Wiener Qualitätssiegel 2015 an 43 TOP-Lehrbetriebe

Brauner, Foglar, Höhrhan, Kapsch und Kaske zeichnen beste Ausbildungsbetriebe aus

Wien (OTS) - Die Wiener Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner, der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien Kari Kapsch, AK-Präsident Rudi Kaske, ÖGB-Präsident Erich Foglar und Johannes Höhrhan, Geschäftsführer der IV-Wien, verleihen heute Mittwoch zum zweiten Mal das Wiener Qualitätssiegel TOP-Lehrbetriebe. Damit werden jährlich Wiener Betriebe ausgezeichnet, die vorbildliche Standards in der Lehrausbildung setzen. Das Qualitätszertifikat ist eine gemeinsame Initiative der Sozialpartner und der Stadt Wien. Ermittelt wurden die TOP-Lehrbetriebe von einer Fachjury aus SozialpartnervertreterInnen. Insgesamt hatten sich 49 Betriebe für das Qualitätssiegel bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Wien beworben. 43 Betriebe bekamen es zuerkannt.

Brauner: „Fachkräfteausbildung ist Um und Auf für Wirtschaftsstandort Wien und für gute Zukunftschancen von jungen Menschen“

Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner: „Die Lehrausbildung spielt eine zentrale Rolle für den Wirtschaftsstandort Wien. Wir brauchen Betriebe, die auf höchste Qualität in der Ausbildung setzen. Denn je besser junge Menschen ausgebildet werden, umso besser sind ihre Job-und Einkommenschancen und umso bessere Fachkräfte bekommt die Wirtschaft. Bereits im Vorjahr konnten wir mit dem Wiener Qualitätssiegel 99 Betriebe auszeichnen, die in der Lehrausbildung für höchste Standards stehen. Heuer kommen weitere 43 dazu. Das heißt, es gelingt mit dem Qualitätssiegel auch, den Wettbewerb zwischen den Lehrbetrieben in Sachen Ausbildungsqualität zu fördern. Die ausgezeichneten Betriebe haben jedenfalls eine wichtige Vorbildwirkung und stärken durch ihr Engagement der Lehre insgesamt den Rücken. Denn mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnete Betriebe sind auch für Jugendliche, die eine Lehre machen wollen, besonders attraktiv.“ Brauner würdigt insbesondere die Rolle der LehrausbilderInnen: „Die Qualität der Ausbildung steht und fällt mit der Arbeit der LehrausbilderInnen.“

Ruck: „Mit dem Qualitätssiegel zeigen die Unternehmen, dass ihnen die Lehrausbildung am Herzen liegt“

WKW-Präsident Walter Ruck sieht die Lehre als wichtige Ressource für den Arbeitsmarkt: „Hier haben die Unternehmen die Möglichkeit, die Fachkräfte der Zukunft auszubilden. Und die Lehrlinge selbst bekommen eine praxisgerechte Ausbildung, die ihnen alle Chancen für die Zukunft öffnet. Mit dem Qualitätssiegel zeigen die Unternehmen, dass ihnen die Lehrausbildung am Herzen liegt. Die Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer beweisen damit, dass sie Verantwortung für die Jugend, genauso wie für den Wirtschaftsstandort Wien übernehmen. Ich bin überzeugt, dass deshalb auch in den nächsten Jahren weitere Unternehmen das Gütesiegel erhalten werden.“

Kaske: „Qualität in der Lehre garantieren“

„Die Jugendlichen und ihre Eltern brauchen die Information, ob ein Betrieb gut ausbildet“, sagt AK-Präsident Rudi Kaske. Das Wiener Qualitätssiegel TOP-Lehrbetriebe „bietet diese Information“. Es wird nur an jene Lehrbetriebe in Wien vergeben, die sich wirklich um ihre Lehrlinge bemühen. In den ausgezeichneten Betrieben treten die meisten Lehrlinge nicht nur zur Lehrabschlussprüfung an, sondern bestehen sie auch. Leider, so Kaske, sei das keinesfalls selbstverständlich. Deshalb fordert er die gesetzliche Einführung eines Qualitätsmanagements in der Lehrausbildung. Überdies weist er darauf hin, dass Betrieben inzwischen angeboten wird, sich bei der Verbesserung der Ausbildungsqualität beraten zu lassen: „Das sollte genutzt werden.“

Kaske appelliert an alle Unternehmen, sich verstärkt in der Lehrausbildung zu engagieren: „Wir wollen, dass alle Jugendlichen jedenfalls bis 18 eine Ausbildung machen. Das geht nur, wenn es genügend Ausbildungsplätze für alle Berufe gibt“. Derzeit ersetze die überbetriebliche Ausbildung fehlende Lehrstellen: „Auch deshalb ist die Jugendarbeitslosigkeit bei uns niedriger als anderswo.“

Höhrhan: „Lehre ist wesentlicher Beitrag um steigenden Anforderungen im Berufsleben gerecht zu werden“ – „Industrie bietet attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze“

IV-Wien-Geschäftsführer Johannes Höhrhan betonte, dass das Qualitätssiegel ein erfolgreiches und wichtiges Projekt sei, um mehr junge Menschen für die Lehre zu gewinnen. „Die Anforderungen an junge Menschen im Berufsleben nehmen jedoch stetig zu, das heißt, dass eine gute Ausbildung immer wichtiger wird. Die Lehre ist daher ein wichtiger Beitrag zur Sicherung von Ausbildungs- und Jobchancen der Jugendlichen sowie ein entscheidender Garant um den Fachkräftebedarf in Industrie und Wirtschat abdecken zu können. Industrieunternehmen können aber nur dann weiterhin attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbieten, wenn sie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen am Standort vorfinden. Dazu zählt neben einem modernen Bildungssystem unter anderem auch eine optimal ausgebaute Infrastruktur. Darüber hinaus ist auch in Zukunft eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Entwicklung des Arbeits- und Wirtschaftsstandortes.“

Foglar: „Brauchen mehr hochqualifizierte Lehrstellen“

Was für ein großes Potenzial die Berufsausbildung hat, würden nicht nur die heute hier prämierten erfolgreichen Lehrbetriebe zeigen, betonte ÖGB-Präsident Erich Foglar: „Auch im europäischen Vergleich ist das österreichische Modell der dualen Ausbildung vorbildlich. Bei internationalen Wettbewerben belegen unsere Lehrlinge regelmäßig Spitzenplätze. Aber bei der Verleihung des TOP-Qualitätssiegels, mit der übrigens einer langjährige Forderung der Gewerkschaftsjugend Rechnung getragen wurde, ginge es laut Foglar nicht nur um Spitzenleistungen: „Hier schafft die Stadt Wien die einmalige Gelegenheit, jene vor den Vorhang zu holen, die mit ihrer tagtäglichen Arbeit das Rückgrat und das Fundament unserer Wirtschaft bilden. Bedauerlicherweise ist die Zahl der Ausbildungsstätten für Lehrlinge seit 1980 rückläufig. Aber um den Wirtschaftsstandort auch langfristig zu sichern, müssen Betriebe wieder verstärkt Lehrstellen mit hochqualitativer Ausbildung anbieten“, fordert der Gewerkschaftspräsident.

Ausgezeichnete Betriebe setzen Maßstäbe in der Lehrausbildung

Die Vergabe des Qualitätssiegels erfolgte in einem zweistufigen Verfahren mittels Punktesystem durch eine Jury. Wesentliche Bewertungskriterien sind unter anderem Ausbildungsplanung und –dokumentation laut Berufsbild, besondere Ausbildungsinitiativen wie fachliche Weiterbildung, Persönlichkeitsbildung, Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung, Auslandspraktika, Frauen in nichttraditionellen Berufen, Lehre mit Matura, etc. sowie Antritts- und Erfolgsquote von Lehrlingen bei der Lehrabschlussprüfung. Für die Zuerkennung des Qualitätssiegels mussten die Unternehmen mindestens 12 Punkte erreichen. Die Höchstzahl waren 24 Punkte. Das Zertifikat ist bis Ende 2019 gütig.

Die Jury überzeugt haben neben größeren Unternehmen wie z.B. Interspar, DDSG Blue Danube Schifffahrt, Generali Versicherung, PORR Bau, Robert BOSCH AG, BIPA Parfümerien, Ströck Brot, Kurt Mann Bäckerei& Konditorei oder Radatz feine Wiener Fleischwaren, auch Klein- und Mittelbetriebe wie Blumen Fötschl oder Querfelds Konditorei. Hier ist das hohe persönliche Engagement der UnternehmerInnen selbst in der Ausbildung besonders hervorzuheben. Verliehen wurde das Qualitätssiegel auch an öffentliche Einrichtungen, wie das Arbeitsmarktservice Wien und den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Diese 43 Betriebe wurden mit dem Wiener Qualitätssiegel TOP-Lehrbetrieb ausgezeichnet:
wko.at/wien/top-lehrbetrieb

Rund 4.000 Betriebe bilden 14.000 Lehrlinge aus

Derzeit werden in Wien rund 14.000 Lehrlinge, 5.600 Mädchen und 8.400 Burschen, in 3.592 Betrieben ausgebildet. 4.694 Lehrlinge werden in der Sparte Gewerbe und Handwerk ausgebildet, gefolgt von den Sparten Handel (2.529 Lehrlinge), Tourismus- und Freizeitwirtschaft (1.661 Lehrlinge) sowie Industrie (1.164 Lehrlinge).

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Mediensprecherin Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner
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