Papierindustrie warnt vor negativen Auswirkungen des Heizkraftwerks Klagenfurt Ost

„Ökonomisch und ökologisch sinnloses Biomasse-Kraftwerk ist die schlechteste Lösung für Klagenfurt und Kärnten“ – „Bürger und Industrie werden dafür bezahlen müssen“

Wien (OTS) - „Der Bau des Heizkraftwerks Klagenfurt Ost ist für die gesamte Region die schlechteste Lösung“, warnt Austropapier Präsident Alfred Heinzel, nachdem nun anscheinend ein Finanzierungskonzept für die ökonomisch und ökologisch schlechteste Variante vorliegt. Damit wird auf eine einfache, kostengünstige und ressourcenschonende Fernwärme-Lösung verzichtet. „Die Rohstoffversorgung der regionalen Papierindustrie wird durch den Bau des Biomassekraftwerks extrem gefährdet. Hier werden Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt“, stößt die Vorgangsweise bei Heinzel auf Unverständnis.

Zusätzlich dazu zahlen die Klagenfurter einen höheren Wärmepreis, und auch der Allgemeinheit kommt das Projekt durch den hohen Förderbedarf teuer zu stehen. 6,30 Euro mehr pro MWh müssen die Klagenfurter für die Wärmeversorgung durch das RZ-Heizwerk Ost im Vergleich zur alternativen Wärmeversorgung mit vorhandener, günstiger Abwärme des FunderMax-Werks zahlen. „Durch die Finanzierung meines Freundes Cornelius Grupp, werden die Steuerzahler jetzt doppelt zur Kasse gebeten“, zeigt sich Heinzel verärgert. Und nach 15 Jahren und mit Ende der üppigen Ökostromförderung von mehr als 165 Mio. Euro ist der Betrieb des Werks nicht sichergestellt. Es ist davon auszugehen, dass das Biomassewerk ohne Anschlussförderung unwirtschaftlich ist und stillgelegt werden muss. Das hat ein Vergleich alternativer Versorgungsmöglichkeiten im April 2015 durch Dr. Unterluggauer Management Consulting ergeben. Darüber hinaus hat auch eine Studie des Umweltbundesamtes die Fragwürdigkeit solcher Projekte bewiesen.

„Das reine Verbrennen des wertvollen Rohstoffes Holz ist low-tech! Darauf weisen wir seit Jahren hin. Ich frage mich schon, warum die Stadt trotz der vorhandenen günstigen Alternativen auf die denkbar schlechteste Lösung für alle setzt. Letztendlich werden Bürger und Papierindustrie für die negativen Auswirkungen dieses ökonomisch und ökologisch sinnlosen Biomasse-Kraftwerkes bezahlen – und auch Arbeitsplätze gefährdet“, zeigt sich Heinzel über die Vorgangsweise verwundert. Aber noch gibt Heinzel die Hoffnung auf ein Einlenken der Kärntner Politik nicht auf: „Bis jetzt liegt noch keine endgültige Genehmigung des Projektes vor und aufgrund des erheblich geänderten Projektumfanges müsste es eigentlich zu einer Neuausschreibung kommen.“ Denn im Osten könnten von den 2012 vertraglich vorgesehenen 70 MW ja nur 35 MW an Fernwärme ausgekoppelt werden. Die RZ Gruppe hat also mit der nunmehrigen 6-ten Variante wieder nur eine Halblösung präsentiert, gibt Heinzel zu bedenken. Im Übrigen hat Klagenfurt auch ohne die Abwärmemenge von FunderMax, mit dem auf den neuesten Stand gebrachten Fernheizwerk eine kostengünstigere und umweltfreundlichere Fernwärmelösung - das RZ Konzept bringt hingegen eine deutliche Verschlechterung hinsichtlich Ressourceneinsatz, Feinstaubmenge und Wirtschaftlichkeit.

Studie Unterluggauer:
http://www.austropapier.at/fileadmin/austropapier.at/dateiliste/Dokum
ente/Downloads/Publikationen/Positionspapier_Nachhaltige_Alternativen _Klagenfurt_2015-04.pdf

Studie zur kaskadischen Holznutzung (Umweltbundesamt):
http://www.austropapier.at/fileadmin/austropapier.at/dateiliste/Dokum
ente/Downloads/Publikationen/UBA_Studie_Holznutzung.pdf

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