Generationenübergreifender Appell zu Pensionen: „Es ist Zeit zu handeln für einen Generationenvertrag NEU“

Wien (OTS) - Das österreichische Pensionssystem zählt nicht nur zu den teuersten sondern auch zu den am wenigsten nachhaltigen Modellen Europas. Zahlreiche Studien, Experten und Rankings bescheinigen dem heimischen Modell den Kollaps, wenn nicht rasch die richtigen Schritte ergriffen werden. Die nächste Chance dafür kommt am 29. Februar, wenn die Regierung nötige Maßnahmen bekanntgeben soll. In diesem Zusammenhang melden sich generationsübergreifend prominente Österreicherinnen und Österreicher zu Wort: „Es ist Zeit für einen neuen Generationenvertrag! Das sind wir unseren Kindern schuldig!“

Eine kürzlich vom Institut für Wirtschaftsforschung Eco Austria präsentierte neue Datenanalyse rund um das österreichische Pensionssystem - erstmals wurden die Daten der gesetzlichen Pensionsversicherung mit jenen der öffentlichen Rechtsträger miteinander kombiniert – zeigte schonungslos die besorgniserregende Entwicklung auf: die Deckungslücke bei den Pensionen betrug laut neuer Studie von Dr. Ulrich Schuh 2014 bereits 21,409 Milliarden Euro, also um 834 Millionen mehr als im Jahr 2013. Weitere Studien wie der „Melbourne Mercer Global Pension Index 2015“ und zahlreiche Experten wie zum Beispiel die Agenda Austria decken immer wieder den besorgniserregenden Zustand in Österreich auf.

„Das Problem ist, dass die Pensionsdebatte in Österreich immer nur in Teilbereichen diskutiert wird. Seit Jahrzehnten wurden keine nachhaltigen Reformen geschaffen. Für den 29. Februar hat sich die Regierung vorgenommen darüber zu entscheiden, ob Maßnahmen zur Sicherung des Pensionssystems ergriffen werden müssen oder nicht. Wir warnen davor, dieses Datum wieder untätig verstreichen zu lassen. Deshalb wenden wir uns heute generationsübergreifend an die Bundesregierung: Wir brauchen einen neuen Generationenvertrag! Es ist höchste Zeit für echte Reformen. Jedes Beschönigen und Verschieben ist unverantwortlich den nächsten Generationen gegenüber. Wir müssen endlich handeln!“ betonen Persönlichkeiten wie Dkfm. Claus Raidl, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Dr. Therese Niss von der Jungen Industrie, Mag. Walter Hatzenbichler von den NEOS und ÖVP-Nationalratsabgeordneter Asdin El Habbassi bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Konkret zeigt das prominente Podium sechs essentielle Stellschrauben auf:

1. Anhebung des gesetzlichen und des faktischen Pensionsantrittsalter für Männer und Frauen
2. Koppelung des Pensionsantrittsalters an die Lebenserwartung
3. Vereinheitlichung der Pensionssysteme (ASVG, Beamte, ÖBB, etc.) in max. 15 Jahren für alle Pensionisten bis 2030 statt bis 2040
4. Halbierung der Deckungslücke von 21,4 Mrd. in längstens 10 Jahren. 5. Stärkung der zweiten und dritten Säule zur besseren Verteilung der Pensionslast
6. Aufgabe der Seniorität/Anciennität als Gestaltungsprinzip der Abgeltung für Arbeit

Die Proponentinnen und Proponenten zeigten sich überzeugt, dass an all diesen Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden muss, um individuelle Unzumutbarkeiten im Zaum zu halten und das Pensionssystem nachhaltig zu sichern. Das Ausmaß der jeweiligen Änderungen müsste „mutig und deutlich sein.“ Die Zeit der kosmetischen Änderungen muss vorbei sein.

„Die konkreten Bandbreiten der notwendigen Anpassungen – etwa beim Pensionsalter, der Koppelung des Pensionsalters an die Lebenserwartung etc. - liegen alle am Tisch. Es ist Sache der politischen Entscheidungsträger die genauen Kennziffern festzulegen. Das Ziel muss klar sein: Es ist jetzt Zeit zu handeln! Wir müssen jetzt einen „Generationenvertrag NEU“ definieren, damit auch unsere Kinder noch in dieses Pensionssystem vertrauen können. Wenn wir diese Chance wieder vergeben, dann läuft das heimische Pensionssystem Gefahr zu einer nicht mehr finanzierbaren Belastung zu werden – eine Belastung, die kommende Generationen nicht mehr stemmen könnten und damit der Generationenvertrag in Frage gestellt würde. Daher braucht es diesen neuen Generationenvertrag, der auch den nachfolgenden Generationen die Aussicht auf eine Pension ermöglicht.“

Diese Positionen unterstützen neben vielen anderen Österreicherinnen und Österreichern:

Präsident Dkfm. Dr. Claus Raidl, Präsident Oesterreichische Nationalbank
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Universität Wien
Dr. Therese Niss, Vorstand Junge Industrie
Mag. Walter Hatzenbichler, NEOS Wien
Asdin El Habbassi, BA, Nationalratsabgeordneter & Jugendsprecher ÖVP Propst Mag. Maximilian Fürnsinn, Stift Herzogenburg
Dr. Ulrich Schuh, wissenschaftlicher Vorstand ECO Austria
Univ. Prof. Dr. Bernhard Felderer, Präsident des Österreichischen Fiskalrates
Mag. Theresia Leitinger, Generalsekretärin der ÖVP Frauen, derzeit in Mutterschutz
DI Paul Gessl, Konzerngeschäftsführer Niederösterreich Kultur Wirtschaft (NÖKU)
DI Georg Feith, Geschäftsführer Glanzstoff Industries
Mag. Christoph Seel, MSc, Präsident des Österreichischen Cartellverbandes
Julian Staltner, Kartellsenior des Mittelschüler Kartellverbandes Stefan Schnöll, Generalsekretär Junge ÖVP
Andreas Jilly, Bundesobmann Aktionsgemeinschaft
Franz Dunst, Vorstand Bundes Jugend Vertretung, Vorstand Landjugend Philipp Kappler, Bundesobmann Schülerunion

Rückfragen & Kontakt:

ARGE Generationenvertrag NEU
Florian Gross, B.A., M.A.
florian.gross@edu.fh-wien.ac.at
M: 0676/87429176

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