WKÖ-Gleitsmann: Keine Zahlenspiele auf dem Rücken der Selbständigen!

SP-Berechnung zu Bundeszuschüsse zu Pensionen Gewerbetreibender verzerrt und tendenziös

Wien (OTS) - . „Dass kurz vor dem Pensionsgipfel verzerrte Berechnungen zu den Bundeszuschüssen der Pensionen von Gewerbetreibenden auftauchen, ist wohl kaum ein Zufall, sondern vielmehr ein Ablenkungsmanöver von den wirklichen Baustellen in unserem Pensionssystem“, betont Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der WKÖ, zu den gestern vorgelegten Berechnungen.

Demnach sei der Bundeszuschuss zu den Pensionen der Gewerbetreibenden gleich dreimal so hoch wie bei den ASVG-Pensionisten. „Leider weisen diese Berechnungen an allen Ecken und Enden Verzerrungen auf. Offenbar wurden bewusst ein paar Fakten unter den Tisch fallen gelassen, damit sich diese Relation ausgeht. Bei genauer Betrachtung sieht man: Es sind gerade nicht die Gewerbetreibenden, welche Schieflagen im Pensionssystem erzeugen“, kritisiert Gleitsmann. Selbständige gingen 2014 im Vergleich zu Unselbständigen durchschnittlich um 2,3 Jahre später in Pension.

Bei der gestern vorgelegten Berechnung der Bundesmittel sind die Zahlungen des AMS und des (durch Arbeitgeber-Beiträge finanzierten) FLAF in der Höhe von rund 2,265 Mrd. Euro im Jahr 2016 unter den Tisch gefallen.

Zudem wurde der Aspekt der Wanderversicherungsungsverluste außer Acht gelassen: Für Selbständige ist der Deckungsgrad durch Beiträge vor allem auch deshalb oft schlechter, weil viele Personen zuerst unselbständig erwerbstätig waren, bevor sie in die Selbständigkeit gewechselt sind und danach die SVA die Pension auszahlen muss, während jahre- und jahrzehntelang zuvor Beiträge in die Pensionsversicherung der Unselbständigen geflossen ist. Dieser so genannte Wanderungssicherungsverlust wird durch einen Bericht des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz in der Höhe von 801 Mio. Euro für das Jahr 2008 bestätigt.
Gleitsmann: „Es ist bedauerlich, dass immer wieder zu statistischen Tricks und Zahlenspielerein gegriffen wird, statt die Fakten ehrlich auf den Tisch zu legen. Denn nur so können wir zu einer fundierten Problemanalyse kommen, die uns hilft, das Pensionssystem nachhaltig aufzustellen“. (PWK058/PM)

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