Hammerschmid: „Unsere Universitäten verdienen volle Aufmerksamkeit“

uniko-Neujahrsempfang mit Appell an Politik, über das Tagesgeschäft hinauszublicken

Wien (OTS) - „Universitäten sind zentrale Leistungsträgerinnen für unsere Gesellschaft und für unser Innovationssystem. Ohne Universitäten würde Stillstand in Kunst und Kultur, in Medizin und Industrie, in Technologie und Landwirtschaft herrschen.“ Mit dieser Standortbestimmung begrüßte Sonja Hammerschmid, die neue Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko) und Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität, die zahlreichen Gäste beim uniko-Neujahrsempfang 2016 am Dienstagabend in der Raiffeisen Zentralbank Österreich in Wien. Sie erinnerte an das abgelaufene Jahr mit der erhöhten Wahrnehmung der Universitäten als Folge der öffentlichkeitswirksamen Leistungsschau von vier Jubiläumsuniversitäten und verknüpfte damit ihre Überzeugung, dass in den kommenden Jahren „unsere Universitäten – auch ohne runden Geburtstag – die volle Aufmerksamkeit verdienen“. An die politisch Verantwortlichen appellierte die uniko-Präsidentin zu diesem Zweck „über das Tagesgeschäft hinauszublicken“.

Die öffentlichen Universitäten haben sich nach den Worten Hammerschmids insbesondere in den vergangenen Jahren „als hocheffiziente Leistungsträgerinnen“ behaupten können. „Ich kenne kaum einen Sektor in Österreich, der sich innerhalb so weniger Jahre derart mannigfaltigen Herausforderungen stellte und seine Strukturen und Prozesse weitreichend auf neue Beine stellte“, konstatierte die Präsidentin der uniko. Nachsatz: „Eine solche Reformfähigkeit stünde auch anderen Sektoren, die ebenso zentrale Aufgaben in unserer Gesellschaft übernehmen, gut zu Gesicht.“ Zu diesen bisherigen Reformen sei in den vergangenen Jahren auch der Wissenstransfer zwischen Universität und Industrie sowie der Versuch getreten, im Sinne der vielfach geforderten „Third Mission“ für ausgewählte Forschungsprojekte unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen einzubinden.

Als oberste Priorität für die kommenden Jahre führte die uniko-Präsidentin die Umsetzung einer kapazitätsorientierten Studienplatzfinanzierung an, verbunden mit einer Weiterentwicklung der derzeitigen Zugangsregelungen. „Zurzeit basieren diese – mit Ausnahme jener an den Medizinischen Universitäten – nicht annähernd auf den vorhandenen Kapazitäten, sondern leiten sich von den durchschnittlichen Zulassungszahlen von drei Studienjahren ab oder fehlen zur Gänze“, monierte Hammerschmid. An die Adresse des anwesenden Vizekanzlers und zuständigen Ressortchefs Reinhold Mitterlehner gerichtet: „Wir anerkennen nach Abschluss der Leistungsvereinbarungen die Anpassung der Budgets für 2016 bis 2018, jedoch bleiben derzeit die notwendige Weiterentwicklung von Schwerpunkten und die internationale Konkurrenzfähigkeit in vielen Bereichen auf der Strecke.“ Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, sei es notwendig, dass Universitäten von der gesamten Bundesregierung „nicht als finanzielle Belastung“, sondern „als eine Investition in die Dynamik, Lebendigkeit und Zukunftsfähigkeit unseres Landes“ betrachtet werden. Die uniko-Präsidentin warb bei den anwesenden Gästen aus Politik, Forschung, Wirtschaft und dem Kulturbereich um Unterstützung und forderte alle auf: „Werden Sie zu Mitstreiterinnen und Mitstreitern für den Stellenwert unserer Universitäten, und ermutigen wir die Politik gemeinsam, über das Tagesgeschäft hinauszublicken.“

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