APA-DeFacto-Politikerranking: Wer hat die Top-Medienpräsenz?

Jahresranking im Politik-Channel von APA-OTS: Die Top 20 der österreichischen Politikerinnen und Politiker – Faymann, Strache und Häupl vorne.

Wien (OTS) - Die stärkste Medienpräsenz des Jahres 2015 verzeichnete Bundeskanzler Werner Faymann. Im Zentrum der innenpolitischen Diskussionen stand die Situation zehntausender Asylsuchender in Österreich. Den traurigen Höhepunkt erreichte das Thema Ende August, als an der burgenländischen Grenze 71 Flüchtlinge in einem luftdichten Schlepper-LKW ums Leben kamen. Zusammen mit der Bundesregierung kündigte Faymann ein entschlossenes Vorgehen gegen Schlepper an. „Es darf nicht sein, dass Menschen, die vor Krieg und Terror flüchten, um ihr Leben zu retten, dieses in den Händen von Kriminellen verlieren“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Faymann sprach sich stets gegen Obergrenzen für Flüchtlinge aus und betonte die Notwendigkeit von Maßnahmen vor Ort in Syrien. An den nationalen Grenzen sei das Problem nicht lösbar, allenfalls durch Aktivitäten an den EU-Außengrenzen, so Faymann nach einem Ministerrat Mitte November. Der Bundeskanzler suchte zudem immer wieder den Dialog mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Weitere große Themen waren die Landtagswahlen in Wien, Oberösterreich, der Steiermark und im Burgenland, wobei vor allem die Wahl im Burgenland zu einer heftigen parteiinternen Debatte führte. Nach dem Verlust von sechs Prozentpunkten kündigte Landeshauptmann Niessl die Bildung einer rot-blauen Koalition an. Viele in der Partei sahen das als Tabubruch und übten heftige Kritik an Niessl. Bundeskanzler Faymann wollte sich nicht in die Regierungsbildung im Burgenland einmischen, schloss aber eine Koalition mit der FPÖ auf Bundesebene mehrfach aus.

Auf dem zweiten Platz im Jahresranking liegt FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache. Als Spitzenkandidat bei der Wiener Gemeinderatswahl konnte Strache den Prozentanteil seiner Partei weiter ausbauen und erreichte knapp über 30 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ein von zahlreichen Meinungsforschern prognostiziertes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Posten des Wiener Bürgermeisters blieb allerdings aus. Die SPÖ blieb mit Bürgermeister Michael Häupl relativ deutlich vor der FPÖ. Auch bei den Landtagswahlen in Oberösterreich, der Steiermark und im Burgenland konnte die Partei Straches zulegen. Mitte des Jahres sorgten Streitereien zwischen der FPÖ-Bundesparteileitung und der Salzburger Landespartei für Diskussionen. Nach Kritik an seiner Person schloss Strache die Salzburger Parteispitze um Landesparteiobmann Doppler und Klubobmann Schnell aus der FPÖ aus. Schnell gründete daraufhin eine neue Partei.

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) liegt im Jahresranking auf Platz 3. Vor allem während des Wahlkampfs zur Wiener Gemeinderatswahl stand Häupl im Zentrum der politischen Berichterstattung, das durch die Zuspitzung eines Duells „Häupl gegen Strache“ geprägt war. Vor allem beim Flüchtlingsthema versuchte sich Häupl von seinem Herausforderer abzugrenzen und bot u.a. an, unbegleitete Kinder aus der Betreuungsstelle Traiskirchen zu übernehmen und in unterschiedliche Einrichtungen unterzubringen. Häupl lobte zudem die Wiener Bevölkerung und ihr Verhalten in der Flüchtlingskrise. "Eigentlich müsste die Wiener Bevölkerung den Friedensnobelpreis bekommen." Trotz eines Stimmenverlustes von 4,8 Prozent konnte Häupl den ersten Platz verteidigen. "Ich werte dieses Wahlergebnis nicht als Auftrag, so weiterzumachen wie bisher", sagte der Bürgermeister direkt nach der ersten Hochrechnung. Nachdem Häupl Gespräche mit allen Parteien führte, kam es Ende November zur Neuauflage der rot-grünen Stadtregierung.

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