Adipositas-Bericht zeigt: Adipositas ist nicht „hausgemacht“

Gesundheitsstadträtin Wehsely: „Mit dem Frauengesundheitsprogramm stärken wir Frauen mit Essstörungen"

Wien (OTS) - Bereits jedes fünfte Kind ist in Österreich ist übergewichtig. Für viele bedeutet das nicht nur einen schlechteren gesundheitlichen Start, sondern auch Mobbing und Ausgrenzung. Der Bericht „Adipositas und Essstörungen im Brennpunkt: Eine Auseinandersetzung mit dem Einfluss von Wirtschaft und Gesellschaft auf Kinder und Jugendliche – Sieben Empfehlungen zur Verbesserung von Lebensbedingungen“ richtet sich an all jene, die ein gesundes Erwachsenwerden und somit die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen maßgeblich mitgestalten. Er wurde von Expertinnen und Experten der verschiedensten Disziplinen in Konsens erarbeitet.

„Es ist wichtig ein gesundes Selbstbewusstsein bereits bei Mädchen zu stärken und das Risiko für Essstörungen zu minimieren", so Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, "das Wiener Programm für Frauengesundheit trägt seit über 15 Jahren maßgeblich dazu bei, dass sich die Gesundheit von Frauen und Mädchen verbessert - dazu zählt auch eine positive Beziehung zum eigenen Körper."

Die ehemalige Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien, a.o. Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, ergänzt: „Der Kampf gegen Adipositas kann nur auf mehreren Ebenen gleichzeitig erfolgreich sein. Denn obwohl in Wien zahlreiche Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung und Bewegung im Kindesalter gesetzt wurden, bleibt deren durchschlagende Wirkung bis dato noch abzuwarten! Der Bericht richtet sich daher im Sinne von „Health in all Policies“ an all jene EntscheidungsträgerInnen, die ein gesundes Erwachsenwerden und somit die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen mitgestalten!“

Adipositas hat viele Faktoren

Die steigenden Zahlen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass Veränderungen auf der Verhaltensebene allein nicht ausreichend sind! Das Frauengesundheitsprogramm der Stadt Wien setzt sich daher dafür ein, dass die Problematik unter verschiedensten Gesichtspunkten analysiert wird und entsprechende Maßnahmen gesetzt werden.

Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die Summe täglicher Wahrnehmungen sowie die mediale Überflutung von Kindern und Jugendlichen deren Gesundheits- und Wertvorstellungen für ihr zukünftiges Leben formen. Die entscheidenden Weichen für einen gesunden Lebensstil werden in dieser Lebensphase gestellt. Ein gesundheitsförderliches Umfeld schafft dafür die Basis und unterstützt die Entwicklung gesundheitsbewusster Verhaltensweisen -aber auch vice versa!

„Auch war uns wichtig, keine Schuldzuschreibung für Adipositas und Essstörungen vorzunehmen, da dieses Problem sehr komplex ist“, so Wimmer-Puchinger.

Die Verantwortung von Wirtschaft, Medien und Werbung muss in den Fokus gerückt werden. Produkte und Marketingstrategien sind daher auf ihre Auswirkungen bezüglich Adipositas und Essstörungen zu hinterfragen. Andererseits spielen soziale und gesellschaftliche Faktoren wie Abnahme von gemeinsamen Mahlzeiten oder Zunahme von „Convenience Food“ aufgrund von Zeitmangel eine Rolle. „Es ist ein Zusammenwirken vieler Faktoren, die Adipositas und Essstörungen begünstigen. Diese müssen ins Bewusstsein gerückt werden.“

Auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden daher in einem interdisziplinären Redaktionsteam sieben Empfehlungen entwickelt. Diese beinhalten Ansatzpunkte für gesundheitsfördernde Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendliche in Bezug auf Adipositas und Essstörungen.

7 Empfehlungen
1. Das Nahrungsmittelangebot verbessern
2. Werbung und Medien sensibilisieren
3. Stigmatisierung und Diskriminierung unterbinden
4. Mehr Möglichkeiten für Bewegung schaffen
5. Soziale Benachteiligung ausgleichen
6. Ernährungswissen vermitteln
7. Allgemeine Lebensbedingungen beachten

„Diese vorliegenden Empfehlungen sollen einen Anstoß für einen multidisziplinären Diskurs geben. Denn nur im Schulterschluss ist eine Kehrtwende machbar.“, so Wimmer-Puchinger.

Der Bericht steht auf der Webseite des Wiener Programms für Frauengesundheit als Download zur Verfügung:
http://www.frauengesundheit-wien.at/

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