erdbeerwoche fordert: Runter mit der Tamponsteuer in Österreich!

Immer mehr Länder setzen die für Tampons ungerechtfertigt hohe Umsatzsteuer herunter. Die erdbeerwoche fordert nun auch die österreichische Regierung zum Handeln auf.

Wien (OTS) - Unglaublich aber wahr: Eine Frau verbraucht im Laufe ihres Lebens zwischen 10.000 und 17.000 Tampons bzw. Binden. Das verursacht nicht nur einen enormen Müllberg, sondern reißt auch ein großes Loch in die weibliche Brieftasche. Ob es Frau nun passt oder nicht: Sie gibt insgesamt zwischen €2.500,- und €4.500,- für ihre Monatsblutung aus. Rechnet man die Kosten, die Frauen außerdem für Verhütung und Schmerzmittel gegen Regelschmerzen zu tragen haben, dazu, kommt man auf unglaubliche €5.000,- bis €8.000,-. Grund genug also, Frauen auf diesem Gebiet zu entlasten, denn obwohl Monatshygieneprodukte zu Gütern des täglichen Bedarf gehören, werden sie in Österreich nicht wie Lebensmittel mit 10%, sondern mit 20% besteuert.

erdbeerwoche fordert monatliche Entlastung für Frauen

Die erdbeerwoche möchte nun eine Herabsetzung der „Tamponsteuer“ auch in Österreich bewirken und wendet sich mit einem offenen Brief an Finanzminister Schelling: „Österreich muss endlich mit Ländern wie Frankreich, Spanien oder Großbritannien, wo die Steuer auf Monatshygieneartikel nur zwischen 5 und 10% beträgt, gleichziehen. Wir fordern daher die österreichische Regierung auf, Tampons und Binden endlich fair zu besteuern und Frauen somit eine echte monatliche Entlastung zu ermöglichen. Insbesondere nachhaltige Produkte wie Biotampons oder -binden sollten steuerlich begünstigt werden, da diese nicht nur gesundheitliche, sondern auch ökologische Vorteile mit sich bringen, die wiederum dem Staat zu Gute kommen,“ so Bettina Steinbrugger, Co-Gründerin der erdbeerwoche.

Auch Präsident Obama bekennt sich zur Herabsetzung der Tamponsteuer

Mittlerweile hat die Debatte über die sogenannte „Tamponsteuer“, die in Wahrheit natürlich sämtliche Monatshygieneartikel wie auch Binden oder Slipeinlagen betrifft, bereits mehrere Länder erfasst. Jüngstes Vorzeigebeispiel ist Frankreich, das erst im Dezember 2015 diese Steuer von 20 auf 5,5% herab setzte. Aber auch Präsident Obama wurde vor Kurzem von einer Youtuberin auf das Thema aufmerksam gemacht. In einem Interview gestand er, dass er sich nicht bewusst gewesen sei, dass Tampons in den USA derselben Steuerklasse wie Luxusgüter unterliegen. Am Beispiel Österreich hingegen mutet absurd an, dass sogar Zirkusvorführungen sowie unverarbeiteter Tabak mit nur 10% besteuert werden, Monatshygieneartikel jedoch mit 20%. Länder wie Kanada, Irland oder Kenia haben die Steuer auf Tampons und Binden bereits zur Gänze abgeschafft.

Bio-Tampons müssen für alle Frauen leistbar werden

„Wir von der erdbeerwoche beschäftigen uns schon seit über fünf Jahren mit dem Thema Nachhaltige Frauenhygiene und bieten Frauen sowohl Produkte aus 100% Bio-Baumwolle als auch wiederverwendbare Alternativen an, die im Gegensatz zu vielen konventionellen Tampons und Binden keine Schadstoffe enthalten und entweder wiederverwendbar oder kompostierbar sind. Das spart der öffentlichen Hand sogar Kosten, indem Verbrennungsabfall reduziert und das Gesundheitssystem entlastet wird. Umso mehr fordern wir daher eine Senkung der Tamponsteuer!“ appelliert Annemarie Harant, ebenfalls Co-Gründerin der erdbeerwoche an die österreichischen PolitikerInnen. Auch eine spezielle Widmung der Steuereinnahmen für Projekte im Bereich Frauengesundheit ist für die beiden Gründerinnen denkbar.

Über die erdbeerwoche

Die erdbeerwoche (www.erdbeerwoche.com) ist die erste Bewusstseinsplattform für nachhaltige Frauenhygiene im deutschsprachigen Raum und betreibt zusätzlich einen innovativen Onlineshop (www.erdbeerwoche-shop.com) für gesunde und ökologische Monatshygiene wie Biotampons oder Menstruationskappen. Bisher konnte die erdbeerwoche rund 1.000.000 konventionelle Tampons und Binden durch nachhaltige Alternativen ersetzen und somit eine erhebliche Müllreduktion erzielen. Eine Umfrage der erdbeerwoche aus dem Jahr 2014 ergab außerdem, dass bei knapp 40% der befragten Frauen ein Umstieg auf Biotampons & Co eine signifikante gesundheitliche Verbesserung mit sich brachte, wie etwa eine Reduktion von Infektionen und Hautirritationen. Um nachhaltiger Frauenhygiene zum Durchbruch zu verhelfen, ist eine Senkung der Tamponsteuer unerlässlich, um diese Produkte für alle Frauen leistbar zu machen.

Quellen:

Berechnung der monatlichen Kosten für Tampons und Binden: Eine Frau verbraucht im Schnitt 200-300 Tampons, Binden oder Slipeinlagen im Jahr. Ein Tampon bzw. eine Binde kostet durchschnittlich rund 20 Cent. In einer Berechnung der Huffington Post belaufen sich die Kosten, die Frauen ein ganzes Menstruations-Leben zu tragen haben, gar auf bis zu €16.500 (= $18.000)
http://www.ots.at/redirect/huffingtonpost

Präsident Obama im Interview zur Tamponsteuer: (ab min 3:00)
https://www.youtube.com/watch?time_continue=349&v=K2OaaWjB6S8

Umsatzzahlen Intimhygienemarkt in Österreich: 2013 wurden rund 48,7 Millionen Euro Umsatz im Intimhygienemarkt generiert
http://www.cash.at/fileadmin/pdf/2013/CASH_1213/index.html#72

Umsatzsteuer der verschiedenen Produktgruppen:
http://www.ots.at/redirect/wko4

Rückfragen & Kontakt:

und Bildmaterial:
Mag. Bettina Steinbrugger
erdbeerwoche GesbR
Tel.: +43 (650) 84 31 400
mail: office@erdbeerwoche.com
web: www.erdbeerwoche.com.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008