Präsentation des EBRD Transition Report 2015-16: Rebalancing Finance

Wien (OTS) - Ralph de Haas, Director of Research der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), präsentierte am 28. Jänner 2016 im Rahmen einer Veranstaltung bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien den EBRD Transition Report 2015-16 – Rebalancing Finance.

Die Volkswirtschaften, in denen die EBRD aktiv ist, sehen sich derzeit mit der Herausforderung konfrontiert, Ungleichgewichte im Finanzsektor abzubauen und diesen insgesamt zu stärken, um Wachstum und Innovationen anzukurbeln, erläuterte Ralph de Haas.
In vielen dieser Länder stagniert die Investitionstätigkeit. Besonders groß ist die Investitionslücke nach Angaben der EBRD in den EU-Mitgliedstaaten Zentral-, Ost-, und Südosteuropas (CESEE), die vor Ausbruch der Finanzkrise 2008–09 die höchsten Zuflüsse an ausländischem Kapital verzeichnet hatten.

Die EBRD fordert daher eine allmähliche und nachhaltige Neuausrichtung des Finanzsystems, um die Voraussetzungen für ein stabiles langfristiges Wachstum zu schaffen, und empfiehlt den betroffenen Ländern unter anderem:

•die Verlagerung weg von Fremdwährungsfinanzierungen hin zu Finanzierungen in lokaler Währung,

•eine Diversifizierung der Investitionszuflüsse, d. h. Investitionen aus Westeuropa sollten mit Zuflüssen aus anderen Regionen – etwa aus Asien und Lateinamerika – ergänzt werden,

•angesichts der hohen Verschuldung in der gesamten Region mehr Gewicht auf Eigenkapitalfinanzierungen zu legen und

•vermehrt auf Private Equity zu setzen, eine in der Region bis dato selten genutzte Investitionsform.

Vor der globalen Finanzkrise war in den Transformationsländern ein durch massive ausländische Kapitalzuflüsse getriebener, nicht aufrecht zu erhaltender Kreditboom zu beobachten. Die Krise wirkt in der Region immer noch nach: Viele Länder kämpfen mit einem hohen Volumen notleidender Kredite; der Entschuldungsprozess ist noch nicht abgeschlossen, und weder bei den grenzüberschreitenden Kapitalströmen noch bei den ausländischen Direktinvestitionen ist (bis dato) eine Erholung zu verzeichnen. Das Kreditwachstum ist nach wie vor schwach, und vor allem KMU leiden unter einem erschwerten Finanzierungszugang.

Weitere Informationen finden Sie im EBRD Transition Report 2015-16

Rückfragen & Kontakt:

Oesterreichische Nationalbank
Dr. Christian Gutlederer
Pressesprecher
(+43-1) 404 20-6900
christian.gutlederer@oenb.at
www.oenb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ONB0001