„Orientierung“ am 10. Jänner: Flüchtlinge – Zwischen neuen Grenzen und Willkommenskultur

Studiogespräch mit Caritas-Präsident Michael Landau

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 10. Jänner 2016, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Flüchtlinge: Zwischen neuen Grenzen und Willkommenskultur

Rund 86.500 Menschen haben im vergangenen Jahr in Österreich um Asyl angesucht. Um Sprachkurse und Ausbildung zu ermöglichen, fordert die Caritas von der Regierung eine „Integrationsmilliarde“. Eine klare Absage erteilt die katholische Hilfsorganisation Plänen zu einem sogenannten „Asyl auf Zeit“, demzufolge nach drei Jahren geprüft werden sollte, ob die Fluchtgründe noch gegeben seien. Neu aufgeflammt ist auch die Diskussion um Obergrenzen bei der Aufnahme von Schutzsuchenden. Das Thema Asylwerber sei nicht quotenfähig, kontert man von Seiten der Caritas, erinnert wird an die Genfer Flüchtlingskonvention. Klar ist: Trotz Kälte und rauer See wagen weiterhin täglich Menschen die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer. Mehr als eine Million Menschen flüchtete bereits im vergangenen Jahr vor Krieg und Gewalt über diesen Weg nach Europa. Bericht: Sandra Szabo.

Im „Orientierung“-Studiogespräch über den Umgang mit Flüchtlingen in Österreich: Caritas-Präsident Michael Landau

Fremd in der Heimat? Bischof kämpft für Roma-Minderheit in Ungarn

Als „Fremde im eigenen Land“ erleben sich viele der – geschätzt – rund 700.000 Roma in Ungarn: Ausgrenzung ist vielerorts immer noch an der Tagesordnung. Fehlende Ausbildung erschwert zusätzlich die Integration in die Gesellschaft. Zu wenig tue da die herrschende Politik, warnt Miklos Beer, der römisch-katholische Bischof der Diözese Vác. Er tritt schon seit Jahren mit viel Engagement für die „cigany“, so die Selbstbezeichnung der Roma in Ungarn, ein. Und er versucht immer wieder erfolgreich, konkrete Hilfe anzubieten:
Gemeinsam mit Diakon András Antal etwa, der im Auftrag des Bischofs ein Pfarrhaus und einen Gutshof in Csévharaszt, 40 Kilometer südlich von Budapest, leitet – und sich auch ganz persönlich um das Schicksal einzelner Roma-Familien kümmert. Bericht: Martin Motylewicz.

Dialog mit dem Ungeborenen: Wenn die Mutter mit dem Kind …

Für den „umfassenden Schutz des menschlichen Lebens“ setzt sich seit nunmehr rund 60 Jahren die überkonfessionelle und parteipolitisch unabhängige aktion leben ein. Ihr Engagement gilt dabei nicht zuletzt werdenden Müttern. Ein Thema dabei: die Depressionsphase nach der Geburt („postpartale Depression“), unter der in den westlichen Industriestaaten fast 20 Prozent aller Mütter leiden. Im Rahmen der Schwangerenberatung wird deshalb von aktion leben die relativ neue Methode der „Bindungsanalyse“ angeboten, mit deren Hilfe die vorgeburtliche Mutter-Kind-Beziehung vertieft werden soll. Und weil man diese methodische Ergänzung in der Schwangerschaftsvorbereitung als wertvolle Hilfe noch besser etablieren möchte, hat aktion-leben-Generalsekretärin Martina Kronthaler – mit Unterstützung des Familienministeriums – auch den ersten Bindungsanalyse-Ausbildungslehrgang in Europa organisiert: „Unsere Vision ist es, dass sich Frauen kostenlos mit dem Mutter-Kind-Pass mittels Bindungsanalyse auf die Geburt und ihre Bindungsfähigkeit zu ihrem Kind vorbereiten können.“ Bericht: Brigitte Wojta.

Erlösung in weiblicher Hand: „Das brandneue Evangelium“ im Kino

Ob Gott existiert? Klar, und zwar in Brüssel. Zumindest behauptet das der belgische Kinofilm „Das brandneue Evangelium“ von Regisseur Jaco van Dormael. In einem hohen Turm lebt Dormaels Gott mit Frau und Tochter und verwendet – ein Misanthrop, wie er im Bilderbuch steht – seine Tagesfreizeit dazu, kleine, giftige Regeln in seinen Computer zu hämmern. Zum Beispiel: Wenn ein Stück Brot zu Boden fällt, landet es immer auf der Marmeladeseite. Oder: Die Supermarkt-Warteschlange, in der du dich nicht angestellt hast, bewegt sich schneller. Einen Sohn hat die Familie Gott auch, aber der ist mit seinem Erlösungsversuch nicht sehr erfolgreich gewesen und steht jetzt, von der Mutter liebevoll abgestaubt, als Statue auf dem Kasten. Als Ratgeber für seine Schwester Éa ist er aber dennoch wertvoll. Denn die durchschaut das üble Spiel ihres Vaters und verlässt die väterliche Wohnung, um die Welt zu retten. Erster Schritt: Per E-Mail teilt sie den Menschen mit, wann sie sterben werden. Blasphemie? Aber nein. „Das brandneue Evangelium“ ist ein köstlicher, humorvoller Film, der nicht an der Oberfläche der Satire bleibt, sondern viel Tiefgang gewinnt. „Das ist kein Film über Religion“, sagt Jaco van Dormael im Interview. „Das ist vielmehr ein Film über die Frage, was man mit dem Rest seines Lebens täte, würde man sein Todesdatum kennen.“ „Das brandneue Evangelium“ kommt ab 15. Jänner in österreichische Kinos. Bericht: Christian Rathner.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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