Ordensspitäler leisten in Wien wichtige Beiträge als Gesundheitsversorger, Arbeitgeber und Ausbildner: PG der Wr. OSP

Leistungsbilanz-Pressegespräch der Wiener Ordensspitäler, Wien, 28.1.2016

Wien (OTS) - Ordensspitäler leisten in Wien wichtige Beiträge als Gesundheitsversorger, Arbeitgeber und Ausbildner – langfristige Planungssicherheit auch nach 2016 erforderlich

„Die Leistungsbilanz 2015 der gemeinnützigen Wiener Ordensspitäler(1) in der stationären, ambulanten und tagesklinischen Gesundheitsversorgung, als Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und Ausbildungsstätten verdeutlicht die Bedeutung der acht Krankenhäuser für Wien und seine Bewohner“, so Prim. Dr. Manfred Greher (Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu Krankenhauses), Sprecher der Plattform der Wiener Ordensspitäler. Mit ihrem Leistungsbilanz-Pressegespräch wollen die Ordensspitäler ihre Tradition fortsetzen, als mit öffentlichen Mitteln unterstützte Krankenhäuser ihre Leistungen jedes Jahr gegenüber der Öffentlichkeit zu dokumentieren. „Wir präsentieren auch die erforderlichen Rahmenbedingungen, die wir uns von der Wiener Politik wünschen, um unsere Leistungen auch in Zukunft auf dem gewohnt hohen Niveau erbringen zu können“, sagt Prim. Greher. In erster Linie wird das eine mittelfristige Finanzierungsvereinbarung über das Jahr 2016 hinaus sein, die uns entsprechende Planungssicherheiten gibt. Die derzeitige vierjährige Vereinbarung hat sich gut bewährt, läuft allerdings zu Jahresende aus.“ Außerdem fordern die Ordensspitäler ein Ende der „eklatanten Unterfinanzierung unserer Ambulanzen.“

Einige Zahlen und Fakten, die das Leistungsvolumen der Ordensspitäler im Jahr 2015 demonstrieren:

Die acht Häuser haben insgesamt 125.730 Patienten stationär betreut. Diese verbrachten insgesamt 537.520 Tage in einem Wiener Ordensspital.
In Wien wird jeder 5. stationäre Patienten in einem Ordensspital behandelt.
Fast 31.000 Patienten wurden tagesklinisch behandelt.

In den Ambulanzen wurden mehr als 280.000 Patienten behandelt.

In einer Reihe von Krankheitsgebieten entsprechen die Leistungsanteile der Ordensspitäler ihrem Anteil an Wiens Spitalsbetten. Z. B. bei Behandlungen der Augen, der Harnwegs- und Geschlechtsorgane, der Haut- und Brusterkrankungen, sowie in der Geburtshilfe. In einigen Indikationen liegen die Leistungsanteile deutlich darüber: etwa bei den Nerven- und Gehirnerkrankungen. Und in einigen Bereichen sind sie besonders hoch: z.B. bei den Behandlungen des Gastro-Intestinal-Traktes, des Stütz- und Bewegungsapparates und in der Palliativversorgung.

Wiens Ordensspitäler bieten aber nicht nur Breitenversorgung in sehr guter Qualität, sondern auch Spitzenmedizin – unabhängig von Versicherungsstatus oder finanzieller Leistungsfähigkeit. Im Folgenden drei Beispiele aus vielen:

Im Herz-Jesu Krankenhaus wird eine innovative OP-Methode beim Kniegelenksersatz österreichweit erstmals angewendet, die das vordere Kreuzband erhält und damit für mehr Stabilität in der Bewegung und für ein besseres Körpergefühl sorgt.

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist ein Pionier in der zerebralen Thrombektomie. Bei diesem schonenden Eingriff wird nach einem Schlaganfall das Blutgerinnsel im Gehirn mit einem dünner Katheter mechanisch herausgezogen.

Im Hartmannspital ist wird für 2016 die Bereitstellung eines Herz CT geplant. Diese junge Untersuchungsmethode des Herzens bietet eine Alternative zu einem invasiven Eingriff.

Die Ordensspitäler schneiden auch bei der Verkürzung der Verweildauer in Spitälern, einem wichtigen Qualitätskriterium, sehr gut ab. Prim. Greher: „Auf Basis eines im Vergleich zu anderen Spitälern bereits sehr guten Levels im Jahr 2011 konnten wir die Verweildauer 2015 noch weiter verkürzen.“

Wiens Ordensspitäler als wichtiger Wirtschaftsfaktor und effizienter Leistungserbringer

Ordensspitäler sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Wir beschäftigten 2015 rund 4.310 Mitarbeiter, etwa 200 mehr als im Jahr davor“, so Mag. Helmut Kern (Gesamtleiter Barmherzige Brüder, Krankenhaus Wien). „Das macht uns zu einem der größten privaten Arbeitgeber Wiens.“

Aufgeschlüsselt nach Professionen waren das 880 Ärzte, 1930 Pflegepersonen, 550 in der Verwaltung Tätige, 310 technische Mitarbeiter, sowie 640 sonstige Mitarbeiter. Wobei hier die Bandbreite von Psychologen, Seelsorgern und Sozialarbeitern über Reinigungs- und Küchenkräfte bis hin zu Kindergärtnerinnen, Famulanten und Lehrlingen reicht.

Gegenwärtig beschäftigen Wiens Ordensspitäler 128 Turnusärzte sowie 117 Fachärzte in Ausbildung. In allen Häusern kann das im Medizinstudium verpflichtend vorgesehene Klinisch-Praktische-Jahr absolviert werden. Davon machen derzeit knapp 70 Studierende Gebrauch. Alle Häuser leisten als Lehrkrankenhäuser Beiträge zur Ausbildung von Studierenden.

Eine hauseigene Pflegeausbildung oder eine, die in Kooperation mit einer entsprechenden Ausbildungsinstitution (Krankenpflegeschule) angeboten wird, haben 2015 rund 475 Personen belegt oder abgeschlossen.

Planungssicherheit, Investitionen, weitere Effizienzsteigerungen

„Unsere Häuser haben einen öffentlichen Versorgungsauftrag und werden folglich mit öffentlichen Mitteln unterstützt“, so Mag. Kern. „Im Gegenzug bieten wir Gesundheitsleistungen für die Wiener Bevölkerung in hoher Qualität und zu einem günstigen Preis.“ Die 2016 auslaufende Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt Wien hat vier Jahre lang gegolten, was die Planung und Gestaltung unserer Leistungsangebote an die Patienten wesentlich erleichtert hat. „Wir haben die Vorgaben der Stadt Wien im Rahmen des Regionalen Strukturplanes Gesundheit (RSG) verlässlich erfüllt. Heuer stehen Verhandlungen mit der Stadt Wien im Mittelpunkt, um unsere Häuser und ihre Leistungen für die Wiener Patienten für die Zukunft abzusichern.“, so Mag. Kern. „Wir Ordensspitäler brauchen wieder eine Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt Wien. Diese sollte wieder einen Zeitraum von vier Jahren umfassen, das ist wirtschaftlich am sinnvollsten.“

Besonders anschaulich wird die Bedeutung einer mehrjährigen Finanzierungsvereinbarung am Beispiel der massiven Bauprojekte, die von den Häusern nach den RSG-Vorgaben umgesetzt werden. 2015 wurden in allen acht Häusern im Zuge von Modernisierungen Bautätigkeiten in einer zum Teil beträchtlichen Dimension vorgenommen. So wird zum Beispiel im Hartmannspital ein Komplettumbau des OP-Bereichs zu einem der modernsten in Wien, zur Vorbereitung der Zusammenlegung mit dem Krankenhaus St. Elisabeth durchgeführt. Gesamtkosten: 19 Millionen Euro. Im Krankenhaus St. Elisabeth wird unter anderem an der größten Palliativstation Österreichs mit 16 Betten gebaut. Im Krankenhaus Göttlicher Heiland erfolgt ein fünfgeschossiger Zubau mit einem Kostenvolumen von etwa 50 Millionen Euro. Und im St. Josef Krankenhaus wird die bauliche Erweiterung des Krankenhauses und der Geburtshilfe rund 70 Millionen Euro kosten. Weitere große Investitionen stehen an, zum Beispiel der Ausbau tagesklinischer Strukturen.

„Bei all unseren Aktivitäten, das bestätigen uns die Berechnungen unabhängiger Forschungsinstitute, gehen die acht Wiener Ordensspitäler kostenbewusst und sehr effizient vor“, so Mag. Kern. „Wir führen konsequent und erfolgreich Effizienzsteigerungen und Kostenreduktions-Programme durch und sind insgesamt sehr schlank strukturiert. Wir ruhen uns aber nicht auf unseren Lorbeeren aus, sondern setzen weitere bedeutende Projekte um.“

Einige Beispiele:

Ab 1. Jänner 2017 gibt es in Wien mit dem Franziskus Spital ein neues Krankenhaus. Es wird sich auf die Erfahrung der zwei traditionsreichen Häuser Krankenhaus St. Elisabeth (3. Bezirk) und Hartmannspital (5. Bezirk) berufen, und als ein Spital an zwei Standorten Gesundheit entfalten.
Das Krankenhaus Göttlicher Heiland (17. Bezirk) wird zu einer Fachklinik für Gefäß- und Herzerkrankungen und Neurologie ausgebaut. Das Herz-Jesu Krankenhaus (3. Bezirk) wird zu einer Orthopädische Fachklinik mit hoher internistischer Expertise in Rheumatologie, Osteologie und Remobilisation.

Das Krankenhaus Barmherzige Schwestern (6. Bezirk) wird zu einer Fachklinik für den Verdauungstrakt und urologischen Bereich, Onkologie und Psychosomatik.

Das Orthopädische Spital Speising (13. Bezirk) wird zu einer Orthopädischen Fachklinik, frühestens Mitte 2017 wird es auch ein unfallchirurgisches Angebot geben.

Das St. Josef-Krankenhaus (13. Bezirk) wird zu einem Eltern-Kind-Zentrum und einer Fachklinik für Onkologie.

Sämtliche Projekte werden spätestens Ende 2018 abgeschlossen sein.

Sr. Brigitte Thalhammer: Was Wiens Ordensspitäler besonders macht

Wiens Ordensspitäler unterscheiden sich durch eine Reihe von Besonderheiten von anderen Krankenhäusern und haben damit ein Alleinstellungsmerkmal. „Eine unserer Besonderheiten ist die für uns typische Kombination von privater Trägerschaft durch die Ordensgemeinschaften mit einem öffentlichen Versorgungsauftrag“, erklärt Sr. Brigitte Thalhammer, Provinzleiterin der Salvatorianerinnen. „Die private Trägerschaft unterscheidet uns von den Spitälern der Gemeinde Wien und der Sozialversicherungen. Von den herkömmlichen Privat- und Belegspitälern wiederum unterscheiden wir uns durch unseren öffentlichen Versorgungsauftrag: Wir sind für alle Patientinnen und Patienten da, nicht nur für jene mit einer privaten Zusatzversicherung. Und wir sind gemeinnützig, also nicht gewinnorientiert.“

Damit bieten Wiens Ordensspitäler Bürgern und Patienten eine Alternative sowohl zu den Häusern des Wiener Krankenanstaltenverbundes oder der Krankenkassen, als auch zu den privaten Belegspitälern. Sr Brigitte Thalhammer: „Die Menschen haben damit die Möglichkeit, sich den Spitalstyp auszusuchen, in dem sie am liebsten behandelt werden möchten.“

Ein weiteres wichtiges Element sei, dass der Unternehmensauftrag der Ordensspitäler christlich-humanistisch begründet ist. „Das bedeutet, dass wir uns in unserem Handeln von hohen ethischen Grundsätzen leiten lassen, und das macht sich in der Atmosphäre unserer Häuser bemerkbar“, sagt Sr. Brigitte Thalhammer. „Daraus erwächst eine sehr persönliche Betreuung und eine gewisse familiäre Atmosphäre, die von kranken Menschen meistens sehr geschätzt wird. Diese Kombination von exzellenter Medizin und einem speziellen Spirit macht Wiens Ordensspitäler unverwechselbar.“

Was Wiens Ordensspitäler von der Politik für eine abgesicherte Zukunft nach 2016 brauchen

Damit die Ordensspitäler auch ab dem Jahr 2017 ihre Leistungen in gewohnt großem Umfang und auf exzellentem Niveau anbieten können, muss uns die Politik geeignete Rahmenbedingungen anbieten:

2016 ist für Wiens Ordensspitäler ein Schlüsseljahr, weil zum Jahresende die vierjährige Finanzierungsvereinbarung zwischen den Ordensspitälern und der Stadt Wien ausläuft. „Wir erwarten auch ab Ende 2016 eine mittelfristige Planungssicherheit in der Form einer vierjährigen Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt“, so Prim. Greher.

„Planungssicherheit muss aber auch Bereiche umfassen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht im Detail planbar sind“, so Greher. Das habe nachdrücklich das Vorjahr gezeigt, mit den geänderten Arbeitszeiten für Spitalsärzte und deren finanziellen Konsequenzen für die Spitäler.

Die eklatante Unterfinanzierung der Ambulanzen der Ordensspitäler müsse ein Ende haben. Manche Häuser haben überhaupt keine Ambulanzverträge, obwohl sie Ambulanzleistungen erbringen. Manche haben Mini-Pauschalen, z. B. 10.000 Euro für mehr als 30.000. Die eklatante Unterfinanzierung der Ambulanzen der Ordensspitäler müsse ein Ende haben. Manche Häuser haben überhaupt keine Ambulanzverträge, obwohl sie Ambulanzleistungen erbringen. Manche haben Mini-Pauschalen, z. B. 10.000 Euro für mehr als 30.000 Ambulanzbesuche pro Jahr. „Hier fordern wir, dass die bundesweit in Vorbereitung befindliche allgemeine Ambulanzfinanzierung endlich eine ausgewogene Kostendeckung bringt“, so Prim. Greher. „Wir sind gerne bereit, ambulante Dienstleistungen weiterhin anzubieten und sogar auszubauen – eine faire Abgeltung vorausgesetzt.“

(1) Krankenhaus der Barmherzigen Brüder (2. Bezirk), Krankenhaus St. Elisabeth (3. Bezirk), Herz-Jesu Krankenhaus (3. Bezirk), Hartmannspital (5. Bezirk), Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien (6. Bezirk), Orthopädisches Spital Speising (13. Bezirk), St. Josef-Krankenhaus (13. Bezirk), Krankenhaus Göttlicher Heiland (17. Bezirk)

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