Österreichs VW-Händler geben Verjährungsverzicht ab

Nun können ab Frühjahr 2016 Vergleichsgespräche beginnen

Wien (OTS/VKI) - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat über die Sammelaktion in Sachen VW über 53.000 österreichische Fahrzeughalter gesammelt, die sich durch VW geschädigt sehen. Da VW für Vergleichsverhandlungen noch um Zeit ersucht, hat der VKI einen umfassenden Verjährungsverzicht von der VW-Gruppe gefordert. Am 16.12.2015 gab VW einen Verjährungsverzicht bis 31.12.2017 ab. Der VKI hat kritisiert, dass VW für Gewährleistungsansprüche gegen Händler nicht auf die Verjährung verzichten kann. Nun haben die österreichischen VW-Händler ebenfalls diesen Verjährungsverzicht erklärt. Damit ist die Tür offen, mit Vergleichsverhandlungen im Frühjahr 2016 zu beginnen.

Mitte September hat Volkswagen (VW) selbst eingestanden, in den USA Dieselmotoren der Marken VW, Audi, SEAT und Skoda bei Abgastests (im Hinblick auf den Stickstoffausstoss) manipuliert zu haben. In der Folge ist das Problem auch in Europa erkannt worden; rund 11 Mio Fahrzeuge sollen davon betroffen sein.

VW will diese Mängel der Fahrzeuge im Zuge von Rückrufaktionen im Jahr 2016 technisch beheben. Doch neben der direkten Mängelbehebung haben die betroffenen Fahrzeuginhaber auch Anspruch auf Schadenersatz – etwa den „merkantilen Minderwert“ der Fahrzeuge oder auch die Kosten der „Ersatzmobilität“, während das Fahrzeug in der Werkstatt steht.

VW hat am 16.12.2015 erklärt, zum einen den „Verjährungsverzicht“ auf 31.12.2017 zu verlängern und zum anderen auch bereits verjährte Ansprüche berücksichtigen zu wollen. Der VKI hat diese Erklärung als unzureichend kritisiert.

Nun haben die österreichischen VW-Händler nachgebessert und gegenüber dem VKI ebenfalls auf Einwendungen aus der Verjährung bis 31.12.2017 verzichtet. „Es freut uns, dass wir noch vor den Feiertagen für den Großteil der Geschädigten – egal ob Verbraucher oder Unternehmer (!) - Entwarnung gegeben können: Man kann nun zuwarten, ob es zu einem Vergleich mit VW kommt. Die Gespräche sollen so rasch wie möglich, realistisch wohl im Frühjahr 2016 beginnen“, sagt Mag. Ulrike Wolf, Leiterin der Abteilung Sammelaktionen im Bereich Recht des VKI.

Die Erklärungen zum Verjährungsverzicht beziehen sich jedoch nur auf die Probleme mit Stickstoff-Abgasen. Für – vor Wochen kolportierte – Probleme mit den CO2-Abgasen gibt es keinen Verjährungsverzicht; laut VW seien doch nur sehr wenige Fahrzeuge betroffen.

Weiters haben noch nicht alle österreichischen Vertragshändler von VW, Audi, SEAT und Skoda die Erklärung zum Verjährungsverzicht abgegeben (aktueller Stand auf www.verbraucherrecht.at).

Schließlich sind auch Gebrauchtwagenkäufe (bei Nicht-VW-Händlern oder Privaten) vom Verjährungsverzicht nicht umfasst.

„Der VKI wird die 53.000 österreichischen Fahrzeughalter, die sich bislang beim VKI gemeldet haben, nun genau informieren, wie sie sich weiter verhalten können. Es ist auch weiter möglich, sich kostenlos an der Sammelaktion des VKI zu beteiligen“ resümiert Wolf.

SERVICE: Nähere Informationen zur Aktion und den Fragebogen zur kostenlosen Teilnahme an der Sammelaktion finden Sie auf:
www.verbraucherrecht.at.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation
Mag. Andrea Morawetz
Öffentlichkeitsarbeit
01 / 58877 - 256
www.verbraucherrecht.at

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