Kinder- und Jugendbuchpreise 2015 verliehen

Im Wappensaal des Rathauses wurden heimische AutorInnen und IllustratorInnen für ihre besonderen Kinder- und Jugendbücher von der Stadt Wien ausgezeichnet.

Wien (OTS/RK) - Die Wiener Literaturreferentin der Kulturabteilung (MA 7), Julia Danielczyk überreichte heute, Mittwoch, im Namen des Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny, die Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien für 2015. Sie wies auf die große Bedeutung der Lesekompetenz gerade für ein heranwachsendes Publikum hin. „Längst stellen die Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien ein Gütesiegel dar, ein Markenzeichen für Kreativität und Qualität. Bücher wie die Ihren tragen wesentlich dazu bei, dass Lesen als Bereicherung und Vergnügen empfunden wird“, sagt Danielczyk bei der Preisverleihung im Wappensaal des Wiener Rathauses, an der auch der neue Wiener Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky teilnahm.

Mit den Preisen wolle die Stadt seit 1954 wichtige Impulse zur Förderung der Literaturszene geben und ein guter Arbeits-, Lebens-und Produktionsort für SchriftstellerInnen und IllustratorInnen sein. Diesmal konnte die Jury aus insgesamt 40 Einreichungen von 14 Verlagen schöpfen. Jurymitglied Silke Rabus stellte in ihren Laudationes die fünf ausgewählten Werke vor.

Wenn Katze und Zaun philosophieren

„Es war einmal ein Morgen, in den die halbe Welt hineinpasste“, ist der erste Satz aus dem Kinderbuch „Das Gänseblümchen, die Katze und der Zaun“. Autor Thomas Rosenlöcher lässt die Katze mit dem stummen Zaun über den Sinn des Lebens philosophieren und gibt Hoffnung, denn vielleicht kommt einmal ein Morgen, in den die ganze Welt hineinpasst – samt Gänseblümchen. Verena Hochleitner kommt mit wenigen Farben für die Illustrationen in Collagetechnik aus. In der Dankesrede im Namen aller PreisträgerInnen betonte Hochleitner: „die öffentliche Wahrnehmung ist für uns sehr wichtig, wir wollen dass unsere Bücher gelesen werden, auch wenn sie als schwierig gelten, weil sie nicht nur die heile Welt zeigen. Mit den Preisen der Stadt Wien erhalten wir die Wertschätzung und Anerkennung unserer Arbeit“.

Kindliche Logik, emotionale Tiefe und die Alltagssorgen einer Erstklässlerin sind Themen der „Geschichten von Jana“ von Sara Michaela Orlovský. Die Autorin liefert Sprachexperimente zu Hans im Glück gleich mit: Hans, Glück, Reise, Gold, Heimweg, Tausch, Schwein, Stein, ohoh, Brunnen, plumps, Hans arm und glücklich. Die Autorin erweist sich als Meisterin der österreichischen Wörter und übersetzt zum Beispiel Krawutzi Kaputzi ins Deutsche.

Zweisprachig wie Möhren und Karotten ist auch das reich bebilderte Sachbuch „Aus 1 mach viel! Vom Samenkorn zum Festtagsschmaus“. Geschrieben haben es die pensionierte Drogistin Christa Schmoiger und Renate Habinger. „Sie erzählen in ihrer verspielten Abenteuerreise die Entstehung unseres Essens vom Samen zum Ernten und flechten Bastelanleitungen, Rezepte und Pflanzentipps ein“, macht Silke Rabus Appetit auf Lesen und Schmausen.

Illustrations- und Anerkennungspreis

Helga Bansch erhielt den Illustrationspreis für Collagen aus Zeitungsschnipsel, Landkarten und Zetteln mit denen sie „Die Raben Rosa“ darstellt. „Hier wird Anderssein noch einmal neu erzählt:
Zwischen vier Rabenkindern schlüpft auch ein Menschenkind aus dem Ei. Und erst nach und nach weiß Rosa zu schätzen, dass auch ihre Flügel für etwas gut sind, zum Beispiel zum Nase bohren“, weiß Rabus.

Abschließend erhielt die Theaterautorin Lilly Axster für „Atalanta Läufer_in“ den Würdigungs- und Anerkennungspreis. Es ist die Geschichte einer Frau, die schon als Kind ihr Geschlecht in Frage stellt und als Lan Gold den 100-Meter-Lauf gewinnt. Doch damit beginnt erst die abenteuerliche Flucht.

Bis 31. Mai können sich VerlegerInnen oder AutorInnen für die Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien für 2016 bei der Kulturabteilung (MA 7), Literaturreferat bewerben.

Pressebilder sind demnächst abrufbar, unter:
http://www.wien.gv.at/pressebilder

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