Arzneimittel aus dem Internet nach wie vor gefährlich

Linz (OTS) - (14. Jänner 2016) Die Apothekerschaft warnt erneut vor dem bedenkenlosen Kauf von Arzneimitteln im Internet. So werden mittlerweile auch Websites gefälscht, um den Kunden eine sichere und kompetente Bezugsquelle vorgaukeln. Doch anstelle in einer Apotheke bestellt der Kunde unwissentlich Präparate oft bei dubiosen Webshops mit Sitz im Ausland. Sowohl Geld als auch Gesundheit sind in Gefahr!

95 Prozent der untersuchten Internet-Medikamente gefälscht

Es ist in Österreich illegal, rezeptpflichtige Arzneimittel online zu verkaufen oder zu kaufen. Trotzdem locken internationale Fälscherbanden mit gefinkelten Tricks, Kundinnen und Kunden auf ihre Websites zu locken und jubeln ihnen gefälschte Ware zu zum Teil horrenden Preisen unter. Die AGES Medizinmarktaufsicht, die dem Gesundheitsministerium untersteht, hat in den letzten Jahren mehr als 4.000 Verdachtsproben analysiert. 95 Prozent aller dieser getesteten Proben waren gefälschte oder illegale Produkte, oftmals mit anderen Inhaltsstoffen als deklariert und in falscher Dosierung. Der Polizei, den Zoll- und Gesundheitsbehörden gelingen laufend Aufgriffe von gefälschten Medikamenten aus dem Internet. Der größte Fälschungsfall in der österreichischen Kriminalgeschichte gelang den Behörden im Jahr 2014, als im Zuge der Operation „Vigorali“ eine Bande in Wien ausgehoben wurde, die 30.000 Personen geschädigt hat.

Sichere Arzneimittel aus der Apotheke

Sichere und geprüfte Arzneimittel erhält man über die Apotheke. Aufgrund der strengen Auflagen, Sicherheitskontrollen und der engmaschigen Lieferkette haben Fälscherbanden in den öffentlichen Apotheken keine Chance. „Die Medikamente in unseren Apotheken sind sicher, noch nie hat es in den öffentlichen Apotheken eine Fälschung gegeben,“ so Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich. Angesicht der hohen Sicherheit von Arzneimitteln in den heimischen Apotheken rechnen viele Österreicherinnen und Österreicher aber nicht mit gefälschten Medikamenten aus dem Internet. Die Apothekerschaft setzt sich vehement für mehr Arzneimittelsicherheit ein und sieht es als ihre Aufgabe, die online-Kundinnen und –Kunden auf das gesundheitliche Risiko, das von Arzneimittelfälschungen ausgeht, zu warnen.

Aktuelle gesetzliche Regelung

Seit 25. Juni 2015 dürfen österreichische Apotheken rezeptfreie Medikamente über das Internet verkaufen. Die österreichischen Apotheken müssen sich beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen als Versandapotheke registrieren lassen und das weiß-grüne Logo führen. Bis dato bieten 24 österreichische Apotheken rezeptfreie Medikamente auch zum Versand an. Rezeptpflichtige Arzneimittel erhält man weiterhin nur vor Ort in einer Apotheke durch Vorlage eines von einer Ärztin bzw. von einem Arzt ausgestellten Rezeptes. „Rezeptpflichtige Medikamente sind völlig ungeeignet für den Versand. Wird dem Kunden ein rezeptpflichtiges Medikament in Österreich angeboten, so ist dies in jedem Fall illegal und meist auch eine Fälschung“, so Mursch-Edlmayr. Auch im Ausland überlegt man nun strengere Regelungen bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln im online-Versand. Die Apotheken beraten ihre Kunden umfassend und kompetent. Auch bei rezeptfreien Medikamenten ist das persönliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht in der Apotheke sinnvoller und hochwertiger als eine anonyme online-Bestellung.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Apothekerkammer
Landesgeschäftsstelle Oberösterreich
Mag.pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr
Mozartstraße 26, 4020 Linz
E-Mail: ooe@apothekerkammer.at
Tel.: 0732/770350
Fax: 0732/770330-16
www.auf-der-sicheren-seite.at

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