Vorarlberg hat 17 weitere Europaschutzgebiete

LR Rauch: Unser Naturkapital nachhaltig sichern und schützen – Landesregierung nominierte 17 weitere Natura 2000-Gebiete

Hard (OTS) - (VLK) – Vom Arlberg bis zum Bodensee: Das Natura-2000-Netzwerk in Vorarlberg wird auf insgesamt 40 Gebiete und 24.132 Hektar Fläche erweitert. 17 neue Europaschutzgebiete sollen sicherstellen, dass gefährdete Räume, Tiere und Pflanzen geschützt werden – und die Artenvielfalt in Vorarlberg erhalten bleibt. "Unsere Natur ist unser wichtigstes Kapital. Um sie für nachfolgende Generationen zu bewahren, setzt das Land Vorarlberg als eine Maßnahme zum Schutz gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensräume auf das europaweite Natura 2000-Netzwerk," erläuterte Umweltlandesrat Johannes Rauch hevlrute (Donnerstag, 10. Dezember) in einem Pressegespräch im Rheindeltahaus in Hard.

Neben den bereits existierenden 23 Europaschutzgebieten mit einer Fläche von 21.117 Hektar werden 17 neue Gebiete mit einer Fläche von 3.015 Hektar nachnominiert – und damit einhergehend das Natura-2000-Netzwerk in Vorarlberg von acht auf insgesamt 9,2 Prozent der Landesfläche erweitert. Basis der Nachnominierungen war ein im Mai 2013 eingeleitetes Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen die Republik Österreich. Das Natura-2000-Netzwerk in Österreich wurde als unzureichend bemängelt – und die Republik aufgefordert nachzubessern. In Abstimmung mit dem Bund und anderen Bundesländern hat das Land Vorarlberg auf Basis eines einstimmigen Landtagsbeschlusses neue Schutzgebiete und –güter erhoben. Ein Prozess, der auf Vorgaben der EU beruht – hierzulande aber als positive Maßnahme zur Sicherstellung der Naturvielfalt wahrgenommen wird. "Natura 2000 ist eine Chance, keine Bedrohung", betonte Rauch.

Die neuen Natura-2000-Gebiete in Vorarlberg sind: Roßbündta (St. Gallenkirch), Unter der Winterstaude (Egg), Rifa (Gaschurn), Unterargenstein (Au), Unter Stellerhöhe (Egg), Gortniel (St. Gallenkirch), Spona (St. Gallenkirch-Gortipohl), Leiblach – Erweiterung um die Schmelzwiese (Hörbranz, Lochau, Bregenz), Übersaxen-Satteins, Schöneberg (Lech), Frastanzer Ried (Frastanz), Widderstein-Mähder (Lech), Torfriedbach (Schlins), Walsbächle (Röns, Satteins), Üble Schlucht (Laterns), Davenna (St. Anton, Bartholomäberg) und Ifen (Mittelberg, Egg, Riefensberg, Bezau).

Intensive Gespräche mit betroffenen Gemeinden und Grundeigentümern

"Wir haben uns im Rahmen zahlreicher Informationsveranstaltungen und Gebietsbegehungen sehr bemüht, den Gemeinden, Eigentümern und Nutzern die Wichtigkeit des Erhalts der Schutzgüter näherzubringen – und zugleich auf unsere Verantwortung hingewiesen, dass auch die kommenden Generationen die Vielfalt so erleben können und sollen wie wir", sagte Reinhard Bösch, Leiter der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz des Landes Vorarlberg.

Den Nominierungen gingen in den betroffenen Gebieten und Gemeinden intensive Gespräche mit Bürgermeistern, Grundeigentümern und Landwirten voraus – mit größtenteils positivem Echo. Einwände und Sorgen wurden ernst genommen. "Niemand sollte das Gefühl haben, die Entscheidung wird über ihren/seinen Kopf hinweg getroffen. Mir ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger verstehen, dass Natura 2000-Gebiete grundsätzlich keine Sperrgebiete für die Menschen sind. Naturverträgliche Nutzungen sind möglich und werden es auch in Zukunft bleiben.", so Landesrat Rauch, der in diesem Zusammenhang die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern würdigte: "Ohne aktive Berglandwirtschaft gäbe es keine Europaschutzgebiete."

Natura 2000 als Chance

Mit 2.466 Hektar ist der Ifen das größte nachnominierte Natura-2000-Gebiet in Vorarlberg – 1.007 Hektar oder 41 Prozent davon liegen im Kleinwalsertal, 1.459 Hektar bzw. 59 Prozent im Bregenzerwald. "Die intakte Natur und Landschaft ist ein Hauptargument unserer Gäste, warum sie bei uns Urlaub machen. Mit der Unterschutzstellung wird sichergestellt, dass dieses Argument auch in Zukunft Bestand hat", sagte Andi Haid, Bürgermeister von Mittelberg. Ein Vorteil, der nicht nur den Gästen der beliebten Urlaubs-Destination, sondern allen voran auch den Einheimischen zu Gute komme.

Gebiete werden fachkundig betreut

Mit der Aufnahme der 17 neuen Gebiete in das Natura-2000-Netzwerk wurde ein großer Schritt bereits getan – weitere werden im Rahmen einer professionellen Gebietsbetreuung folgen. Eine anspruchsvolle und herausfordernde Aufgabe, wie Johanna Kronberger, Natura-2000-Betreuerin im Gebiet Ludescherberg aus Erfahrung zu berichten weiß. Zu ihrer Hauptaufgabe zählt die Vernetzung der unterschiedlichen Interessensgruppen. Dazu zählen Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus, Naturschutz – und Menschen, die ihre Freizeit in der Natur verbringen. "Die langfristige Erhaltung der Schutzgüter ist nur dann möglich, wenn alle an einem Strang ziehen", betonte sie. Unerlässlich dafür: Die Bevölkerung über die Besonderheit der Tier- und Pflanzenwelt der Natura-2000-Gebiete zu informieren.

Natura-2000-Gebiete sind keine Sperrgebiete

Dass in einem Natura 2000 Gebiet die Freizeitnutzung nicht zwingend eingeschränkt ist, wird am Europaschutzgebiet Rheindelta deutlich. Es zählt mit seinen 2.065 Hektar nach dem "Verwall" und dem "Ifen" zum drittgrößten Natura-2000-Gebiet in Vorarlberg und erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Fußach, Höchst, Hard und Gaißau. Das größte Feuchtgebiet am Bodensee erfreut sich bei Familien, Schwimm- und Badebegeisterten sowie Wassersport-Fans größter Beliebtheit, die Naherholungs-Hotspots wurden in den vergangenen 15 Jahren konsequent ausgebaut. "Für unsere Gemeinde hat sich das Naturschutzgebiet zu einem richtigen Schatz entwickelt. Es wurde mit verschiedenen, meist kleinen Besucherlenkungsmaßnahmen geschafft, große Teile des Gebietes der unberührten Natur zu überlassen und dennoch den Besuchern ein sehr attraktives Naherholungsgebiet anzubieten", so Reinhold Eberle, Bürgermeister von Gaißau.
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