Kaske: „Ausbildung bis 18“ muss Recht auf Ausbildung sein

Damit Jugendliche ihre Pflicht zu weiterführender Ausbildung erfüllen können, müssen Wirtschaft und Schulen ausreichend Ausbildungsplätze anbieten

Wien (OTS) - „Es ist überfällig, dass alle Jugendlichen nach neun Jahren Pflichtschule weiterlernen“, sagt AK Präsident Rudi Kaske zu den Plänen für „Ausbildung bis 18“, die heute Sozialminister Hundstorfer vorgestellt hat. Kaske fordert, dass die Verpflichtung der Jugendlichen zu Ausbildung bis zum 18. Lebensjahr als Recht auf Ausbildung umgesetzt wird. Es gehe nicht um Strafen für Eltern, deren Kinder keine Ausbildung machen: „Die Ausbildungspflicht der Jugendlichen muss Bildungspflicht von Wirtschaft und Schulen sein. Sie müssen ausreichend Lehr- oder Schulplätze anbieten. Angebote des Arbeitsmarktservice sehe ich als Ergänzung.“ Die AK wünscht sich eine schnelle Umsetzung. „Deshalb ist es jetzt hoch an der Zeit, konkrete Maßnahmen und deren Finanzierung auf den Tisch zu legen.“

Bei der Umsetzung von „Ausbildung bis 18“, so Kaske, soll keine Zeit verschwendet, der angekündigte Start mit 2016/2017 eingehalten werden. Wichtig sei vor allem, dass der Abschluss einer Ausbildung im Vordergrund steht. Das bedeutet, dass in den Schulen intensive Anstrengungen unternommen werden müssen, um einen vorzeitigen Ausbildungsabbruch zu verhindern. Dazu kann der Ausbau des Jugendcoachings einen wesentlichen Beitrag leisten. Aber auch die Schulen selbst sind gefordert, aus den Pilotprojekten flächendeckende Vorbeugeprogramme gegen Bildungsabbruch zu entwickeln. Gleiches gilt für die betriebliche Ausbildung. Auch hier braucht es ein Qualitätssicherungssystem damit mehr Lehrlinge bei der Lehrabschlussprüfung antreten und diese erfolgreich abschließen.

Jene Jugendlichen, die den einmal eingeschlagenen Bildungsweg in Schule oder Lehre trotzdem nicht schaffen, sollen nahtlose Unterstützung und ein alternatives Ausbildungsangebot bekommen, verlangt Kaske. Auch bei den Angeboten des Arbeitsmarktservice oder des Sozialministeriumsservice muss zumindest mittelfristig ein Ausbildungsabschluss das Ziel sein.

Dazu sind ausreichend Ressourcen notwendig. Einerseits müssen die personellen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, um die Jugendlichen zu erreichen und zu betreuen. Darüber hinaus müssen zusätzliche budgetäre Mittel bereitgestellt werden, um ausreichende und für die Jugendlichen passende Maßnahmen anzubieten.

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