Ehrenamt ein Bindeglied der Kriminalpolitik zur Gesellschaft

Brandstetter lobt zivilgesellschaftliches Engagement

Wien (OTS) - „Wirksame Kriminalpolitik braucht die Unterstützung der Bevölkerung. Zivilgesellschaftliches Engagement durch ehrenamtliche Bewährungshilfe ist dafür unverzichtbar!“ meinte Dr. Christoph Koss, Geschäftsführer des Vereins NEUSTART anlässlich einer Fachtagung am 22.1.2016 in Wien. 170 ehrenamtliche und hauptamtliche Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer aus ganz Österreich diskutierten zum Thema „Neue Wege mit alten Stärken“, wie der Beitrag der engagierten Bevölkerung zu einer konstruktiven Kriminalpolitik bewerkstelligt werden kann.

In der Eröffnungsrede betonte der Bundesminister für Justiz Wolfgang Brandstetter: „Der Verein NEUSTART ist ein wichtiger Partner für das Justizministerium. Er unterstützt uns vor allem dabei, straffällig gewordene Personen zu resozialisieren und sie so auf die Zeit nach der Haft entsprechend vorzubereiten. Hier haben sich vor allem die Sozialnetz-Konferenzen als erfolgreiche Methode bewährt. Dabei wird gemeinsam mit dem Insassen und seinem sozialen Umfeld ein Zukunftsplan erstellt, dessen Umsetzung begleitet und kontrolliert wird. Bei NEUSTART sind auch viele Freiwillige aktiv, deren Engagement ich sehr schätze. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und die Resozialisierung von Straftäterinnen und Straftätern."

(Anm.: In den angesprochenen Sozialnetz-Konferenzen wird die Unterstützungsbereitschaft des Umfelds von jugendlichen Straftätern mobilisiert und ein gemeinsamer Plan für eine straffreie Zukunft vereinbart.)

Die ehrenamtliche Bewährungshilfe ist von der Aufgabe her der hauptamtlich durchgeführten Sozialarbeit hinsichtlich der Zielsetzung gleich: Wiedereingliederung und ein deliktfreies Leben des betreuten Klienten. Es ist das gemeinsame fachliche Anliegen von zivilgesellschaftlich engagierten ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern, der Entfremdung zwischen Straftätern und Gesellschaft entgegenzuwirken und Integrationschancen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Die eigenständige Qualität der ehrenamtlichen Betreuung liegt in der Verankerung der Betreuerinnen und Betreuer in der Kommune und damit der Mobilisierung von Ressourcen der Zivilgesellschaft. Das Engagement der 1.008 Ehrenamtlichen ist beispielgebend. Das Modell der ehrenamtlichen Bewährungshilfe findet internationalen Anklang und wurde z.B. in Baden-Württemberg übernommen. Ein Ehrenamtlicher betreut durchschnittlich drei Klienten. Besonders betreuungsaufwändige Fälle wie zum Beispiel Sexualstraftäter werden nur von Hauptamtlichen betreut. Das besondere Engagement und die Bereitschaft, die Arbeit in einem der 118 Teams gemeinsam mit einem hauptamtlichen Kollegen zu reflektieren, ist die Grundlage für ihre effiziente Arbeit. Auch die anhaltende Bereitschaft, Betreuungsarbeit zu leisten (durchschnittlich 8,5 Jahre), bedeutet einen insgesamt reichen Erfahrungsschatz. So können derzeit 30 Prozent aller Bewährungshilfe-Fälle (3.342 Klienten) wirksam betreut werden. Müssten diese Arbeit hauptamtliche Betreuer durchführen wäre ein Aufwand von rund 8,8 Millionen Euro erforderlich.

Gleichzeitig berichten die Ehrenamtlichen in ihrem Umfeld von ihrer Tätigkeit und können so glaubhaft den Sinn und die Machbarkeit einer auf Betreuung ausgerichteten Resozialisierung vermitteln.

„Die Herausforderungen der Gesellschaft an eine moderne Sozialarbeit im Auftrag der Reintegration Straffälliger steigen. NEUSTART wird weiterhin mit einer europaweit anerkannten Qualität der Arbeit darauf reagieren. Ehrenamtliche tragen dazu wesentlich bei!“, so Dr. Christoph Koss abschließend.

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