Industrie: Reformen bei Kindergeld wichtiger Schritt vorwärts

IV-GS Neumayer: Einführung eines Kindergeld-Kontos positiv – Mehr Flexibilität, Transparenz und Eigenverantwortung für Familien – Einzelne Punkte noch offen

Wien (OTS/PdI) - Die Einführung eines Kindergeld-Kontos und damit eine Reform der vier pauschalen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes sei „eindeutig positiv“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Freitag, zu den aktuellen Vorhaben von Familienministerin Dr. Sophie Karmasin. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentrales Thema für den Industriestandort Österreich. Daher setzt sich die Industrie seit langem für eine Reform der Familienleistungen ein. Derzeit ist das System des Kinderbetreuungsgeldes in Österreich sehr unübersichtlich und muss optimiert werden, um den Familien mehr Flexibilität, Transparenz und eine höhere Eigenverantwortung zu ermöglichen. Die heute vorgestellte Einführung eines Kindergeld-Kontos an Stelle der vier pauschalen Varianten ist dafür ein wichtiger Schritt vorwärts“, so der IV-Generalsekretär.

Besonders hervorzuheben sei das Anliegen, den Bezug des Kindergelds einfacher und flexibler zu gestalten, wie Neumayer betonte: „Davon werden Eltern und Unternehmen profitieren, weil nun die Karenzzeit den Bedürfnissen entsprechend flexibel geplant werden kann.“ Auch die Neuerung, dass nun alle Bezieherinnen und Bezieher dieselbe Gesamtsumme erhalten, sei ein Fortschritt. Damit werde der Anreiz wegfallen, wegen der bisher am höchsten dotierten Langvariante auch länger zu Hause zu bleiben. In der Frage der Bezugsdauer hätte sich die IV aber auch mehr Mut gewünscht: „Unser Ziel ist, Müttern einen früheren Wiedereinstieg zu ermöglichen, daher sehen wir die maximale Bezugsdauer von 35 Monaten skeptisch. Wir hätten eine Anpassung an den gesetzlichen Kündigungsschutz von 24 Monaten als sinnvoller erachtet“, so Neumayer.

Der Partnerschafts-Bonus in Höhe von 1.000 Euro sei ein Modell auf der Höhe der Zeit: „Kinder brauchen Mütter und Väter und Unternehmen brauchen Frauen und Männer, wir teilen das von der Familienministerin betonte Anliegen der partnerschaftlichen Aufteilung von Kinderbetreuung.“ Das zusätzlich vorgeschlagene Modell der Familienzeit sehe man allerdings derzeit noch kritisch, weil die genaue Ausgestaltung und die Auswirkungen auf die Praxis im Moment noch nicht abschätzbar seien. Neumayer dazu: „Etwaige zusätzliche arbeitsrechtliche Ansprüche dürfen damit nicht verbunden werden. Möchte man aber weiter in Richtung Familienzeit nachdenken, sollte gleichzeitig das Thema Modernisierung der Laufzeiten der Elternteilzeit mitbehandelt werden, wie es bereits das Regierungsprogramm vorsieht. Wie eine optimale Lösung aussehen kann, ist daher noch zu diskutieren“, so Neumayer.

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