EGS Haringsee hat neue Bewohner: Vier Uhus aus ehemaligem Wildpark überstellt

VIER PFOTEN-interne Abstimmung: Tiere Herta und Hilde, Walter und Wilhelm genannt

Wien (OTS) - Gestern sind vier Uhus aus dem ehemaligen Wildparks Hochkreut im Salzkammergut in die von VIER PFOTEN unterstützte Eulen-und Greifvogelstation Haringsee (EGS) überstellt worden. Nach der Schließung des Wildparks musste der Tierbestand aufgelöst werden. Die EGS hatte sich sofort bereit erklärt, die Uhus zu übernehmen.

Es handelt sich um zwei Männchen und zwei Weibchen. Die Männchen sind acht und neun Jahre alt, das ältere Weibchen bereits 15 , während das jüngere mit sechs Jahren das „Nesthäkchen“ ist. Die Tiere sind nicht miteinander verwandt, haben aber schon jahrelang in einer Voliere zusammen gelebt und sind einander vertraut.

„Wir freuen uns über die Neuankömmlinge und werden uns bestens um sie kümmern“, sagt Dr. Hans Frey, Leiter der EGS. „In Haringsee erwartet sie ein artgerechtes Leben mit so genannten Enrichments zur Beschäftigung. Besonders wichtig ist uns die Rücksichtnahme auf die Nachtaktivität der großen Eulen. Wir werden dafür sorgen, dass die Uhus untertags ihrem Ruhebedürfnis nachkommen können.“ Dementsprechend wird die Fütterung immer erst in der Dämmerung erfolgen.

Da die Tiere noch keine Namen hatten, startete VIER PFOTEN intern eine Abstimmung. „Die Mehrheit der KollegInnen hat letztlich entschieden, dass die Uhus Herta und Hilde, Walter und Wilhelm genannt werden“, so die Leiterin des Österreich-Büros von VIER PFOTEN, Indra Kley.

Der Uhu ist weltweit die größte Eulenart und auch in Österreich heimisch. Sein Federkleid in hellen und dunklen Brauntönen bietet ihm eine perfekte Tarnung. Sein dicker Kopf mit den Federohren und seine massige Gestalt prägen sein markantes Aussehen. Die nachtaktive Eule wird 70 cm groß und hat eine Flügelspannweite von 180 cm.

Uhus leben in Kiesgruben, Wäldern, Steinbrüchen, Gebirgsketten und neuerdings auch immer wieder an Stadträndern. Sie bauen keine Nester, sondern brüten in Felsnischen oder verwenden Nester anderer großer Vögel. Dort beginnen sie schon im März mit dem Bebrüten ihrer zwei bis vier Eier. Die Jungvögel schlüpfen nach ca. einem Monat und werden dann noch einige Monate von ihren Eltern versorgt. Ihr Nahrungsspektrum ist breit gefächert und umfasst kleine bis mittelgroße Säuger und Vögel.

Der Uhu war in den letzten Jahrzehnten vor allem durch direkte Verfolgung stark gefährdet. Heute hat sich der Bestand in Österreich gut erholt, und der Uhu kann sich in manchen Regionen wieder ausbreiten. Eine Gefährdung entsteht hauptsächlich durch den Straßenverkehr durch Leitungsanflüge und leider immer noch durch illegale Verfolgung.

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