Katholischer Familienverband zum Kinderbetreuungsgeld Konto: Kleine Verbesserungen, aber die notwendige Wertanpassung fehlt

Lob und Kritik gibt es seitens des Katholischen Familienverbandes für die heute vorgestellte Reform des Kinderbetreuungsgeldes

Wien (OTS) - „Die Einführung der Familienzeit ist ein wesentlicher Schritt zu mehr Familienfreundlichkeit und wird begrüßt“, sagt Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes. „Ein weiterer Schritt zum langgeforderten Papamonat“. Künftig können Väter in Einvernehmen mit dem Arbeitgeber nach der Geburt eines Kindes 1 Monat lang „Familienzeit“ in Anspruch nehmen und erhalten dafür Kinderbetreuungsgeld.

Überarbeitet wurden die vier bestehenden Pauschalvarianten: So gibt es künftig für alle Kinderbetreuungsgeldbezieher je nach Väterbeteiligung einen Betrag zwischen mindestens 12.366 Euro und 15.449 Euro, den sich die Familien zeitlich flexibel aufteilen müssen. Zusätzlich erhalten Paare, die sich die Betreuung partnerschaftlich aufteilen einen Bonus von 1.000 Euro. „Wir freuen uns über die Bemühungen, Väter verstärkt in die Kinderbetreuung einzubinden. Dennoch ist eine Aufteilung von 50:50 in der Praxis oft nur möglich, wenn die Arbeitgeber entsprechend familienfreundlich sind und die Eltern keinen Jobverlust zu befürchten haben“, gibt Trendl zu bedenken und erinnert: „Es ist nicht Aufgabe der Politik zu entscheiden, welcher Elternteil wie lange die Kinderbetreuung übernimmt!“. Insoweit ist die – geringe - Kürzung der zeitlichen Inanspruchnahme und des Bezugs eindeutig ein Wermutstropfen.

Bezeichnend ist für den Familienverbandspräsidenten die Umstellung der Bezugsdauer von Monaten auf Tage: „14 Jahre lang wurde das Kinderbetreuungsgeld in Monaten angegeben, jetzt ist plötzlich die Rede von einem Zeitkorridor zwischen 365 Tagen und 1063 Tagen. Damit ist die Vergleichbarkeit zum alten Modell extrem kompliziert“, kritisiert Trendl. Dass das Kinderbetreuungsgeld nach 14 Jahren weiter nicht wertangepasst wird, ist ein typisches Ergebnis der mangelnden Dotierung des Familienfonds und eine deutlich Reduktion der 2002 eingeführten Maßnahme. „Der Wertverlust des Kinderbetreuungsgeldes beträgt seit 2002 rund 3.500 Euro pro Kind, unter diesem Gesichtspunkt ist die Miniwertanpassung der Familienbeihilfe 2016 in Höhe von rd. € 3,-- pro Kind und Monat geringfüg“, rechnet Trendl vor.

Von den Reformen unangetastet bleibt das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld. Für diese Form gilt ein Bezug von bis zu € 2.000 Euro pro Monat. „Hier werden nach wie vor die besser verdienenden Eltern bevorzugt“, kritisiert Trendl: „Wer viel verdient bekommt auch für die Kinderbetreuung bis zu 7.500 Euro mehr – das ist Einkommensersatz und keine Abgeltung der Betreuungsleistung.“

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