NEOS: Ausbildungspflicht ist der falsche Weg

Gerald Loacker: "Geholfen wird damit nur der Bundesregierung, die ihr Nichtstun einmal mehr elegant verschleiert"

Wien (OTS) - Sozialminister Hundstorfer stellte heute seine Pläne zu einer Ausbildungspflicht für Jugendliche bis 18 Jahre vor. Durch diese Ausbildungspflicht will er sicherstellen, dass frühzeitige Bildungsabbrecher die Chance bekommen, eine kontinuierliche Erwerbslaufbahn zu erlangen. „Eine Ausbildungspflicht kann die Versäumnisse, welche Jahre zuvor in der Bildung passiert sind, nicht ausgleichen. Eine Ausbildungspflicht kann nicht dafür sorgen, dass alle Jugendlichen ordentlich lesen, schreiben und rechnen können. Dieser Vorschlag setzt zu spät an - und ist damit der falsche Weg“, kritisiert NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker die Pläne des Sozialministers.

Notwendig wäre es, endlich durch eine umfassende Bildungsreform dafür zu sorgen, dass allen Schülerinnen und Schülern die beste Ausbildung angeboten wird – und schulische Schwächen frühzeitig erkannt und behoben werden. „Wenn Jugendliche mit 15 Jahren allerdings die Eintrittsvoraussetzungen für eine Lehrstelle nicht erfüllen, dann kann man Unternehmen auch nicht zwingen, diesen Jugendlichen Lehrstellen zur Verfügung zu stellen“, betont Loacker. Laut Hundstorfer sollen die betroffenen Jugendlichen vor allem von der betrieblichen Ausbildung übernommen werden, erst in einem zweiten Schritt soll die überbetriebliche Ausbildung einspringen. „Die Gefahr ist groß, dass die wohlmeinende Ausbildungspflicht rasch in eine Einstellungspflicht für Unternehmerinnen und Unternehmer uminterpretiert wird. Die jahrzehntelangen Versäumnisse in der Bildungspolitik werden somit den Unternehmen umgehängt. Geholfen wird damit weder den Jugendlichen noch den Wirtschaftstreibenden. Geholfen wird nur der Bundesregierung, die einmal mehr eine Möglichkeit für sich gefunden hat, wie sie ihr konsequentes Nichtstun elegant verschleiern kann“, so Loacker abschließend.

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