„Universum History“ porträtiert Casanova abseits der Klischees

„Casanova – Frauenheld und früher Feminist“ am 11. Dezember in ORF 2

Wien (OTS) - Er gilt als der größte Frauenheld der Geschichte und war doch weitaus mehr – Giacomo Casanova. Der berühmte Venezianer war ein origineller Denker, einfühlsamer Freund der Frauen, ein sexueller Revolutionär und früher Feminist. In seinen Memoiren, die er unter dem Titel „Geschichte meines Lebens“ im hohen Alter verfasst hat, schildert der Freigeist des Rokoko nicht nur die vielen Freuden und Dramen seines Lebens, sondern lässt auf mehr als 3.000 Seiten ein detailliertes und facettenreiches Bild seiner Zeit entstehen. Während politische Umbrüche die alte Ordnung Europas zerstören, schreibt er zwölf Jahre lang an der Bilanz seines Lebens. Vom Geheimnis seiner Verführungskunst und dem Umstand, dass er überall aneckte und sich wenig bis gar nicht um gesellschaftliche Normen und Benimmregeln kümmerte, handelt die Dokumentation „Casanova – Die Kunst der Verführung. Frauenheld und früher Feminist“ von Eike Schmitz, die „Universum History“ am Freitag, dem 11. Dezember 2015, um 22.45 Uhr in ORF 2 zeigt.

Als Sohn einer venezianischen Schauspielerin kam Casanova 1725 in ärmlichen Verhältnissen zur Welt. Seine vielen, oft auch lebensgefährlichen Erkrankungen lassen ihn dem Tod näher erscheinen als dem Leben, schreibt er später. Sein enormer Lebenswille soll daraus entstanden sein. Er wird Pfarrer, findet reiche Gönner und begeistert in seinen Predigten vor allem Frauen. Immer wieder verführt er die Geliebten einflussreicher Persönlichkeiten und legt sich dabei mit den mächtigsten Institutionen seiner Zeit an – mit der venezianischen Inquisition und der Kirche. Nur selten erkennt er den Ernst der Lage, flieht kurzzeitig aus Venedig und kehrt hoffnungsfroh immer wieder zurück – bis er im Alter von 30 Jahren in den berüchtigten Bleikammern unter dem Dach des Dogenpalastes landet. Aber auch dort, im angeblich sichersten Gefängnis seiner Zeit, bleibt Casanova nicht lange: Sein Ausbruch macht ihn zur Legende.

In weiterer Folge muss er Venedig für viele Jahre verlassen, reist quer durch Europa und schafft es mit seinem Charisma überall in die adeligen Salons. Er philosophiert mit den Größen seiner Zeit und wird sogar an den Königshöfen vorgelassen. In Rom unterhält er sich mit dem Papst, in Potsdam diskutiert er mit Friedrich dem Großen über die Theorie der Steuer, in Paris überzeugt er die Minister von Ludwig XV., das Lotteriespiel einzuführen. Er verdient damit ein Vermögen und investiert, so heißt es, alles Geld in die größte Leidenschaft seines Lebens: die Frauen. Hochverschuldet beginnt er immer wieder von neuem, übersetzt Homers Ilias, liefert einen Beitrag zum Libretto von Mozarts Oper „Don Giovanni“, überlebt zahlreiche Duelle und spioniert im Dienste Venedigs. So kommt es, dass die Biografie von Giacomo Casanova das gesamte 18. Jahrhundert widerspiegelt.

Im Zentrum seines Denkens und Handelns steht aber immer sein Streben nach Glück – ein Glück, das er in seinen zahlreichen Liebschaften zu finden hofft. Seine Memoiren sind der wohl aufrichtigste und erotisch freizügigste Lebensbericht der Weltliteratur. Das macht Casanova auch 200 Jahre nach seinem Tod noch modern. Durch unverstellte Sexualität und Sinnlichkeit findet Casanova zu einem damals revolutionären Selbstverständnis der Beziehung zwischen Mann und Frau, jenseits von Religion und Konvention. „Universum History“ zeigt den „berühmtesten Frauenhelden“ jenseits der Klischees – als Freigeist, der als origineller Denker und einfühlsamer Freund zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts geworden ist.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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