Für echte Diplomatie zählt das Ergebnis, nicht die "Show"

Ein Kommentar in der Zeitung "Die Presse" (Ausgabe, 20 Jänner 2016) zu den Medien- und Internetauftritten des ukrainischen Botschafters in Österreich.

Wien (OTS) - Die Ukraine-Krise hat in Europa Spannungen hervorgerufen, die bei vielen Ängste aus der Zeit des Kalten Krieges wiederbelebt haben. Russland und die EU durchleben schwere Stunden in ihren Beziehungen. Das gegenseitige Vertrauen zwischen Moskau und vielen westeuropäischen Hauptstädten ist stark angeschlagen.

Diplomatische Anstrengungen sind wie schon seit Langem nicht mehr höchst gefragt. Und diese werden auch täglich von professionellen Diplomaten geleistet, für die ein konkretes Ergebnis und nicht die „Show“ zählt.

Die russische Diplomatie gegenüber Österreich ist konsequent. Wir wissen alte, verlässliche Partner zu schätzen und sind zu einem weiteren Ausbau unserer bilateralen, traditionell freundschaftlichen Beziehungen in ihrer ganzen Vielfalt stets bereit.

Gegenseitiger Respekt

Wir berücksichtigen die Interessen unserer Partner sowie ihre Verpflichtungen gegenüber dritten Seiten. Wir mischen uns nicht in ihre internen Angelegenheiten ein, wir spekulieren nicht ständig, und wir erheben keine Vorwürfe, dass „Werte“ verraten würden. Und auf keinen Fall belehren wir Partner, wie sie ihre Beziehungen zu anderen Staaten gestalten sollten.

Unser diplomatisches Basisprinzip, an dem wir trotz möglicher Differenzen in unseren Positionen mit dem Gegenüber festhalten, ist gegenseitiger Respekt. Und das hat nichts mit Heuchelei zu tun. Es ist halt Brauch und objektive Voraussetzung für eine erfolgreiche Diplomatie.

Die Beziehungen zwischen zwei Ländern sind ein Gesamtkunstwerk, das regelmäßige und sorgfältige Pflege sowie langjährige Arbeit fordert. Das Gewebe der russisch-österreichischen Zusammenarbeit ist zweifellos eine Generationsleistung. Bei dieser Arbeit, waren wir, wie man in Russland zu sagen pflegt, nicht die Ersten und werden auch nicht die Letzten sein. Wir sind sicher, dass russische Diplomaten in Wien und unsere österreichischen Kollegen in Moskau die gleiche Aufgabe verfolgen – maximale Vorteile aus dem facettenreichen Austausch zwischen Russland und Österreich für unsere Völker herauszuholen.

Zwietracht säen bringt nichts

Diplomatie ist per se ein patriotischer Beruf. Und mit dem Eigenen beschäftigen wir uns. Egal, wie groß die Meinungsunterschiede zwischen Russland und der heutigen Führung in Kiew auch sein mögen:
Wir, als Russische Botschaft in Wien, würden nie einen Sinn darin erkennen, unsere Zeit und Kraft zu verschwenden, um den Versuch zu unternehmen, einen Keil zwischen Österreich und die Ukraine zu treiben. Was würde das Russland bringen? Wäre das nicht eine Sisyphusarbeit?

Die Medien- und Internetauftritte des Herrn Olexander Scherba (siehe seinen Gastkommentar in der „Presse“ vom 14. Jänner) erwecken den Eindruck, dass der bilaterale ukrainische Botschafter in Wien offenbar keine eigene diplomatische Agenda hat und er sich mehr für die Beziehungen zwischen Russland und Österreich als für das Verhältnis seines Landes mit Österreich interessiert. Zumindest medial jedenfalls fehlt es an positiver Wertschöpfung für sein Heimatland Ukraine. Die Rede ist immer über Russland. Das wirkt beinahe verdächtig.

Geschmackloses „Trolling“

Eine pathetische Wortwahl aber hilft nicht, einen Text sinnhafter zu machen. Und Diplomatie hat nicht viel mit geschmacklosem „Trolling“ im Internet gemeinsam. „Welche Ziele verfolgt Russland in Europa? Wer behauptet, er wisse es, irrt“, schrieb Olexander Scherba in seinem Gastkommentar in der „Presse“.

Bulat Khaydarov
Presseattaché der Russischen Botschaft in Wien
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.01.2016)

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