Gesundheitsgespräch 2016 "Patientensteuerung"

Chancen und Gefahren von Primary Health Care

St. Pölten (OTS) - Dr. Gabriele Von Gimborn und Dr. Herbert Machacek, die einzigen im NÖ Landtag vertretenen Ärzte, luden am 13. Jänner 2016 zu einem Gesundheitsgespräch zum Thema "Patientensteuerung".

Namhafte Experten diskutierten die Chancen und Gefahren von Primary Health Care (PHC.

Hon.Prof. Dr. Gerhard Aigner vom Bundesministerium für Gesundheit sah vor allem die Notwendigkeit der Änderung der Honorarsysteme im niedergelassenen Bereich und das Verteilungsproblem, in welchen Bereichen Ärzte arbeiten. Das Einzelkämpfertum ist unattraktiv und erfordert neue Organisationsformen mit einem Netzwerk bzw. einem Team um den Arzt. Bei der Gesetzesvorbereitung sollen alle Rechtsformen möglich sein.

Dr. Wolfgang Geppert, Sprecher des Hausärzteverbandes, sieht ein Schönreden des derzeitigen Systems. Der freie Zugang der Patienten zum System verursacht viele Kosten und Ineffizienz. PHC´s sieht er als potemkinsches Dörfer!

Dr. Gerald Bachinger, Patientenanwalt, findet eine Patientensteuerung als unbedingt notwendig! Das Dogma der freien Arztwahl bedarf einer Diskussion und eine entsprechende Honorierung nach qualitativen Aspekten ist längst überfällig.

Sowohl Dr. Geppert als auch Dr. Bachinger sehen aufgrund der steigenden Anzahl der Wahlärzte und der Wartezeiten im Kassenbereich einen Wechsel in die 2-Klassenmedizin.

Ing. Christof Chwojka vom Notruf NÖ sieht den neuen Ansatz vom TEWEB (telefonische Einteilung), das am 1. November 2016 starten soll, nur dann als Erfolg, wenn die Patienten nicht trotzdem dorthin gegen, wohin sie selbst wollen. Weiters sieht nicht nur er, sondern alle Podiumsdiskutanten, dass eine Finanzierung aus einer Hand der Schlüssel zum Erfolg im Gesundheitswesen wäre.

Dr. Aigner erklärt, dass aufgrund des Verfassungsgesetzes und der unterschiedlichen Interessen im föderalen System in nächster Zeit sicher keine Möglichkeit der Umsetzung der einheitlichen Finanzierung des Gesundheitswesens besteht.

Dr. Machacek sieht den Wurm im Gesundheitswesen. Wenn nicht endlich der Patient im Vordergrund steht und nicht die Interessen des Systems, wird sich nichts zum Positiven verändern.

Dr. Von Gimborn sieht PHC´s teurer als ein Hausarztmodell und fordert eine Zuwendungsmedizin, die entsprechend honoriert wird und nicht neue Organisationsformen.

Rückfragen & Kontakt:

Klubdirektor Dr. Werner Katschnig
0676 / 52 12 333
werner.katschnig@buergerlandtagat

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LTN0001