Neues Volksblatt: " Trotzkopf" (von Harald Gruber)

Ausgabe vom 22. Dezember 2015

Linz (OTS) - Kurios: Da müssen erst 600.000 Flüchtlinge durch Österreich strömen, um die Misere im Bundesheer so richtig greifbar zu machen. Plötzlich fehlen an allen Ecken und Enden Transporter, Personal, Ausbildner und Schutzausrüstung. Gefehlt haben diese Dinge schon vor der Flüchtlingskrise, nur da ließ sich die Tragödie noch hinter ministeriellen Propaganda-Maschen verbergen.
Ebenfalls an die Oberfläche kommen nun die fehlenden Konsequenzen aus der Volksbefragung vom Jänner 2013. Damals sagten fast 60 Prozent der Österreicher Ja zur Wehrpflicht. Jetzt hat man den Eindruck, als würde Minister Klug diesem eindeutigen Bürger-Ja ein trotziges SPÖ-Nein zu den notwendigen Verbesserungen im Ausbildungs- und Übungsbetrieb entgegensetzen.
Auf der Strecke bleiben die Verankerung des Heeres in der (jungen) Bevölkerung, das Ansehen des Heeres national und international sowie die Leistungskraft.
Marschmusik hin oder her, Gulaschkanone hin oder her — das Bundesheer ist ein Militärkörper mit dem verfassungsrechtlichen Auftrag zur umfassenden Landesverteidigung! An diesem Auftrag ist die Leistungskraft des Heeres zu messen und zu bemessen. Da ist es nicht nur zynisch, wenn versucht wird, das Heer zu einem technischen Hilfswerk zu degradieren. Angesichts der Weltlage ist dies sogar mit Gefahren verbunden. Aber, scheinbar muss erst wieder Dramatisches eintreten, um nächste Lücken sichtbar zu machen ...

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