Natürlich vorsorgen: Bundesforste und Helvetia Versicherung forsten Schutzwald auf

Neues Schutzwaldprojekt zum Schutz vor Naturgefahren – 10.000 Jungbäume verstärken grünen Schutzwall gegen Lawinen

Wien/Purkersdorf (OTS) - Ein neues Schutzwaldprojekt starten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und die Helvetia Versicherung im Frühling 2016 in Tirol. „Seit jeher dient der Wald den BewohnerInnen der steilen Alpentäler als natürlicher Schutzwall vor Naturgefahren wie Lawinen oder Muren und trägt dazu bei, wichtige Infrastruktur vor Schaden zu bewahren“, so Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste. „Unser Ziel ist es daher, die Stabilität der vor allem im Winter oft lebenswichtigen Schutzwälder in der Alpenregion nachhaltig sicherzustellen.“ Insgesamt werden an den steilen Hängen des ÖBf-Forstreviers Hinteres Zillertal (Bezirk Schwaz) rund 10.000 junge Lärchen-, Fichten- und Tannenbäume aufgeforstet. „Die Helvetia Schutzwaldprojekte sind eng mit dem Versicherungsgeschäft verbunden“, zeigt sich Thomas Neusiedler, Vorstand Schaden-Unfall bei Helvetia in Österreich, überzeugt. Denn Elementarschäden bedingt durch Naturgewalten häufen sich. „Das Schutzwald-Engagement passt hervorragend zu unseren Kernkompetenzen im Bereich des Risikomanagements und natürlich der Schadenprävention“, so Neusiedler.

Schutzwald aus Fichten, Lärchen und Tannen

Stürme, Hitze und Trockenheit haben den Schutzwäldern an den steilen Berghängen des Hinteren Zillertals in den vergangenen Jahren zugesetzt. Umfassende Waldpflegemaßnahmen waren notwendig, um die Vielfalt und das Wachstum des Waldes gezielt zu fördern. „Wetterextreme als Folge des Klimawandels, aber auch Wildverbiss bringen die Schutzwälder im Alpenraum immer mehr unter Druck. Wo die Jungbäume nicht von selbst ausreichend nachwachsen können, helfen wir mit gezielten Aufforstungen nach“, so Freidhager. Gepflanzt werden nach der Schneeschmelze im Frühjahr rund 6.000 junge Fichten, 3.000 Lärchen und ca. 1.000 Tannen, deren frische Triebe durch Verbiss von Hirsch, Reh und Gams besonders betroffen sind. Die dicht wachsenden Fichten fangen in ihren Kronen große Mengen an Schnee auf. Lärchen gelten mit ihren starken Wurzelsystemen als äußerst sturmfest und steinschlagresistent. Aufgrund der exponierten Lage tragen Forstfacharbeiter der Bundesforste die Jungpflanzen in Tragekörben zu Fuß zu den einzelnen Pflanzorten, wo sie sorgsam von Hand gesetzt werden.

Nachhaltiges Engagement zum Schutz von Generationen

Das gemeinsame Schutzwaldengagement von Bundesforsten und Helvetia startete bereits 2013. Nach Aufforstungen bei Strobl am Wolfgangsee im Salzkammergut und am Großsonnberg in Salzburg folgt nun das dritte große Schutzwaldprojekt in Tirol. „Der natürliche Schutz durch den Lebensraum Wald soll Bevölkerung, Gebäude oder Infrastruktur nachhaltig und langfristig vor Schäden durch Elementarereignisse bewahren, die letztlich aus Versicherungsleistungen gedeckt werden müssten“, so Neusiedler. Forstexperte Freidhager erklärt ergänzend:
„Hat ein Baum nach rund 20 bis 30 Jahren seine volle Schutzwirkung erreicht, kann diese über Generationen – für rund 200 Jahre – anhalten.“

Hoher Schutzwaldanteil

Knapp 20 % der österreichischen Waldfläche sind Schutzwälder. Überdurchschnittlich hoch ist der Schutzwaldanteil mit rund 30 %, das entspricht rund 155.000 Hektar, auf Bundesforste-Gebiet. „Durch teils sehr schwer zugängliche Lagen im Gebirge ist die laufende Pflege der Schutzwälder aufwändig. Dennoch gilt der natürliche Schutz durch den Wald noch immer als die effizienteste Vorbeugung vor Lawinen, Erdrutschen, Muren oder Steinschlag“, so Freidhager abschließend. Die Kosten für die Sanierung eines Schutzwaldes betragen das rund 10fache gegenüber der einfachen Pflege, die Kosten für eine technische Verbauung betragen hingegen ein 100faches gegenüber einem intakten Schutzwald.

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