Wiener Tierschutzverein - Wer böllert, quält Tiere

Silvesterfeuerwerk ist Tierquälerei: WTV ruft die Bevölkerung auch in diesem Jahr auf, von Knallerei Abstand zu nehmen.

Vösendorf (OTS) - So unterhaltsam der Jahreswechsel für Menschen auch sein mag, für Haustiere und Wildtiere ist Silvester kein Grund zum Feiern. Denn wie jedes Jahr wird auch heuer wieder der fragwürdigen Tradition der Silvesterknallerei gefrönt. Diese findet schon lange nicht mehr nur am 31. Dezember statt. Schon Wochen vor dem eigentlichen Ereignis werden Raketen, Knaller und Co. bereits gezündet. Der Wiener Tierschutzverein (WTV) erhielt bereits Anfang Dezember erste Anrufe von Tierhalterinnen und Tierhaltern, die über Knallterror klagten.

Der WTV engagiert sich seit Jahren für ein ruhiges Silvester und ruft die Bevölkerung auch heuer wieder auf, von Raketen und Knallkörpern Abstand zu nehmen. „Die Knallerei rund um Silvester bedeutet für viele Haustiere und Wildtiere extremen Stress. Einige Tiere geraten dadurch sogar in Lebensgefahr“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Nicht selten reißen sich beispielsweise Hunde beim Spazierengehen vor Schreck los und laufen vor Fahrzeuge. Zudem besitzen Hunde und Katzen bekanntermaßen ein wesentlich feineres Gehör als Menschen und leiden unter der extremen Lärmbelastung oft Höllenqualen.

Böllern eigentlich verboten

Petrovic erinnert daran, dass die Knallerei in besiedelten Gebieten eigentlich komplett verboten ist. Das besagt im Übrigen auch das Pyrotechnikgesetz (Paragraph 38, Absatz 1). „In der Realität wird das Gesetz aber offenbar weitgehend ignoriert und die Exekutive ist überfordert“, so Petrovic. Daher macht die WTV-Präsidentin einen Vorschlag zur Güte: „Wenn die Silvesterfeierlichkeiten unbedingt mit einem Spektakel verbunden sein müssen - wir Tierschützerinnen und Tierschützer glauben das im Übrigen nicht - dann bitte genau zu Mitternacht ein „Ausrutscher“, aber nicht tagelanger Knallterror“, sagt Petrovic. Der WTV wird jedenfalls arge Gesetzesverstöße, die gemeldet werden, zur Anzeige bringen und die Exekutive nach allen Kräften unterstützen. „Es täte den notorischen Krachmachern gut, einmal zu den Weihnachtsfeiertagen im Wiener Tierschutzhaus Dienst zu machen und zu sehen, wie sich das Getöse auf die Tiere auswirkt“, so Petrovic.

Eine Spende als Neujahrsvorsatz wäre für die WTV-Präsidentin daher die klügere Idee. „Jede nicht abgefeuerte Rakete hilft den Tieren. Warum also nicht stattdessen einen Euro für jeden eingesparten Feuerwerkskörper spenden? Das Geld wäre in jedem Falle besser angelegt und verpufft nicht“, so Petrovic abschließend.

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