LK NÖ: Bäuerliche Betriebe mit beharrlicher Vertretungsarbeit und kompetenter Beratung sichern

Vollversammlung beschließt Forderungsprogramm in gemeinsamer Resolution

St. Pölten (OTS) - Die Landwirtschaftskammer NÖ reagiert auf die schwierige Marktsituation im Agrarbereich im Jahr 2015 mit Forderungen zu steuerbefreitem Agrardiesel, verbesserter Risikoabsicherung gegen den Klimawandel und nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in öffentlichen Verpflegungseinrichtungen. Eine entsprechende Resolution wurde heute von beiden in der LK-Vollversammlung vertretenen Fraktionen gemeinsam verabschiedet.

LK-Präsident Hermann Schultes verwies in seinem Bericht auf die vielen Herausforderungen, die derzeit auf die Landwirtschaft einwirken. Rückblickend auf das zu Ende gehende Jahr resümierte er:
"2015 geht als das wärmste Jahr in die Geschichte ein, der Klimawandel wird für uns Bauern immer mehr spürbar. So hat die Dürre die landwirtschaftliche Produktion bestimmt und die Ernte wie Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln deutlich verknappt. Es ist ein Gebot der Stunde, diese Risiken durch attraktive Versicherungsprodukte abzufedern. Die Rezession in Europa und Asien, die politische Isolation Russlands sowie eine global hohe Ernte haben zu massiv niedrigen Marktpreisen geführt - speziell bei Milch und Schweinen", sagte Schultes.

Steuerbefreiter Agrardiesel dringend notwendig

"Leider sind auch die Preisaussichten für die kommenden Monate trüb. Hinzu kommen vergleichsweise hohe Betriebsmittelkosten. Wir treten deswegen vehement für einen steuerbefreiten Agrardiesel ein. Unsere Nachbarn in Ungarn etwa füllen in ihre Traktoren schon längst einen Agrardiesel ohne Steuerlast. Nicht zuletzt brauchen wir mehr denn je die Treue der österreichischen Konsumenten. Jeder soll wissen, woher das Schnitzel in der Kantine, im Krankenhaus oder Restaurant kommt. Wir haben die Bevölkerung bei der Forderung nach einem klaren Bestbieterprinzip bestimmt auf unserer Seite. Damit sollen regionale Lebensmittel beim öffentlichen Einkauf gegen Billigstprodukte von irgendwoher den Vorrang bekommen. Es kann nicht sein, dass wir hohe Standards in der Produktion erfüllen, aber potenzielle Großeinkäufer in Österreich dann auf Billigware zurückgreifen, weil die Konsumenten ohnedies am Teller nicht erkennen können, woher ihr Menü kommt. Eine solche gesetzliche Bestimmung nützt nicht nur der Landwirtschaft, sondern schafft Jobs bei uns daheim, was angesichts der hohen Arbeitslosigkeit dringend notwendig ist", unterstrich der Präsident.

Ziel der Landwirtschaftskammer sei es, mit deutlich knapper werdenden Budgetvorgaben ihre Angebote für die Bäuerinnen und Bauern effektiv und effizient zu gestalten, hielt Schultes fest.

Heimische Qualitätsphilosophie mit fairen Spielregeln konsequent weiterentwickeln

"Unsere österreichische Qualitätsphilosophie werden wir massiv weiterverfolgen, denn wir können und wollen nicht die Billigsten sein. Unsere vielfältige Land- und Forstwirtschaft trägt dazu bei, dass viele gerne bei uns Urlaub machen und sich die Menschen wohlfühlen. Diese weltweite Wertschätzung ist der Weg zu Wertschöpfung bei uns daheim und überall dort, wo unsere Spitzenprodukte geschätzt werden. Mit gesetzlich verankerter Gentechnikfreiheit, einem hohen Bioanteil und guten Tierwohlstandards können wir punkten. Wir haben den europäischen Herkunftsschutz mittlerweile behördlich vereinfacht, damit mehr heimische Produkte davon profitieren können", unterstrich der Kammerpräsident.

Umfangreiches Arbeitsprogramm für 2016

"Es ist gerade vieles in Bewegung. Manches konnte erreicht werden:
So hat die umgesetzte Einheitswerthauptfeststellung einscheidende Auswirkungen der Steuerreform auf die Bauern verhindert. Einiges ist offen bei Betriebsmitteln und der Kennzeichnung: Maßnahmen zur Kostensenkung und die bessere Sichtbarmachung österreichischer Produktqualität beim Einkauf, wie beim Kantinen- oder Gasthausbesuch und natürlich eine bessere Risikovorsorge gegen die Auswirkungen des Klimawandels stehen auf unserer Agenda für 2016 ganz oben", beschrieb Schultes die wichtigen Überschriften im Arbeitsprogramm für das nächste Jahr. Anmerkung: Die einstimmig beschlossene Resolution kann auf https://noe.lko.at/ als pdf-Dokument heruntergeladen werden. (Schluss)

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