21er Haus: Mit ABSTRACT LOOP AUSTRIA und SUBWAY 813 Op-Art im Fokus

Die Gruppenausstellung mit Arbeiten von Marc Adrian, Richard Kriesche, Helga Philipp und Gerwald Rockenschaub wird durch eine Schau zu Edgar Knoop ergänzt.

Wien (OTS) - Das 21er Haus widmet mit Abstract Loop Austria von 28. Jänner bis 29. Mai 2016 die erste Ausstellung des Jahres den konstruktiven und konkreten künstlerischen Tendenzen der Nachkriegszeit in Österreich, die in der Rezeption oft übergangen wurden. Präsentiert wird eine konzentrierte Gruppenausstellung, in deren Mittelpunkt vier österreichische Positionen stehen: Marc Adrian, Richard Kriesche, Helga Philipp und Gerwald Rockenschaub. Ergänzt und in einen internationalen Kontext gestellt wird die Schau durch einzelne Arbeiten von Josef Albers, Marina Apollonio, François Morellet, Uli Pohl u.a.m.
Zeitgleich eröffnet anlässlich der Schenkung des Künstlers Edgar Knoop dessen Einzelausstellung subway 813, die vom 28. Jänner bis 28. März 2016 ebenfalls im 21er Haus zu sehen ist. Im Mittelpunkt stehen Knoops „kinetische Lichtobjekte“, gezeigt werden Werke von den 1970er-Jahren bis heute.

Innerhalb der Rezeption österreichischer Kunst des 20. Jahrhunderts führt die konstruktive, konkrete Kunst der Nachkriegszeit – eine wichtige internationale Tendenz – „ein erbärmliches Schattendasein“ (Dieter Ronte). Dabei zeigten sich gerade in Österreich vielseitige Ausgangs- und Anknüpfungspunkte wie beispielsweise Wiener Kinetismus, Op-Art, Konkrete Kunst, Konzept- und Computerkunst.

„Als vor einigen Jahren entschieden wurde, das 20er Haus als 21er Haus neu zu beleben, sollte dies keineswegs einen Bruch mit der Vergangenheit bedeuten. Vielmehr sollte ein Museum entstehen, das wie die Vorgängerinstitution zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus Österreich eine Plattform bietet und zugleich eine Kontextualisierung mit dem Schaffen der internationalen Kunstszene ermöglicht. In diesem Sinne schlägt die Ausstellung Abstract Loop Austria auf besondere Art und Weise eine Brücke in die Vergangenheit, geht sie doch auf eine Thematik ein, die bereits 1967 in den Fokus des 20er Haus-Programms gestellt wurde“, so Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere und des 21er Haus.

Entscheidend ist der Zusammenhang von Kunst, Wissenschaft und Zeitgeschehen im 20. Jahrhundert. Grundlegend für die konstruktiv-konkrete Kunst der Nachkriegszeit in Österreich sind die radikalen Ideen des Aufbruchs in die Moderne (Wiener Kreis, Zwölftonmusik) zu Beginn des 20. Jahrhunderts, eine Abkehr von den figurativen Tendenzen des österreichischen Expressionismus und die generelle Idee eines Neuanfangs nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

„Fast fünfzig Jahre später kehren diese Positionen der österreichischen Nachkriegskunst ins 21er Haus zurück. Damit wird eine Generation von Künstlern in den Fokus gerückt, die in der österreichischen Kunst wichtige Impulsgeberin war bzw. ist“, so Husslein-Arco weiter.

„Marc Adrian und Helga Philipp gehen der Fragestellung über Phänomene optischer Wahrnehmung nach, und Richard Kriesche nimmt eine künstlerische Verarbeitung rationaler und wissenschaftlicher Prinzipien vor. Gerwald Rockenschaub hat schließlich für die gegebene Ausstellungsarchitektur im 21er Haus eine ortsspezifische Arbeit entwickelt. Der Besucher muss sich bei seinem Gang durch die Ausstellung ein über neunzig Meter langes Farbband, dessen Enden jeweils von einer Acrylglasscheibe markiert werden, aktiv erschließen, da die Arbeit als Ganzes nicht auf einmal in den Blick zu nehmen ist“, erläutert Kurator Axel Köhne das Konzept der Ausstellung.

Zwtl. Edgar Knoop - subway 813
„Die Konzentration auf wenige prägnante Elemente, auf Farbe und Licht, die Reduktion der Form und des Materials und die Fokussierung auf einen ganz bestimmten Effekt, eine exakte Planung, mathematische Berechnung und technisches Kalkül“, so charakterisiert Kurator Harald Krejci Knoops Werk.
Edgar Knoop setzt sich seit den 1960er-Jahren intensiv mit Farbtheorien, mit dem Phänomen Licht sowie mit mathematischen Überlegungen zur Formfindung auseinander. Seine Werke sind Ergebnisse einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Kontrasten, Licht und Lichttechnik wie auch mit neuen Materialien, die seine Kunst inspirieren. Knoop hinterfragt die Zuverlässigkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zu Farbe und Licht und lenkt die Aufmerksamkeit auf den psychologischen Ursprung unseres Farbempfindens. Seine lichtkinetischen Objekte entstehen durch die Bewegung des Betrachters um das Objekt bzw. die Lichtquelle. Knoops Herangehensweise ist durch eine experimentelle Grundhaltung des Künstlers als Forscher und „Konstrukteur“ gekennzeichnet. Dies macht sich in einer klaren, reduzierten Formensprache bemerkbar, sowie in Bildstrukturen, die nach bestimmten mathematischen Mustern variiert werden. Das vielseitige Œuvre Knoops umfasst Collagen, Skulpturen, Installationen, Fotografie, Tapisserie, Objektkunst und Kunst im öffentlichen Raum.

Zwtl. Op-Art im 21er Haus – die Termine auf einen Blick:

28. Jänner- 29. Mai 2016:
„Abstract Loop Austria – Marc Adrian, Richard Kriesche, Helga Philipp, Gerwald Rockenschaub“
Im Zentrum stehen die Arbeiten der 4 Künstlerinnen und Künstler, sie werden mit Arbeiten von Josef Albers, Dadamaino, François Morellet, Marina Apollonio u.a.m. in einen internationalen Kontext gestellt.

28. Jänner – 28. März 2016:
„Edgar Knoop - subway 813“
Soloschau des aus Dortmund stammenden Farbtheoretikers und Künstlers

April 2016:
Präsentation „Monografie und Werkverzeichnis Marc Adrian“

Ab 7. April 2016:
„Rück-Blick: Kinetika 1967“
Rekonstruktion einer historischen Ausstellung im Wiener 20er Haus zur kinetischen Kunst

Die Ausstellungen sind im 21er Haus (Arsenalstraße 1, 1030 Wien) zu sehen.
Web: www.21erhaus.at

Rückfragen & Kontakt:

Presse 21er Haus
+43 1 795 57-339
presse@21erhaus.at
www.21erhaus.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BEL0001