FPÖ-Hofer: Keine Länderdifferenzierung beim Pflegepersonal

Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich bestätigt dringenden Handlungsbedarf im Pflegebereich

Wien (OTS) - Eine von der Arbeiterkammer Oberösterreich nun vorgestellte Studie über die Personalausstattung in den 125 oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen offenbart für den freiheitlichen Pflege- und Behindertensprecher und Dritten Präsidenten des Nationalrats dringenden Handlungsbedarf und bestätige die jahrelange freiheitliche Kritik am bestehenden System. Aufgrund des fast 20 Jahre alten Mindestpersonalpflegeschlüssels seien die „derzeitigen Herausforderungen im Heimbereich oft nur noch bei Gefährdung der eigenen Gesundheit und bei sinkender Lebensqualität der Bewohner/-innen leistbar“, so das Fazit der Untersuchung.

Laut Studie liegen die Gründe zum einen im Anstieg der Aufgaben in der Pflege und Betreuung, weil immer mehr Menschen dement seien, auf der anderen Seite steige durch immer mehr administrative Tätigkeiten bei gleich knappem Personalstand der Druck auf die Beschäftigen. Dieser vermehrte Druck führe durch die ohnehin schon schwere körperliche und psychische Belastung dazu, dass die Mitarbeiter immer längere Erholungsphasen benötigen würden und im Schnitt knapp fünf Tage länger krank seien, als in anderen Branchen. Ein Drittel der Befragten gab an, dass sie ihre Arbeit als stark belastend empfinden.

Seit Jahren weist der freiheitliche Pflegesprecher auf die gravierenden Missstände im Pflegebereich hin und fordert dringend Reformen ein. Derzeit stehe beispielsweise in Wien doppelt so viel Personal pro Patient zur Verfügung, wie beispielsweise in Niederösterreich oder im Burgenland. Grund dafür ist der unterschiedliche Betreuungsschlüssel, der von Bundesland zu Bundesland variiert. Hofer: Ich weise seit langem auf die Notwendigkeit der Schaffung eines Bundesgesetzes hin, um einen einheitlichen Pflegeschlüssel für ganz Österreich zu schaffen und das Pflegepersonal zu entlasten. Leider wurden meine Vorschläge bisher von den Regierungsparteien immer abgelehnt. Die zuletzt im Herbst von Noch-Sozialminister Hundstorfer gemachte Ankündigung, einheitliche Standards im Pflegebereich implementieren zu wollen, ist bisher ungehört verhallt.“

Wir Freiheitliche lehnen eine Verlängerung und Aufstockung des Pflegefonds weiherhin ab und fordern statt dessen eine dringend notwendige echte Strukturreform im Gesundheitswesen, um mit den frei werdenden Mitteln die Langzeitpflege finanzieren zu können“, bekräftigt Hofer und warnt: „Angesichts der immer höher werdenden Lebenserwartung und des damit verbundenen ständig steigenden Pflegebedarfs ist in Zukunft mit einem stark erhöhtem Bedarf zu rechnen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) rechnet in den nächsten Jahren mit einer Verdoppelung der Ausgaben für den Pflegedienst. Ich fordere die Bundesregierung daher eindringlich auf, dieses Problem nicht länger zu negieren und den in der Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich zu Tage tretenden Hilferuf des Pflegepersonals ernst zu nehmen.“

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