Industrie zu ORF: „Am Schauplatz“ – IV bringt Beschwerde an ORF-Publikumsrat ein

„Die letzten Arbeiter“ vom 14. Jänner 2016 wird hohen Ansprüchen des ORF nicht gerecht – Bewusste Negativdarstellung des Strukturwandels einer Industrieregion

Wien (OTS) - Gemeinhin steht der ORF für eine durchwegs inhaltlich fundierte, ausgewogene und journalistisch hochstehende Berichterstattung, wofür er auch seitens der österreichischen Industrie sehr geschätzt wird. Leider ist der ORF durch die bewusste Negativdarstellung des Strukturwandels einer nach wie vor bedeutenden Industrieregion in der Reportage „Die letzten Arbeiter“ aus der ORF-Reihe „Am Schauplatz“ vom 14. Jänner 2016 diesem Anspruch nicht gerecht geworden. Daher wird die Industriellenvereinigung (IV) eine entsprechende Beschwerde an den Beschwerdeausschuss des Publikumsrates herantragen. Jenes Vorgehen begründet sich u.a. durch die Grundaussage der Sendung, wonach der Strukturwandel in der Industrie ausschließlich mit Arbeitslosigkeit und Abwanderung einhergehe sowie das konsequente Ausklammern positiver Aspekte der Stadtentwicklung durch die Gemeinde Mürzzuschlag. Zweifellos ist der Strukturwandel eine große Herausforderung für Menschen und Unternehmen. Aber er bedeutet – richtig gemacht – auch Verbesserungen in Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes wie auch der Arbeitsplätze innerhalb und außerhalb der ansässigen Industrie. Dieser entscheidende Aspekt wurde völlig ausgeklammert.

Standort Mürzzuschlag hat nicht an Bedeutung verloren

Der Standort Mürzzuschlag verliert für die Industrie keineswegs an Bedeutung. So hat etwa erst 2013 die voestalpine dort ein modernes Walzwerk zur Herstellung höchst qualitativer Bleche eröffnet und mit 11,6 Mio. Euro ihre bisher größte Investition am steirischen Werksstandort getätigt. Nicht zur Sprache kam außerdem, wie sich mit der Industrie verbundene Sektoren entwickelt haben, beziehungsweise ob andere Branchen vom Strukturwandel möglicherweise profitieren konnten und dadurch neue Arbeitsplätze entstanden sind. Gründlichere Recherchen hätten gezeigt, dass dies sehr wohl der Fall ist. Problematisch ist auch die Botschaft, dass die Tätigkeit als Industriearbeiterin bzw. Industriearbeiter in der Vergangenheit einmal ein angesehener Beruf gewesen sei. Die Industriellenvereinigung stellt dazu unmissverständlich klar:
Industriearbeiterin bzw. Industriearbeiter ist ein angesehener Beruf – damals, heute und auch in Zukunft! Abschließend bleibt zu hoffen, dass zukünftige Reportagen wieder den hohen Ansprüchen gerecht werden, die man an den ORF bisher stets stellen konnte und die man an einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch zu stellen hat.

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