ÖAMTC: Erstmals seit 1999 wieder Anstieg bei Verkehrstoten

Dramatische Zunahme bei getöteten Pkw-Insassen

Wien (OTS) - Nach dem historischen Tiefststand an Getöteten im Straßenverkehr im Jahr 2014 schnellte die Zahl der Verkehrstoten für 2015 erstmals seit 1999 wieder in die Höhe. "Zwar sprechen wir immer noch von der drittbesten Unfallbilanz seit Beginn der Aufzeichnungen", analysiert ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte David Nosé die heute vom Innenministerium veröffentlichten Zahlen. "Dennoch gab es vor allem bei den getötete Pkw-Insassen einen dramatischen Anstieg von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr." Somit waren 2015 rund die Hälfte der im Straßenverkehr getöteten Personen Autofahrer. Aber auch unter den Motorradfahrern (plus neun Prozent) und den Fußgängern (plus elf Prozent) gab es mehr Todesopfer zu beklagen. "Einzig die Entwicklung bei Moped- und Radfahrern kann positiv herausgestrichen werden", ergänzt Nosé. "In den beiden Kategorien gab es einen Rückgang von 43 beziehungsweise 13 Prozent an tödlich Verunglückten."

Eine erste Analyse der Zahlen zeigt, dass in erster Linie vier Tatsachen zu dieser negativen Entwicklung geführt haben:

* Viele der tödlich verunglückten Fahrzeuginsassen waren zum Zeitpunkt des Unfalls nicht angegurtet. 2015 waren 83 der tödlich verunglückten Fahrzeuginsassen nicht angeschnallt. "Dabei ist das Risiko, bei einem Unfall nicht angeschnallt tödlich verletzt zu werden, laut Unfallstatistik neunmal höher als mit Gurt", erklärt Nosé. Auch wenn Fahrzeuge heutzutage mit unzähligen Sicherheitsassistenten ausgerüstet sind, ist der Griff zum Gurt ein unbedingtes Muss. "Denn auch Airbags entfalten ihre volle Wirksamkeit nur in Kombination mit dem Sicherheitsgurt", erinnert der ÖAMTC-Experte. Vor allem im Fahrzeugfond wird allzu häufig auf den Gurt verzichtet. Dass man hiermit im Falle eines Unfalls nicht nur sich, sondern auch den Vordermann gefährdet, wird dabei unterschätzt.

* Einen beträchtlichen Anstieg von 69 Prozent (plus 9 Personen) gab es auch bei Getöteten an Eisenbahnkreuzungen. "Die Unfälle passierten durchwegs an unbeschrankten Bahnübergängen – also Bahnübergängen, die nur mittels Andreaskreuz, Stopptafel oder Rotlichtanlage und nicht mit Schrankenanlage gesichert sind", führt der ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte aus. Hier gilt es, potenzielle Gefahrenstellen bspw. durch bauliche Verbesserungen sicherer zu machen und auch das Gefahrenbewusstsein bei den Verkehrsteilnehmern zu verstärken.

* Die Zahlen zeigen aber auch, dass ein hoher Anteil der Unfälle im untergeordneten Straßennetz passiert ist: „89,5 Prozent starben im untergeordneten Straßennetz." Vor allem auf Freilandstrecken ist man mit Gegenverkehr, anderen Verkehrsteilnehmern mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, enger werdenden Kurven aber auch mit unübersichtlichen Stellen und seitlich, nah am Fahrbahnrand stehenden Objekten konfrontiert", erläutert der ÖAMTC-Experte. "Nicht angepasste Geschwindigkeit, riskante Überholmanöver sowie Abkommen von der Fahrbahn und Vorrangverletzungen bei Kreuzungen zählen da meist zu den Unfallursachen."

* Auch Unachtsamkeit beziehungsweise Ablenkung ist einmal mehr für 31,7 Prozent der Verkehrstoten verantwortlich. Während der Fahrt gehört die volle Aufmerksamkeit der Straße. "Jede Art von Ablenkung, auch das Hantieren mit dem Handy oder die Bedienung des Navis, ist jedenfalls zu unterlassen", stellt Nosé klar. "Dafür gilt es auch weiterhin verstärkt das Bewusstsein zu schaffen."

Jeder Tote im Straßenverkehr ist einer zu viel. Deshalb wird sich der ÖAMTC auch weiterhin für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen einsetzen. "Die konsequente Umsetzung des Verkehrssicherheitsprogrammes ist dabei ein wichtiger Baustein", sagt Nosé. In Anlehnung an das darin enthaltenen Konzept der "selbsterklärenden und fehlerverzeihenden Straße" sollten bei Fehlhandlungen der Lenker die Folgen von Unfällen nach Möglichkeit gelindert werden. "Dazu bedarf es allerdings konkreter Maßnahmen, die es umzusetzen gilt", so der ÖAMTC-Verkehrsexperte abschließend.

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