Spitalsärzte-Obmann Mayer: „Zugangsregelung zu Ambulanzen dringend notwendig“

Wien (OTS) - Überlastete Spitalsambulanzen werden zum immer dringlicheren Problem im österreichischen Gesundheitssystem. Die Ursache sei vor allem in den völlig ungeregelten Patientenströmen zu suchen, sagt Harald Mayer, Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), am Mittwoch in einer Aussendung. Er fordert die Verantwortlichen auf, „endlich eine Lösung zu finden, bevor das System kollabiert.“

Die Knieschmerzen, unter denen man schon seit zwei Wochen leidet, und die am Wochenende unerträglich werden; das Kleinkind mit Fieber; die Kopfschmerzen, die man am liebsten gleich in der hochspezialisierten Abteilung abklären lässt: Mit all diesen Problemen suchen Patienten oft Spitalsambulanzen auf, ohne vorher den Hausarzt oder einen Facharzt zu konsultieren.

Das österreichische Gesundheitssystem sieht zwar eine abgestufte Versorgung (Hausarzt – Facharzt – Spitalsambulanz) vor, regelt diese aber nicht. Patienten können sich selbst aussuchen, ob sie ihre gesundheitlichen Probleme zuerst vom Hausarzt abklären lassen und sich, wenn notwendig, an die geeignete Stelle überweisen lassen, oder ob sie gleich selbst eine Spezialambulanz aufsuchen. „Dieser ungeregelte Zugang verursacht nicht nur unnötig hohe Kosten für das Gesundheitssystem, sondern führt auch zu der völligen Überlastung, unter der die Spitalsambulanzen täglich fast zusammenbrechen“, sagt Mayer.

Schon seit langem fordert die Ärztekammer deshalb, den Zugang zu den Ambulanzen zu regeln. „Das mag zwar für den einen oder anderen den Eindruck erwecken, man wolle Leistungen kürzen. Diese Reglementierung ist aber in unser aller Interesse: Nur wenn die vom System vorgesehenen Ressourcen im Sinne einer abgestuften Versorgung adäquat genutzt werden, wird es gelingen, mit den vorhanden Ressourcen eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung zu gewährleisten“, so Mayer abschließend. (ssa)

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