Projekt Ambraser Fangstuhl

Renaissancetechnologie trifft auf moderne Konstruktions- sowie Fertigungstechnologie

Innsbruck (OTS) - Schloss Ambras Innsbruck und die HTL–Fulpmes startet eine neue Zusammenarbeit: »PROJEKT AMBRASER FANGSTUHL«

Die Bacchusgrotte von Schloss Ambras Innsbruck war der Ort des »Ambraser Willkomm« von Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595). Er pflegte eine Empfangszeremonie, in deren Verlauf die Gäste eine Trinkprobe bestehen mussten, um Aufnahme in das Heiligtum des Bacchus zu finden und sich in das »Ambraser Trinkbuch« eintragen zu dürfen. Das Who is Who der Renaissance findet sich dort verzeichnet. Zu den Spielereien des Habsburger Fürsten gehörte auch der »Fangstuhl«, eine mechanische Spitzenleistung des 16. Jahrhunderts. Wer sich darauf setzte, löste einen verborgenen, hochkomplexen Mechanismus von eisernen Angeln aus. Um befreit zu werden, musste man ein mächtiges Glas Wein in einem Zug austrinken.

Der Ambraser Fangstuhl befindet sich heute in der Ambraser Kunst- und Wunderkammer unter einer Schutzhaube. Im »PROJEKT AMBRASER FANGSTUHL« wird nun eine Kopie hergestellt. Dieser neue Fangstuhl ermöglicht es den Museumsbesuchern, einen leibhaften Eindruck des Rituals vom »Ambraser Willkomm« zu bekommen.

Schloss Ambras Innsbruck – das älteste Museum der Welt – blickt in die Zukunft und versteht sich als »Museum Neu«. Über die Kernaufgaben des Museums »Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln« hinaus erfüllt es eine wichtige gesellschaftliche Funktion: Es ist auch Begegnungsraum, in dem nicht nur für Besucherinnen und Besucher etwas gemacht wird, sondern in dem man mit Menschen etwas macht. Direktorin Veronika Sandbichler freut sich: »Schloss Ambras Innsbruck lädt Schüler zu einem Projekt ein, sich aktiv mit dem kulturellen Erbe Österreichs auseinanderzusetzen. Sie bekommen einen Einblick in die Museumsarbeit und die Kunstvermittlung. Vor allem aber erleben sie, wie spannend, lehrreich und lustvoll eigenes Forschen und Problemlösen an kunsthistorischen Objekten sein kann.«

Für das »PROJEKT AMBRASER FANGSTUHL« konnte die traditionsreiche Höhere Technische Bundeslehranstalt Fulpmes für Maschinenbau, Fertigungstechnik, Kunststofftechnik und Produktentwicklung gewonnen werden. Die Schüler setzen sich in Projektarbeiten mit dem Ambraser Fangstuhl intensiv auseinander. Eine Kleingruppe kommt dem bislang unerforschten, ausgeklügelten Mechanismus auf die Schliche und stellt ihn mit den heutigen technischen Möglichkeiten digital dar. Eine andere Projektgruppe tüftelt daran, diesen Mechanismus mit handwerklichem Geschick umzusetzen und fertigt eine Kopie des Fangstuhls in originaler Größe an. Ziel ist es dabei, ein alltagstaugliches Objekt für die Museumsvermittlung zu produzieren. Eine dritte Gruppe stellt ein verkleinertes, transparentes Modell her und rückt dadurch den verborgenen Mechanismus ins Tageslicht. »Dieses Projekt ist eines der spannendsten, die wir an der HTL Fulpmes jemals verwirklicht haben, weil hier Renaissancetechnologie und moderne Konstruktions- sowie Fertigungstechnologie aufeinander treffen«, zeigt sich HTL Direktor Martin Schmidt–Baldassari begeistert.

Der ORF begleitet das Projekt an der Schnittstelle zwischen Schulprojekt / Kulturelles Erbe Österreich / Museumsarbeit / Kunstvermittlung / »Museum Neu« / Tourismus, um den Verlauf filmisch zu dokumentieren. Ein erster Beitrag von Georg Laich wir heute, um 19 Uhr in der Sendung »Tirol heute« ausgestrahlt.

Von 8. März bis 18. September 2016 wird der Ambraser Fangstuhl in Wien ausgestellt sein: Er ist eines der außerordentlichen Objekte von Schloss Ambras Innsbruck, die in der Ausstellung »FESTE FEIERN – 125 Jahre Kunsthistorisches Museum Wien« zu sehen werden.

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www.schlossambras-innsbruck.at/entdecken/organisation/presse/

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