Mitterlehner: Österreichs Wissenschaft auch bei der Wissensvermittlung im Spitzenfeld

Wissenschaftsbücher des Jahres stehen fest - Heimische Autoren in drei von vier Kategorien siegreich

Wien (OTS/BMWFW) - Die Publikumswahl zum "Wissenschaftsbuch des Jahres" ist beendet, die Gewinnerinnen und Gewinner stehen fest. In drei der vier Kategorien gibt es diesmal einen Österreichbezug. In der Kategorie Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften teilen sich aufgrund von Stimmengleichheit erstmals zwei Sieger den ersten Platz. "Österreichs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind nicht nur fachliche Experten, sondern auch exzellente Autorinnen und Autoren. Mit ihren Büchern vermitteln sie aktuelle Forschungsthemen, leisten einen wertvollen Beitrag zur Wissensvermittlung und stärken den Dialog mit der Gesellschaft. Das große Publikumsinteresse an der Wahl bestätigt diesen Weg", so Wissenschafts- und Forschungsminister Reinhold Mitterlehner. Rund 50.000 Personen haben die Website www.wissenschaftsbuch.at besucht. Die Preisverleihung findet am 22. April 2016 im Rahmen der Langen Nacht der Forschung in Wien statt.

"Das Wissenschaftsbuch des Jahres" ist eine Aktion des Wissenschaftsministeriums, die gemeinsam mit dem Magazin Buchkultur und der österreichischen Buchbranche durchgeführt wird. Die Initiative wurde im Jahr 2007 ins Leben gerufen, um den Stellenwert des wissenschaftlichen Sachbuches deutlich zu machen. Eine Expert/innenjury erstellt im Vorfeld das Angebot an Wissenschaftsbüchern und erstellt die Vorauswahl. Das letzte Wort hat das Publikum, das durch ein Voting-Verfahren die ersten Plätze bestimmt.

Die Gewinner/innen der vier Kategorien im Überblick:

Naturwissenschaft/Technik:
- Karl Sigmund: Sie nannten sich Der Wiener Kreis (Verlag Springer Spektrum)
Karl Sigmund, Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, arbeitet als Mathematikprofessor an der Universität Wien und am International Institute for Applied Systems Analysis in Laxenburg. Für seine Forschungen auf dem Gebiet der Evolutionären Spieltheorie wurde er international ausgezeichnet. Ein weiterer Arbeits-Schwerpunkt ist seine Beschäftigung mit der Geschichte der Mathematik, insbesondere dem Wiener Kreis. Diese spannende Episode radikaler Moderne ist aus dem Geistesleben des 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Was vom Nationalsozialismus zerstört wurde, trug im angelsächsischen Exil reiche Früchte und ist heute so selbstverständlich wie aktuell.

Medizin/Biologie:
- Mancuso, Stefano/Viola, Alessandra: Die Intelligenz der Pflanzen (Antje Kunstmann)
Stefano Mancuso ist Professor an der Universität Florenz und leitet das Laboratorio Internazionale di Neurobiologia Vegetale (LINV). Er ist ein international anerkannter Spezialist zum Thema der Pflanzenneurobiologie und kann auf über 250 wissenschaftliche Publikationen verweisen. Alessandra Viola ist eine italienische Wissenschaftsjournalistin, die für die italienische Rundfunkanstalt RAI Fernsehprogramme entwirft. Was Darwin damals vermutete, scheint sich in den vergangenen Jahrzehnten zu bestätigen: dass auch Pflanzen, trotz ihrer Unbeweglichkeit, über „stupende Fähigkeiten“ verfügen. Stefano Mancuso nimmt ein Wort in den Mund, das im Zusammenhang mit der Pflanzenwelt immer noch umstritten ist:
Intelligenz.

Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften - Ex aequo:
- Jon Mathieu, Die Alpen. Raum – Kultur – Geschichte (Reclam Deutschland)
Jon Mathieu ist Geschichtsprofessor an der Universität Luzern und Forschungsrat im Schweizerischen Nationalfonds. Außerdem war er Gründungsdirektor des Instituto di Storia delle Alpi an der Universitá della Svizzeria italiana. Dieses Buch über die Alpen erzählt die Geschichte der tiefen Verbundenheit zwischen Mensch und Natur in diesem einzigartigen Kulturraum, von der Besiedelung seit "Ötzi", vom Leben, Arbeiten und Denken in den Bergen und Tälern dieser harten und fordernden Natur.

- Wolfgang Fürweger, Verbrannte Kindheit: 1677-1679. Die vergessenen Kinder der Hexenprozesse um den Zauberer Jackl (Ueberreuter)
Dr. Wolfgang Fürweger, in Wels geboren, ist seit 1996 als Zeitungs-und Fernsehredakteur tätig. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, die auch übersetzt wurden. In den Jahren 1677 bis 1679 kam es zu völlig aus den Fugen geratenen Hexenprozessen. Einerseits stilisierte man einen gewissen Jakob Koller zum „Zauberer Jackl“ hoch und macht ihn für allen kriminellen Kleinkram verantwortlich, andererseits baut man ihn als Bandenkopf auf, der ganze Jahrgänge von Jugendlichen verführt haben soll. Fürweger stellt die Dokumentation über ein düsteres Kapitel inneralpiner Pädagogik ganz in den Dienst der Aufklärung.

Junior-Wissen:
- Horaczek, Nina/Wiese, Sebastian: Gegen Vorurteile (Czernin)
Nina Horaczek, Politologin, Buchautorin und Politikredakteurin der Wiener Wochenzeitung „Falter“, u. a. mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Preis (2006) ausgezeichnet. Sebastian Wiese, Rechtsanwalt und promovierter Rechtsanthropologe, Lehrbeauftragter an der FH St. Pölten. Dieses Handbuch liefert objektive Fakten zu Themen wie Ausländerpolitik, Islam, EU und Nationalsozialismus. Viele praktische Beispiele, zahlreiche Statistiken und aktuelle Studien veranschaulichen die Informationen und machen sie leicht verständlich. Leicht verständlich für Kinder und Jugendliche ab 14 Jahren.

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