Ärztekammer warnt vor massiven Versorgungsengpässen in Wien

Kapazitäten der Spitäler werden heruntergefahren – Teilweise monatelange Wartezeiten auf Operationstermine

Wien (OTS) - Die Ärztekammer warnt, dass die schon derzeit in Teilen prekäre Versorgungssituation in Wiens Spitälern künftig noch dramatischer werden könnte. „Die Kapazitäten in den Häusern des Wiener Krankenanstaltenverbunds werden heruntergefahren, ohne alternative Behandlungsoptionen zu schaffen“, kritisiert der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres. ****

Nachteile und Mängelversorgung für die Patienten würden dabei in Kauf genommen. Szekeres nennt hier konkrete Beispiele: „Im Bereich der Pflegewohnhäuser (Teilunternehmung 4 des KAV, Anm.) wurde eine Reihe von Nachtdiensten ersatzlos gestrichen.“ Es handle sich um vielfach demente, schwer kranke Patienten, teilweise im Wachkoma. Überall sonst versuche man, diese Menschen unmittelbar in der Einrichtung medizinisch zu versorgen, nur die Stadt Wien fahre konsequent den medizinischen Dienst zurück, so Szekeres.

Ein anderes Bespiel: Die Zahl der Operationen auf den Orthopädien in Wien ist erst kürzlich massiv reduziert worden. Das wiederum hat direkte Auswirkungen auf die Wartezeiten für Operationen. Szekeres:
„Auf einen Hüftersatz wartet man in Wien anstatt Wochen nunmehr mehrere Monate. Unter solchen Rahmenbedingungen Abteilungen auch nur tageweise für operative Eingriffe zu schließen, verlängert die Wartezeiten nur noch mehr.“

Nicht jeder Patient könne in den privaten Sektor ausweichen, um seinen Wunsch-OP-Termin zu erhalten. Die Generaldirektion des Krankenanstaltenverbunds beschäftige sich aber „lieber mit elektronischen Arbeitsaufzeichnungsgeräten, um die Tätigkeit der Spitalsärzte zu kontrollieren“. Szekeres fordert die Stadt Wien auf, öffentlich zu deklarieren, in welche Richtung die Reise gehen soll und transparent der Wiener Bevölkerung mitzuteilen, welche Leistungen künftig im Wiener Krankenanstaltenverbund nicht mehr, oder nur vermindert, angeboten würden. (hpp)

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