Hochfrequenzstimulation reduziert Bein- und Rückenschmerz

15. Österreichische Schmerzwochen: Weniger Schmerzmittel, hohe Patientenzufriedenheit

Wien (OTS) - Gute Nachrichten für Patientinnen und Patienten mit chronischen Rücken- und Beinschmerzen: Eine neuartige Therapie kann künftig erheblich zur Verbesserung ihres Zustandes beitragen. Wie eine amerikanische Studie bestätigt, erweist sich ein Rückenmarkstimulationsverfahren mit einer Frequenz von 10.000 Hertz wesentlich wirksamer als die bislang verwendeten epiduralen Stimulationsverfahren (Spinal Cord Stimulation, SCS), bei denen nur mit einer Frequenz zwischen 30 und 100 Hertz gearbeitet wurde.

„Was die Schmerzreduktion und die Verringerung des Schmerzmittelbedarfs betrifft, erwies sich das Hochfrequenzverfahren der bisherigen Behandlungsmethode als deutlich überlegen. Auch gibt es dabei die als unangenehm empfundenen Parästhesien (Anm.: Kribbeln, „Ameisenlaufen“) nicht“, so o. Univ.-Prof. DDr. Hans-Georg Kress (AKH/MedUni Wien), Past President der Europäischen Schmerzföderation EFIC und Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen.

Deutlich weniger Bein- und Rückenschmerzen, keine negativen Nebenwirkungen

In die Studie wurden 198 Patientinnen und Patienten aus zehn Schmerzzentren einbezogen, die unter Bein- und Rückenschmerzen litten und mit SCS behandelt wurden: die Hälfte von ihnen mit dem herkömmlichen Verfahren, die andere Hälfte mit Hochfrequenzstimulation. Nach drei Monaten Behandlung sprachen 85 Prozent der Studienteilnehmer mit Rückenschmerzen und 83 Prozent der Patienten mit überwiegend Beinschmerzen sehr gut auf die Hochfrequenzstimulation an. Ihre Schmerzen konnten um die Hälfte oder mehr reduziert werden, neurologischen Defizite durch die Stimulation blieben aus. Bei der herkömmlichen SCS-Behandlung hingegen zeigte sich diese positive Wirkung nur bei 44 Prozent der Rückenschmerz- und bei 56 Prozent der Beinschmerzpatienten.

Die deutlich besseren Ergebnisse der Hochfrequenztherapie gegenüber der herkömmlichen SCS hielten über zwölf Monate an. Patienten, die mit der neuen Methode behandelt wurden, klagten zudem nicht über Parästhesie als Nebenwirkung, während die Stimulation für knapp die Hälfte der Vergleichsgruppe (47 Prozent) mit diesen Unannehmlichkeiten verbunden war.

Auch was den Schmerzmittelbedarf betrifft, schnitt die Hochfrequenztherapie besser ab: 36 Prozent der Behandelten konnten ihren Bedarf an Opioid-Schmerzmittel verringern oder ganz beenden, bei der herkömmlichen SCS waren es 26 Prozent. Bei Morphin sank der durchschnittliche Bedarf innerhalb von zwölf Monaten bei der Hochfrequenzstimulation um fast ein Fünftel (19 Prozent), bei der herkömmlichen SCS um nur ein Prozent.

„Die neue Hochfrequenz-Stimulation wird künftig eine gute Alternative zur medikamentösen und selbst multimodalen Schmerztherapie bei chronischen Bein- und Rückenschmerzen sein“, resümiert Prof. Kress.

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