„Vom Wert des Lebens“ – eine ethische Reflexion Hetzendorfer ModeschülerInnen

Von der Euthanasie bis zur aktuellen Flüchtlingsproblematik

Wien (OTS) - SchülerInnen des dritten und vierten Jahrgangs der Modeschule Hetzendorf setzten sich im Rahmen des Ethik-Unterrichts mit der Frage nach dem „Wert des Lebens“ auseinander und entwickelten ein vielschichtiges multimediales Projekt. Ausgangspunkt der Diskussionen waren die medizinischen NS-Verbrechen, insbesondere „Am Spiegelgrund“ und in der Tötungsanstalt Hartheim. Aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise weitete sich das Projekt auf heutige Fragen zu Rassismus, Hetze und Ausgrenzung auf der einen und Solidarität, Empathie und Integration auf der anderen Seite aus. Über drei Monate arbeiteten die SchülerInnen intensiv zu diesen Themen und reflektierten dabei ihre eigenen Wertehaltungen und Erlebnisse.
Die persönlichen und berührenden Ergebnisse des Projekts präsentierten die SchülerInnen nun im Festsaal der Modeschule Hetzendorf.

Monika Kycelt, Direktorin der Schule, erörterte in ihrer Begrüßung stolz: „Das aktuelle Ethikprojekt stellt einmal mehr unter Beweis, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich auch mit gesellschaftspolitisch aktuellen und höchst relevanten Themen auseinandersetzen und ein hohes soziales Engagement zeigen.“

Einleitende Worte folgten von Landesschulinspektorin Alexandra Metz-Valny, die auf die Wichtigkeit verwies, die Augen vor Menschen in Notsituationen nicht zu verschließen und wann immer möglich gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ergänzend erörterte Metz-Valny: „Wir haben in den humanberuflichen Schulen Wiens derzeit 45 junge Menschen aufgenommen, die ihre Heimat verlassen mussten.“

Ein multimedialer Appell für Wertschätzung und Solidarität

Die SchülerInnen setzten sich, begleitet von Ethik-Lehrerin Claudia Weinzierl, in Kleingruppen mit verschiedenen Teilaspekten zur Frage nach dem „Wert des Lebens“ auseinander. Dabei wählten sie kreative Umsetzungs- und Präsentationsformen. Eine SchülerInnengruppe entwarf, basierend auf vorliegenden Gerichtsakten, fiktive innere Monologe von PflegerInnen am Spiegelgrund. Präsentiert wurden diese Monologe als performatives Hörspiel, das gegen Ende zur aktuellen Schlepper-Problematik überleitete. Der Besuch des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes bewegte eine andere Gruppe dazu, Wahlwerbeplakate von damals und heute gegenüberzustellen. Ein weiteres Team führte mit allen im Parlament vertretenen Parteien Interviews zu Rassismus, Ausgrenzung und Integration. Eine Schülerin trug ihre Tagebucheintragung über einen Morgen vor, an dem sie auf dem Schulweg am Bahnhof einer ersten „Flüchtlingswelle“ begegnete. Eine Gruppe portraitierte Flüchtlinge und PassantInnen mit der Frage nach den wichtigsten Werten ihres Lebens. SchülerInnen spielten eine fiktive Auseinandersetzung zwischen In- und AusländerInnen. Eine Reportage zeigte die Flüchtlingshilfe des Vereins „train of hope“. Der Kurzfilm "Auf dem Weg" mit gezeichneten Fluchtwegen berührte mit einem Einblick in die psychische Situation der Flüchtlinge. Ein ironisches Portrait über ignorantes Verhalten beinhaltete ein weiteres Video. Der Frage „Was ist Heimat?“ ging ein kreativer Kunstfilm, gestaltet als interaktive Mindmap, nach.

Im Anschluss an die Präsentation konnten die Gäste mit den Schülerinnen und Schülern Gedanken und Erfahrungen zu den bearbeiteten Themen austauschen.

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(Schluss) MZ

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