„matinee“ am 31. Jänner: „Mit Volldampf an die k. & k. Riviera“ und „Die Geheimnisse der Lagune“

Außerdem: „Die Kulturwoche“

Wien (OTS) - Passend zum Karneval-Start in Venedig am kommenden Wochenende zeigt die „matinee“ am Sonntag, dem 31. Jänner 2016 in ORF 2 die Serenissima aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel und verrät in einer Dokumentation von Christian Riehs und Wolfgang Petschl die ebenso spannenden wie auch amüsanten „Geheimnisse der Lagune“ (9.55 Uhr). Davor führt Gernot Stadler „Mit Volldampf an die k. & k. Riviera“ (9.05 Uhr) zu den mondänen Seebädern der Donaumonarchie am kroatischen Kvarner. Den Abschluss des von Martin Traxl präsentierten ORF-Kulturvormittags bildet „Die Kulturwoche“ (10.40 Uhr) mit Berichten und Tipps zu aktuellen kulturellen Ereignissen.

„Mit Volldampf an die k. & k. Riviera“

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts reisten Adel und wohlhabendes Bürgertum an die österreichische Riviera, um ihr Feriendomizil in den mondänen Seebädern der Donaumonarchie aufzuschlagen. In luxuriösen Eisenbahncoupés strömte das noble Reisepublikum ans Meer und gab sich in idyllisch gelegenen Seebädern seinen gesellschaftlichen Vergnügungen hin.
Der Quarnero, kroatisch Kvarner, galt als Synonym für den Begriff „österreichische Riviera“ – besonders Abbazia/Opatija bürgte für Exklusivität und Eleganz. Modern ausgestattete Kuranstalten, geschmackvolle Villen und ein distinguiertes Gesellschaftsleben lockten zahlungskräftiges Publikum an. Das einzigartige Flair bezauberte Aristokraten ebenso wie Unternehmer und Künstler.
In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg hatte jeder Wiener Bahnhof seine Sonderstellung, sein eigenes Gepräge und sein spezielles Reisepublikum. In der Hochblüte des Eisenbahnzeitalters gab es auch unter den Bahnhöfen nicht zu übersehende Klassenunterschiede ebenso wie in den Zügen selbst.
Der Südbahnhof faszinierte, weil er hoffnungsvoller Start- und glanzvoller Endpunkt jener Züge war, die die Haupt- und Residenzstadt Wien mit den Adriahäfen Triest und Fiume/Rijeka sowie den Badeorten an der österreichischen Riviera verbanden. Wer es sich halbwegs richten und leisten konnte, fuhr einmal im Jahr an die Adria.
Mit dem fortschreitenden Bahnbau erlebte besonders Abbazia einen beispiellosen Bau- und Tourismusboom und mutierte in Windeseile zu einem der attraktivsten Seebäder Europas. Die „Crème de la Crème“ traf sich im heilklimatischen Kurort Abbazia offiziell zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit, inoffiziell zum Amüsement bei Musik, Tanz, Theater.

„Die Geheimnisse der Lagune“ (9.55 Uhr)

Selbst routinierten Venedig-Besucherinnen und -Besuchern bietet die Lagunenstadt immer noch zahlreiche versteckte Seiten, die es zu entdecken lohnt. Die historische Bedeutung mancher Orte ist in keinem Reiseführer zu lesen. Innovationen, die seit dem Mittelalter von Venedig aus die Welt eroberten, nimmt man heute als gegeben hin. Ihr Ursprung ist meist jedoch unbekannt.
Im 15. Jahrhundert erreichte die Republik von San Marco die Höhe ihrer Macht und ihres Reichtums. Venedig verfügte über die höchsten Staatseinkünfte der Welt. In den Magazinen am Rialto stapelte sich das Handelsgut. Annähernd 200.000 Menschen wohnten damals in Venedig, der größten Stadt Italiens und der viertgrößten in Europa.
Der Transport von Kapital in Form von Edelmetall stellte im Seehandel lange Zeit ein Gewichts- und Sicherheitsproblem dar. Bis sich der Wechsel – die Urform von Papiergeld – schließlich als Zahlungsmittel durchgesetzt hat.
Das Arsenal von Venedig war die erste Fabrik der Welt. Erstmals urkundlich erwähnt um das Jahr 1200, wahrscheinlich aber 100 Jahre älter, stellte das Arsenal bereits im Mittelalter einen Vorläufer der modernen Massenproduktion dar: Auf eigens konstruierten „Montagestraßen“ wurden bis zu 50 Galeeren pro Monat gebaut und vom Stapel gelassen.
Das Sozialsystem war höher entwickelt als im übrigen Europa. Spezielle Versicherungen und Vereinigungen boten den mittelalterlichen Arbeitern und deren Familien ein enges soziales Netz, wie es sich im Rest der Welt erst im Lauf des 20. Jahrhunderts durchzusetzen begann. Witwenpension und Krankenversorgung waren hier schon im Spätmittelalter Standard!
Das Venedig des 18. Jahrhunderts war die Welthauptstadt der lockeren Sitten, berauscht von Luxus und Ausschweifungen, Maskenbällen, Festen, Musik – und Glücksspiel. Das heutige „Casino“ hat nicht zufällig seinen Ursprung in Venedig. „Casini“ nannte man die Appartements, die Patrizier in der Nähe des Markusplatzes mieteten. Bald wurde das Casino zu einem Ort, an dem man allerlei geselligen, auch amourösen Vergnügungen nachging – vor allem zur Zeit des Karnevals. Diese offiziell genehmigte Phase der Ausschweifung dauerte ein halbes Jahr, vom Oktober bis zur Fastenzeit. Während dieser heißen Phase war hinter der Maske alles erlaubt. Und so mancher soll seine Maske während dieser sechs Monate höchstens zum Schlafen abgelegt haben.

Die Sendungen der „matinee“, für die Lizenzrechte vorliegen, sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream angeboten.

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