamkeit und den gesundheitsökonomischen Nutzen der weiterentwickelten Therapie im Vergleich zur herkömmlichen Neurostimulation auf den Prüfstand.

Die wissenschaftliche Fachöffentlichkeit setzt sehr hohe Erwartungen in die Ergebnisse, denn schon zuvor konnte eine französisch-kanadische Studie (Rigoard et al) mit einer kleineren Untersuchung bei 76 Patientinnen und Patienten den Nachweis erbringen, dass Rückenmarkstimulation mit mehrreihigen Pol-Konfigurationen sich dazu eignet, chronische Rückenschmerzen infolge des FBSS zu behandeln: Die mehrreihige Anordnung der Elektroden erwies sich als effektiver als die einreihige. Nach sechs Monaten empfanden drei Viertel (75,4 Prozent) der Patienten, die mit einer mehrreihigen Stimulation behandelt worden waren, zumindest eine 30-prozentige Reduktion ihrer Rückenschmerzen, bei mehr als 42 Prozent konnte der Schmerz sogar um die Hälfte oder mehr minimiert werden.

Um die innovative Form der Rückenmarkstimulation erfolgreich anwenden zu können, sind laut Prof. Eisner ein Reihe von Faktoren entscheidend: Zum einen müssten die geeigneten Patienten nach strengen Kriterien ausgewählt werden, um jene zu identifizieren, die von der Methode profitieren könnten. Es brauche die Technologie der neuesten Generation und eine fortschrittliche Programmierung. Nicht zuletzt seien auch sehr erfahrene Expertinnen und Experten vonnöten. Bei einer dreireihigen Anordnung mit jeweils 16 elektronischen Kontakten gibt es theoretisch in Summe 40 Millionen mögliche Kombinationen. „Entwicklungen wie diese legen einmal mehr den Ausbau von spezialisierten Schmerzzentren nahe“, so Prof. Eisner. „Ohne Investitionen in Forschung, Technik und Ausbildung lassen sich vielversprechende innovativen Methode wie etwa zur Behandlung von FBSS nicht in die Praxis umsetzen, auch wenn dies dringend nötig wäre."

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