Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus dem Westbalkangebiet tagen in Wien

Sozialen Dialog stärken – Europäische Integration gestalten

Wien (OTS) - Im Jahr 2011 wurde das Sonderprojekt „Westbalkan“ von EZA (Europäisches Zentrum für Arbeitnehmerfragen) ins Leben gerufen um den Sozialen Dialog in diesen Ländern zu fördern und voranzutreiben. Bei diesem Netzwerktreffen liegt der Fokus auf der Evaluierung des Fortschritts des Sozialen Dialogs in den Ländern des Westbalkans. Der GÖD-Vorsitzende Fritz Neugebauer konnte mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen.

„Es ist ein hochaktueller Zeitpunkt und ein hochaktuelles Thema, das von ÖZA als Arbeitsschwerpunkt gewählt wurde. Der Soziale Dialog ist ein Kind der europäischen Einigung und im Vertrag von Lissabon wurde festgehalten, dass das jede europäische Politik der sozialen Dimension Rechnung zu tragen hat. Es ist besonders erfreulich, dass Jean-Claude Juncker einen Schwerpunkt auf den Sozialen Dialog setzt“, so Fritz Neugebauer bei seiner Begrüßung.

Neugebauer erinnert einmal mehr an die historische Verankerung des „runden Tisches“ in Polen. Hier wurde vereinbart, dass man Verhandlungen am runden Tisch und nicht in kriegerischen Auseinandersetzung führe. „Viele Länder haben einen unterschiedlich ausgeprägten Sozialen Dialog und bräuchten diesen „runden Tisch“ um die Sozialpartnerschaft voranzutreiben. Gerade die verschiedenen Krisen haben die Gewerkschaften geschwächt und es ist unsere tägliche Aufgabe als Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern uns diesen Platz am Verhandlungstisch wieder zu erkämpfen.“

Der Vorsitzende des Österreichischen Zentrums für Arbeitnehmerbildung (ÖZA), ÖGB-Vizepräsident und FCG-Bundesvorsitzender Dr. Norbert Schnedl begrüßt insbesondere, dass Kolleginnen und Kollegen aus Albanien, Bulgarien, Deutschland, Italien, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Serbien, Slowenien, Slowakei und Ungarn Wien als Ort der Begegnung für den Erfahrungsaustausch wählten.

Bartho Bronk, Präsident von EZA, unterstrich ebenfalls, dass wir in diesem Jahr vor einer ganz anderen Herausforderung stehen, als noch vor einem Jahr. Der Soziale Dialog stehe vor neuen Herausforderungen und sei die Aufgabe von EZA und seinen Mitgliedsorganisationen mit solchen Vernetzungstreffen, die Gewerkschaften am Westbalkan mit der notwendigen Expertise zu unterstützen.

Der Vorsitzende der serbischen Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (SINDIKAT UPRAVE), Njegos Potežica, berichtete über schwierige Verhandlungen mit der Regierung über ein neues Gehaltsgesetz. Gemeinsam haben alle Gewerkschaften dem serbischen Ministerpräsidenten aufgefordert, hier die Verhandlungen weiter voranzubringen, denn andernfalls müsse man über einen Generalstreik nachdenken. Er bat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um einen Schulterschluss in dieser Frage.

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