„Orientierung“ am 31. Jänner: „Nie wieder unten ...“ – Obdachlose und Ex-Obdachlose als Stadtführer

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 31. Jänner 2016, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Der Furcht trotzen: Muslimisches Indonesien gegen IS-Terror

Mit rund 256 Millionen Einwohnern findet sich Indonesien – nach China, Indien und den USA – auf Platz vier der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde. Und mit mehr als 200 Millionen Musliminnen und Muslimen leben im Vielvölkerstaat Indonesien mehr Anhänger des Islam als in jedem anderen Land der Welt. Zu interreligiösen Spannungen und auch innermuslimischen Auseinandersetzungen ist es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gekommen. Dennoch: Der sunnitische Islam indonesischer Prägung gilt als „moderat“. Und hat mit der weit verbreiteten Bewegung „Nahdlatul Ulama“ (NU) – übersetzt in etwa „Wiedererwachen der Gelehrten“ – einen starken Fürsprecher. Die Organisation wurde vor 90 Jahren gegründet und wollte damit ganz bewusst einen Gegenpol zur saudisch-wahhabitischen Version eines puristisch-traditionalistischen Islam bilden. In jüngster Zeit bemüht sich die NU, die bis zu 50 Millionen Mitglieder zählt, verstärkt um Aufklärung im Kampf gegen die Terrormiliz IS: Der IS-Propaganda, die man als „Pervertierung des Islam“ wahrnimmt, soll – auch in eigenen Präventionszentren – ein deutlich gezeichnetes Bild eines Islam gegenübergestellt werden, der für Liebe, Toleranz und Barmherzigkeit stehen möchte. Davon will man sich auch nicht durch den IS-Terror in der Hauptstadt Jakarta vor wenigen Wochen abhalten lassen. Ein Bericht von Alexander W. Rauscher.

„Religion ist Heimatgefühl“ – Der Alltag einer jungen Imamin

Es ist eine ungewöhnliche Lebensgeschichte, auf die die heute 25-jährige Esma Sacirovic zurückblicken kann: Im Alter von einem Jahr wurde die muslimische Serbin als Kriegsflüchtling von ihren Großeltern nach Deutschland gebracht. Erst drei Jahre später konnten ihre Eltern nachkommen. Aber schon wenig später – Esma war gerade sechs Jahre alt – wurde die Familie zurück nach Serbien abgeschoben. An einem islamischen Gymnasium in Serbien maturierte Esma Sacirovic – da war sie schon junge Mutter – und studierte anschließend Germanistik und Literaturwissenschaften. Im Rahmen einer Studienreise nach Wien im Jahr 2012 lernte sie schließlich ihren heutigen Ehemann, den Musiker und Musiktherapeuten Gernot Galib Stanfel, kennen. In Pressbaum in Niederösterreich ist das muslimische Paar zu Hause, und Esma Sacirovic versucht sich erfolgreich im „Spagat“ als Religionslehrerin, Imamin, Mutter und Flüchtlingshelferin. Ein Bericht von Brigitte Wojta.

Im „Orientierung“-Studiogespräch: Dudu Kücükgöl, Wirtschaftspädagogin und viele Jahre lang in führender Funktion in der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ) tätig.

„Nie wieder unten ...“ – Obdachlose und Ex-Obdachlose als Stadtführer

Sieben Monate lang war Rudi Lehner obdachlos, musste in einem kalten Keller schlafen, war alkoholkrank und wurde straffällig. Diese Zeiten sind vorbei. Heute ist Rudi Lehner als Stadtführer – als „Supertramps-Guide“ – unterwegs, der durch „sein“ Wien führt und dabei von seinem bewegten Leben erzählt. Die Idee, obdachlose und ehemals obdachlose Menschen als Stadtführer zu engagieren, hat ein junges Start-up-Unternehmen verwirklicht. Als Träger des Unternehmens fungiert der gemeinnützige Verein „Supertramps – Verein zur Unterstützung von obdachlosen und ausgegrenzten Menschen“, gegründet im Dezember 2015 von der Katharina Turnauer Privatstiftung. Jede Route hängt dabei von den individuellen Erfahrungen des jeweiligen Guides ab. Denn es gibt unterschiedliche Ursachen für Wohnungslosigkeit, die sich auch in den Touren widerspiegeln:
Scheidung, Jobverlust, psychische Krankheiten, Sucht, Haft, Flucht oder Gewalt in der Familie. Ziel des Projekts ist es, obdachlose und ehemals obdachlose Menschen zurück in die Gesellschaft zu begleiten. Rudi Lehner hat das bereits geschafft: Mit seiner Frau Traude lebt er in einer 40-Quadratmeter-Gemeindewohnung – und ist sich sicher, „nie wieder ganz unten“ zu landen. Ein Bericht von Doris Plank.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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