ÖGB-Anderl: Einkommenstransparenz – „Da geht noch mehr!“

Betriebe ab 100 Beschäftigten sollten Einkommensberichte erstellen müssen

Wien (OTS) - „Es ist vollkommen unverständlich, dass sich Teile der Wirtschaft immer noch weigern, Einkommensberichte zu erstellen“, sagt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Anderl: „Sie sagen zwar, dass in ihren Unternehmen Frauen ohnehin gleich bezahlt werden wie Männer, aber wenn sie die Zahlen auf den Tisch legen sollen, erfinden sie hundert Ausreden.“ Der Vorschlag von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nach Sanktionen für die Einkommensbericht-Verweigerer wird vom ÖGB daher voll unterstützt.++++

Nach wie vor gibt es erhebliche Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern. Viele Frauen bekommen für die gleiche und gleichwertige Tätigkeit noch immer weniger als Männer. „Mangelnde Transparenz unterstützt diese Diskriminierung. Deshalb sollten schon Betriebe ab 100 Beschäftigten Einkommensberichte erstellen müssen“, fordert Anderl. Derzeit liegt die Grenze bei 150 Beschäftigten. Die Erfahrung zeigt, dass diejenigen Unternehmen, die Frauen nicht diskriminieren, auch kein Problem damit haben, Einkommensberichte vorzulegen.

Sanktionen bei Nicht-Beseitigung von Einkommensunterschieden

„Und dann stellt sich natürlich die Frage: Was passiert mit den Berichten? Die Erfahrung zeigt, dass einerseits immer mehr Unternehmen Konsequenzen aus den Einkommensberichten ziehen. Aber da geht noch mehr. In vielen Firmen verschwinden die Berichte leider in irgendeiner Schublade, und die Beschäftigten erfahren nie von den Ergebnissen.“ Sanktionen seien daher auch notwendig, wenn Unternehmen zwar Einkommensberichte erstellen, aber dann nichts tun, um die Einkommensunterschiede zu beseitigen.

Der ÖGB fordert:

+ Verpflichtende Einkommensberichte in Unternehmen ab 100 ArbeitnehmerInnen.
+ Eine Erweiterung der Verpflichtung zur Erstellung von Einkommensberichten auf alle DienstgeberInnen (z. B. Länder und Gemeinden, ausgegliederte Einrichtungen).
+ Gliederung des anzugebenden Jahresentgelts in einheitliche Komponenten, die die Einkommensberichte für die BetriebsrätInnen leichter handhabbar und lesbar machen.
+ Nachweisliche und verpflichtende Analysen jener Einkommensberichte, die Entgeltdifferenzen aufweisen.
+ Spürbare Sanktionen bei Nichterstellung des Einkommensberichts sowie beim Unterlassen jeglicher Aktivität zur Beseitigung der Einkommensunterschiede.

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